Vorschau: Wie mir GRID die Angst vor Rennsimulationen genommen hat

Kamila Zych 2

GIGA GAMES-Redakteurin Kamila war nie ein großer Rennspiel-Enthusiast, geschweige denn, hat sie sich jemals an eine Rennsimulation gewagt. Während eines Anspiel-Events zu GRID sollte sich das ändern.

Um es vorweg schon mal klarzustellen: Meine Erfahrung mit Rennspielen ist nicht gerade groß. Als Kind habe ich liebend gerne Need for Speed gespielt, später auch sogar ein paar Stunden mit Need for Speed: Most Wanted verbracht. Inzwischen sind die einzigen Berührungspunkte, die ich mit dem Genre habe, gelegentliche Rennen in GTA Online und ein paar Spielabende mit Mario Kart auf der Switch – falls das überhaupt zu Rennspielen gezählt werden kann.

Der Trailer verrät schon einiges über das Spiel.

GRID: Ankündigungs-Trailer.

 

An Rennsimulaionen habe ich mich ohnehin nie rangetraut, weil ich dachte, dass das sowieso nur Hardcore-Spielern vorbehalten ist, die eine Leidenschaft für Motorsport haben. Darüber hinaus muss ich auch gestehen, dass das Meiste in diesem Gebiet für einen Laien wie mich sowieso alles gleich aussieht.

Und doch habe ich mich kürzlich dazu überreden lassen, auf ein Anspiel-Event zum kommenden GRID zu fliegen. Grund dafür war schlichtweg Neugier, ob ich vielleicht doch mit dem Genre warm werde und das Bedürfnis mal wieder ins kalte Wasser zu springen. Doch schon in den ersten Minuten des Events nahm mir Game Director Christopher Smith die Sorge, als er sagte, dass das Spiels sowohl für Hardcore als auch Casual-Spieler gleichermaßen konzipiert wurde – außerdem scheint es eine Art Soft-Reboot zu sein.

Grund dafür ist der dynamische Schwierigkeitsgrad, der jederzeit individuell eingestellt werden kann. So kannst du als Gelegenheitsspieler beispielsweise den Einfluss des Schadens am Fahrzeug komplett ausschalten und den Schwierigkeitsgrad auf leicht stellen, um ein vollkommenes Arcade-Gefühl zu erhalten. Simulation-Fans hingegen haben neben des Anhebens der Schwierigkeitgrades unter anderem die Möglichkeit, das ABS zu deaktivieren, wodurch die Autos eher dazu geneigt sind auszubrechen.

Manchmal kannst du dir Spiele besser vorstellen, wenn du sie in Aktion siehst. So ist es auch bei GRID. Hier ist der aktuelle Trailer zum Spiel.

GRID: Race For Glory Trailer.

Im Spiel erwarten dich drei Modi: Der Online-Modus, Karriere und das Event-Menü. Beim Anspiel-Event haben wir ausschließlich die beiden letzteren Modi gespielt. Im Event-Menü kannst du ein Rennen nach deinem Belieben zusammenstellen. Hier kannst du unter anderem aus den Auto-Klassen Touring-Cars, Stock Cars, Tuner, GT, Invitational wählen und dich für eine von insgesamt 92 Routen entscheiden, sowie ihre Wetterbedingung und Tageszeit bestimmen. Der Karriere-Modus ist vergleichbar mit einer klassischen Kampagne, in der du eine Reihe von Challenges zu jeder Auto-Klasse abschließen musst, um letzten Endes den sogenannten „Showdown“ freizuschalten – das ist ein 2-gegen-2-Rennen zwischen dir und deinem Teammate und zwei weiteren KIs.

Apropos KI: Diese nimmt eine besondere Rolle in GRID ein. Insgesamt 400 KIs soll es laut Smith im Spiel geben. So wie im wahren Leben auch jedes Rennen unvorhersehbar ist, sollen sich die Rennen in GRID ebenfalls unkalkulierbar anfühlen. Die KIs können dementsprechend jederzeit zufällige Ereignisse hervorzurufen, zum Beispiel einen Auto-Crash durch eine scheinbar menschliche Unachtsamkeit auslösen. Einige KIs fungieren als Teammates, die deine Position während Rennen verteidigen oder Rivalen offensiv angreifen können.

