Auf der Suche nach günstigen Angeboten landet man immer wieder bei betrügerischen Shops. Wenn die Preise zu gut sind, aber man zum Beispiel nur per Vorkasse bezahlen kann, sollte man misstrauisch werden. Der Shop handwerkerpalast.de gehört definitiv zu diesen Shops. GIGA erklärt euch, warum ihr hier nicht kaufen solltet.

 

Ratgeber

Facts 

In letzter Zeit häufen sich die Internet-Meldungen zum Onlineshop handwerkerpalast.de. Viele Opfer berichten davon, dort gekauft und bezahlt, aber keine Ware erhalten zu haben. Grundsätzlich ist das Angebot verlockend, zumal die Preise noch deutlich günstiger als bei der billigsten Konkurrenz sind. Aber spätestens bei der Bezahlung solltet ihr genauer hinsehen.

So erkennst du Fake Shops

Was stimmt nicht bei handwerkerpalast.de?

Die Frage lässt sich leicht beantworten: Bei handwerkerpalast.de ist einfach alles gefälscht!

  • Das fängt mit der Telefonnummer an, die ihr nicht anrufen könnt, weil sie gar nicht existiert.
  • Alle Daten im Impressum sind gefälscht.
  • Trotzdem auf der Web-Seite auch die Zahlungsarten Kreditkarte, Nachnahme und Rechnung angeboten werden, kann man nur per Vorkasse bezahlen.
  • Während eine Zeitlang in der Rechnung eine spanische Kontonummer genannt wurde, ist es augenblicklich ein Konto der Bank N26. Genannt wird dort als Kontoinhaber ein „David G. Sanz“, der im Firmenimpressum nirgends auftaucht.
  • Die angegebene Handelsregisternummer AG Leipzig HRB 14375 ist bereits für eine andere Firma vergeben.
  • Die Umsatzsteuer-ID ist ebenfalls ungültig.

Über die Bank N26 können betrogene Kunden versuchen, ihr Geld zurückzuerlangen. Als Bankverbindung wird aktuell angegeben:

Kontoinhaber: David G. Sanz
IBAN: DE73 1001 1001 2624 3785 08
BIC: NTSBDEB1XXX

Dazu sollte man dann aber auch gleichzeitig eine Anzeige bei der Polizei erstatten. Wartet dazu nicht ab, ob vielleicht doch noch etwas kommt oder jemand auf eure E-Mails reagiert. Ihr werdet keinen Support erhalten und die Telefonnummer ist ohnehin gefälscht.

Bei der Anzeige solltet ihr nach Möglichkeit auch Screenshots der Webseite, des Impressums und der Rechnung mitliefern.

Was soll man tun, wenn man dort bestellt hat?

Solange ihr noch nicht bezahlt habt und nur misstrauisch geworden seid, könnt ihr euch glücklich schätzen. Selbst wenn sich die Firma wider Erwarten noch melden und den Betrag anmahnen sollte, könnt ihr diese E-Mails getrost ignorieren. Zwar hätte ein korrekt handelnder Shop-Betreiber durchaus das Recht, den geschlossenen Vertrag einzufordern, aber dann müsste er auch liefern. Das wird in diesem Fall nicht passieren.

Wenn ihr jedoch bezahlt habt und erst im Nachhinein feststellt, dass da nichts kommt, dann wird es schwierig. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sitzen die Betrüger im Ausland. Sie verstecken sich hinter einem anonymen Hosting in den USA und ihre E-Mail wird von einem Anbieter betrieben, der die Verbindung beliebiger E-Mail-Adressen mit eigenen Domains anbietet. Es ist für deutsche Ermittlungsbehörden zu kompliziert, die Hintermänner zu finden. Möglicherweise wird eine Anzeige sogar wegen des angeblichen „geringen Schadens“ abgelehnt.

In dem Fall könnt ihr derzeit versuchen, über den Support der Bank an euer Geld zu kommen. Aber beim nächsten Wechsel zu einem ausländischen Konto hat sich diese Möglichkeit auch erledigt.

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