Was ist ein QR-Code und wie funktioniert er?

Marco Kratzenberg

Diese seltsam schraffierten Quadrate begegnen euch im täglichen Leben immer häufiger – auf Produkten, Webseiten oder Werbeplakaten. Aber was ist ein QR-Code eigentlich, welche Aufgaben erfüllt er und wofür wurde er ursprünglich entwickelt? GIGA klärt auf…

Der QR-Code stammt aus Japan – aber anders, als viele glauben mögen – hat er ursprünglich nicht zu Webseiten oder Werbeinformationen weitergeleitet. Die Technik wurde bereits 1994 entwickelt und in der japanischen Autoindustrie eingesetzt, um Bauteile zu markieren. Der Name QR steht für „Quick Response“ – also „Schnelle Antwort“.

Auch bei Pokemon könnt ihr QR-Codes nutzen:

Pokémon Sonne und Mond – So benutzt ihr die QR-Codes.

Was ist ein QR-Code und was kann er?

Prinzipiell ist ein QR-Code ein Informationsspeicher für Lesegeräte. Die darin enthaltenen Informationen können von speziellen Scannern, aber auch von der Kombination aus Handykameras und Software, erkannt und ausgelesen werden.

Der Informationsgehalt hängt davon ab, wie viele einzelne Punkte eine Reihe des Quadrats enthält. Es wird zwischen 4 Stufen unterschieden: Der Level Low enthält 21 mal 21 Elemente, der Level High 177 mal 177 Punkte. Im Level High lassen sich so bis zu 4.296 alphanumerische Zeichen codieren – also Buchstaben, Zahlen, Satz- und Leerzeichen.

Gleichzeitig enthält der QR-Code noch eine eingebaute Fehlerkorrektur, die im Extremfall bis zu 30% des Codes wiederherstellen kann, wenn er beschädigt oder unvollständig ist. Durch den Aufbau des Codes und die Fehlerkorrektur ist es möglich, funktionierende QR-Codes in fast jeder Größe zu erzeugen. Die Quadrate können problemlos kleiner als 1 mal 1 cm sein, aber auch wandfüllend. Solange die Kamera einzelne Punkte unterscheiden kann, arbeitet der Code.

Übrigens dürfen QR-Codes selbst kostenfrei erzeugt und genutzt werden, aber den Namen „QR-Code“ hat sich die Firma Denso Wave als eingetragenes Warenzeichen schützen lassen.

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Pokémon Ultrasonne und Ultramond: QR-Codes für alle Pokémon

Mögliche Daten in einem QR-Code

Meist werden QR-Codes im Alltag eingesetzt, um eine Internetadresse weiterzugeben. Das erspart das Abtippen langer Adressen. Als „Scanner“ dienen in dem Fall Smartphones, deren Kamera das Bild „betrachtet“ und den Code danach durch einen „QR-Code-Reader“ übersetzen lässt.

Ihr könnt mit einem QR-Code auch ein WLAN-Login weitergeben. Das klappt zumindest mit Android-Smartphones und hat den Vorteil, dass der Gast eures WLAN das Passwort gar nicht erfährt, sondern der Zugang direkt mit dem Code eingerichtet wird.

Hier habe ich mal einen Beispiel-QR-Code erzeugt, der auf diese Webseite weiterleitet:

Neben diesen „öffentlichen Anwendungen“ wird der QR-Code schon lange in der Industrie genutzt. Ähnlich wie Barcodes werden damit Informationen auf Artikeln oder Bauteilen gespeichert. Das können Lagerhaltungs-Angaben sein, aber auch lange Textinformationen über den Zusammenbau der Teile, über den Kunden oder die Materialbeschaffenheit.

Vermutlich werden euch die kleinen Codes in Zukunft immer häufiger begegnen. Sie eignen sich hervorragend als Werbemittel und werden dafür auch schon oft eingesetzt.

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