Pro Rennen steht dir ein Teammate zur Verfügung, du kannst aus insgesamt 72 Fahrern wählen, die alle unterschiedliche Charakteristiken besitzen. So kann ein Teammate zwar ein sehr guter Fahrer sein, dich aber nicht besonders gut leiden und damit deine Befehle auf der Piste ignorieren. Letzteres spiegelt sich im Grad seiner Loyalität wider.

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Neben Teammates musst du dich auch auf eine sogenannte Nemesis gefasst machen. Das sind Fahrer, die durch eine bestimmte Action von dir getriggert werden und im Anschluss versuchen, dich um jeden Preis aus dem Rennen zu kicken. Insgesamt fünf Nemesis-Fahrer kannst du pro Rennen – online sowie offline – auf dich hetzen. Wenn du also ein sehr offensiver Fahrer bist, solltest du auf der Hut sein, denn jeder Fahrer bekommt mit seiner Verwandlung in eine Nemesis gleichzeitig auch einen Skill-Boost.

Aber keine Sorge; bist du nämlich so wie ich, kein besonders geübter Racing-Gamer, kannst du auch hier den Schwierigkeitsgrad in Bezug auf deine Gegner anpassen. So kannst du sichergehen, dass selbst dann kein Frust aufkommt, wenn du von fünf Nemesis-Fahrer verfolgt wirst.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich beim Anspielen den Unterschied zwischen leichtem und angestiegenem Schwierigkeitsgrad nicht wirklich bemerkt habe, sowohl in Bezug auf die Nemesis-Fahrer als auch in Bezug auf das Gameplay allgemein. Mag sein, dass sich der Unterschied erst bei größeren Schwierigkeitsänderungen bemerkbar macht, es kann allerdings auch daran liegen, dass die KI bislang noch nicht ganz ausgereift ist.

Außerdem fand ich es schade, dass ich durch auf der Fahrbahn liegende Autoteile einfach durchfahren konnte – da würde etwas mehr Simulation sicherlich nicht schaden. Ich hoffe, dass die Entwickler sich in Bezug auf die KI noch ein wenig Zeit nehmen, damit diese noch authentischer und unberechenbarer wirkt und so ein Gefühl von tatsächlicher Rivalität aufkommt.

Solltest du dich fragen, wie es mit der Personalisierung von Fahrzeugen in GRID aussieht, dann lies gerne hier weiter: Es gibt die Möglichkeit, Fahrzeuge zu personalisieren, doch diese Änderungen sind, soweit ich es beobachten konnte, ausschließlich kosmetisch. Mit jedem erfolgreich abgeschlossenen Rennen steigst du in deinem Level auf und erhältst Geld, womit du Skins freischalten oder kaufen kannst. Darüber hinaus gibt es sogenannte Banner und Panels, also Hintergründe für dein Profil und deinen Gamertag, die du mit steigendem Level – ähnlich wie in Destiny – freischalten und anpassen kannst. Die sogenannten Accolades sind eine Art „Achievements innerhalb von Achievements“. Diese erhältst du nach erfolgreichem Abschluss einer Aufgabe und kannst sie in Form von Stickern auf dein Profil „kleben“, das für jeden Online-Spieler sichtbar ist.

Apropos Need for Speed – erkennst du immer den Unterschied?

 

Immerhin kann ich abschließend sagen, dass mir GRID gezeigt hat, dass meine Angst vor Rennsimulationen total unbegründet war. Der dynamische Schwierigkeitsgrad des Spiels ermöglicht es mir, mich langsam an das Genre heranzutasten, indem ich zunächst „arcadig“ beginne und nach und nach den Grad der Simulation hochschrauben kann.

Auch wenn ich bei dem Event kein einziges Mal als Sieger aus einem Rennen hervorging, hat mir das Spielen sehr viel Spaß gemacht – und genau das ist auch laut Smith auch das Ziel von GRID. In diesem Sinne: Mission accomplished. GRID erscheint voraussichtlich am 13. September 2019 für PS4, Xbox One und den PC.

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