Verrücktes Experiment: Streamer lebt sein Leben eine komplette Woche nonstop in VR

Robert Kohlick

7 Tage lang VR – Pausen gibt es nicht. Was klingt wie der Auftakt des Science-Fiction-Thrillers Ready Player One ist in Wirklichkeit ein verrücktes Experiment, das der YouTuber und Streamer Jak Wilmot auf seinem Channel „Disrupt“ abgehalten und dokumentiert hat. Das war sein Fazit nach einer Woche in der virtuellen Realität.  

Verrücktes Experiment: Streamer lebt sein Leben eine komplette Woche nonstop in VR
Bildquelle: YouTube/Disrupt.

Arbeiten, Sport machen, Kochen, Filme und Serien gucken, Freunde treffen, Partys feiern, Duschen und Schlafen – Alltag für uns. Doch funktioniert das Ganze auch in VR? Wie verändert sich unser Leben, wenn wir es von der echten in die virtuelle Welt verlagern?

Jak Wilmot hat es ausprobiert, eine komplette Woche lang in der virtuellen Realität verbracht und das Ganze auch noch livegestreamt. Im Anschluss an sein Experiment veröffentlichte der Mitbegründer des YouTube-Channels „Disrupt“ einen Zusammenschnitt seiner prägendsten Erlebnisse, in dem er zeigt, wie sich sein Leben während dieser Zeit verändert hat:

Eine Woche in der Zukunft – Aller Anfang ist schwer

Während seines Experiments musste Jak auf mehrere VR-Headsets zurückgreifen. Die Kabellänge einer einzigen Brille reichte nicht aus, um sich vollkommen frei in der Wohnung bewegen zu können. Zusätzlich verdunkelte der VR-Liebhaber auch noch alle Fenster in seiner Wohnung – auf Wiedersehen, Biorhythmus! Vor dem Start des Experiments machte er sein Vorhaben auf Twitter publik. Einige unterstützen ihn, andere wiederum kritisierten ihn und rieten ihm davon ab. Doch das konnte Jak nicht umstimmen. Und so fiel der Startschuss für seinen einwöchigen Ausflug in die virtuelle Realität.

Den ersten Tag nutzte er, um sich an seinen neuen Tagesablauf in VR zu gewöhnen. Schon simple Tätigkeiten wie der Griff nach der Kaffeetasse führten zu Komplikationen und einigen unschönen Flecken auf dem Shirt. Was mich persönlich sehr überraschte: Mit dem Schlafen hatte Jak während des Experiments keinerlei Probleme. Um einschlafen zu können, startete er einfach die Netflix-App auf der Oculus Go und schaute so lange Serien, bis ihn schließlich die Müdigkeit übermannte.

Essen, Sport machen, Arbeiten – Der Alltag in VR

Nach dieser Eingewöhnungsphase stellte sich bei Jak so etwas wie ein Alltag ein: Sport machen, Essen, Arbeiten – alles kein Problem. Doch nach einiger Zeit sehnte er sich nach Gesellschaft und startete deswegen die App AltspaceVR. Das Programm war eine Art Social-Media-Plattform in VR, in der man allerlei Veranstaltungen beiwohnen oder selber abhalten konnte: Freiluftkinos, Konzerte, Meditationskreise, Stand-Up-Comedy-Clubs – das alles und noch viel mehr. Laut Jak ist es erstaunlich einfach, neue Menschen und Gruppen in VR kennenzulernen und mit ihnen zu kommunizieren – und genau das macht für ihn den unfassbar großen Reiz der virtuellen Realität aus.

Doch tun einem irgendwann nicht die Augen weh? Anfangs ja, doch irgendwann gewöhnten sich Jaks Glubscher an die neue Situation. Das war gleichzeitig auch der Moment, indem sich seine Zeitwahrnehmung komplett verabschiedete:

„Zeit ist jetzt nichts weiter als ein Konzept oder eine Zahl.“

Auch sein Gehirn schien immer weiter in die virtuelle Realität abzudriften, denn nach ein paar Tagen fing Jak an, sogar in VR zu träumen. Eine Erfahrung, die ihn verwirrte, da er nach dem Aufstehen immer noch in der virtuellen Realität war. Gehört das noch zum Traum? Oder ist das schon wieder „Realität“? Und ist das in dieser Situation überhaupt von Bedeutung?

Lapdance, Horrorfilm und Motorrad fahren – auch wir konnten bereits einige interessante Erfahrungen in VR machen: 

Oculus Go – Unser Ersteindruck.

„Die virtuelle Realität ist, was immer du willst.“

Je mehr das Experiment sich dem Ende nahte, desto mehr verspürte auch Jak den Drang, sich endlich aus dem VR-Headset zu befreien. Die letzten Stunden verbrachte er im Spiel Desert Bus. In diesem „Kleinod“ spielt man einen Busfahrer, der eine vollkommen gerade Strecke von knapp 580 Kilometern zurücklegen muss. Da der Bus aber schon etwas in die Jahre gekommen und somit nicht gerade der schnellste ist, dauert die Fahrt insgesamt rund 8 Stunden.

Nach rund 3 Stunden stürzte das Spiel jedoch ab und ließ Jak somit noch etwas Zeit, um über seine Erfahrungen mit VR, die er während der Woche gemacht hatte, nachzudenken. Sein kurzes und knappes Fazit:

„Die virtuelle Realität ist, was immer du willst.“

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Virtual Reality: 6 unfassbare VR-Erfahrungen, die Dich überzeugen werden.

Willkommen zurück – So fühlt sich das echte Leben nach einer Woche VR an

Nach insgesamt 168 Stunden in VR kehrt Jake zurück ins echte Leben. Er ist etwas desorientiert und schwindlig, seine Augen versuchen, sich an die „Bildwiederholungsrate der Realität“ zu gewöhnen. Nach einem Tag außerhalb der virtuellen Realität sind diese Probleme jedoch alle verschwunden. Jak hat keine trockenen Augen mehr, die Kopfschmerzen sind inzwischen verflogen und auch an seinen normalen Alltag hat er sich wieder gewöhnt.

Nur seine Sichtweise auf fremde Menschen scheint sich kurz nach dem Experiment temporär etwas gewandelt zu haben. Sie wirken auf ihn nicht wirklich wie Menschen, sondern eher wie NPCs oder Multiplayer-Charaktere. Klingt nach einem guten Startpunkt für die neue Staffel von Black Mirror, oder?

Was sagt ihr zu diesem verrückten Experiment von Jak Wilmot? Würdet ihr auch eine Woche in VR verbringen, wenn ihr könntet? Oder ist euch das echte Leben dann doch noch etwas lieber? Schreibt uns eure Meinung zum Thema gerne in die Kommentare.

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