Dontnods neuer Mystery-Thriller Twin Mirror tapst mit leisen Pfoten ins Jahr 2020, genauer Release noch unbekannt: Die düstere Detektivgeschichte lässt euch in eurem Gedankenpalast umherirren, will, dass ihr mit euch selbst sprecht und überlässt euch fiese Entscheidungen á la Life is Strange. Wollt ihr mehr hören? Dann setzt euch zu mir.

 

Twin Mirror

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Twin Mirror

Sam Higgs ist auf dem Weg zur Beerdigung seines besten Freundes. Er wäre nie in seine Heimatstadt zurückgekehrt, gebe es keinen solchen Anlass: Und doch ist er jetzt hier, fährt die schummrige Landstraße nach Basswood entlang und hält an einem kleinen Aussichtspunkt, von dem aus die Stadt in der Ferne aufblitzt. Ihr steuert ihn in der Third-Person-Perspektive, während ihr durch ein Aussichtsfernrohr schaut oder auch die Zettel auf einem Anschlagbrett lest: Informationen, die eigentlich unwichtig erscheinen, aber in eurem Gedankenpalast dennoch gesammelt werden. Wofür?

Der melancholische Mystery-Thriller Twin Mirror von den Life-is-Strange-Entwicklern mag zwar keine übernatürlichen Fähigkeiten in Spiel bringen, lässt euch aber wortwörtlich im Kopf des Protagonisten verschwinden: Im Gedankenpalast stolpert ihr über vergangene Erinnerungen, dürft sie euch ansehen und verbindet sie gleich einer Crazy Wall, um an neue Hinweise zu gelangen. Was auch immer ihr herausfindet, könnt ihr in Dialogen und im Spielverlauf benutzen, das zumindest wurde mir in einer 20-minütigen Präsentation zum Spiel erklärt. Oh, und da ist auch noch ein zweiter Sam, der Fight-Club-ähnlich mit euch spricht.

Mysteriös, düster und ein bisschen verrückt: Das ist Twin Mirror

Was ist in der amerikanischen Kleinstadt Basswood wirklich passiert? Sams Rückkehr in seine Heimat stellt ihn bald vor Rätsel, denn nicht nur soll sich sein bester Freund umgebracht haben, auch sprechen mehr und mehr Hinweise dafür, dass er gar nicht selbst Hand angelegt hat – sondern ermordet wurde. Es gilt für euch, herauszufinden, was von alledem stimmt und was nicht: Dabei dürft ihr neben dem Gedankenpalast auch auf ein Double eurer Selbst zurückgreifen, einen zweiten Sam, mit dem ihr alles, was ihr erlebt, diskutiert.

Werft einen Blick auf den letzten Teaser zu Twin Mirror:

Twin Mirror: Offizieller Teaser-Trailer (2020)

Twin Mirror ist ein narratives Mystery-Adventure, das auf interessante Gameplay-Aspekte wie den Gedankenpalast zurückgreift und seine Geschichte – von der ich bis jetzt noch nicht allzu viel sehen durfte – in ein nostalgisch-melancholisches Licht taucht. Ohne Frage ist die Story um Sams besten Freund und den eventuellen Mordfall deutlich erwachsener als das Coming-of-Age-Drama in Life is Strange. Ob Twin Mirror letztendlich erfolgreich ist mit seinem Konzept, wird schließlich an der Erzählung liegen wie auch an den Entscheidungen, die ihr treffen könnt: Sie sollen verschiedene Aspekte im Spiel nachhaltig verändern, was innerhalb der kurzen Präsentation natürlich noch nicht eindeutig gezeigt werden konnte.

Ihr solltet Twin Mirror im Auge behalten, wenn...

... ihr euch nach Twin-Peaks-ähnlichen Geschichten sehnt oder endlich wieder einen narrativen Psycho-Thriller spielen möchtet, der euch schwierige Entscheidungen abverlangt.

Twin Mirror soll noch 2020 für PC, PS4 und Xbox One erscheinen. Im Gegensatz zu Life is Strange handelt es sich nicht um ein Episoden-Abenteuer; ihr werdet also sofort das gesamte Spiel erhalten.

Bisherige Stärken in der Präsentation

  • Atmosphärischer, ruhiger Einstieg
  • Düsterer Schauplatz
  • Originelles Gameplay-Konzept: Gedankenpalast und imaginäres Double
  • Entscheidungen im Spiel sollen den Verlauf ändern
  • Aufdecken von Hinweisen soll neue Dialogoptionen freischalten
    • Wie unterschiedlich kann die Story verlaufen?

Bisherige Schwächen in der Präsentation

  • Gesichtsanimationen haben in der Präsentation noch nicht überzeugt

Kleine, gute Spiele, dir ihr sicherlich noch nicht kennt (aber kennen solltet!):

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Twin Mirror steht und fällt mit der Story wie auch mit der Integration des Gedankenpalastes ins Spiel: Viele der Gameplay-Möglichkeiten und Entscheidungen deuten auf eine Geschichte hin, die sich im Verlauf an den Spieler anpasst. Kurz gesagt: Hält es das Versprechen, könnte uns Twin Mirror in einem faszinierenden Psycho-Thriller ertränken. Bleibt es aber linear und gaukelt jene Entscheidungsfreiheit nur vor, wird es wahrscheinlich nicht sehr aus der Masse an anderen Mystery-Adventures herausstechen. Hoffen wir das Beste, bis es Ende 2020 für PC, PS4 und Xbox One erscheint.