Amazons Styling-Tipp-Kamera „Echo Look“ erntet Kritik und Spott im Netz

Stefan Bubeck

Amazons virtuelle Assistentin Alexa kann jetzt (zu)sehen, zumindest mit der neuen Kamera-Hardware „Echo Look.“ Der Nutzen: Sie schaut den Nutzern beim Einkleiden zu und soll dann passende Styling-Tips geben. Ein Datenschutz-Albtraum? Die Funktion und das Herstellervideo sind so bizarr, dass entsprechende Reaktionen nicht lange auf sich warten ließen.

Amazon Echo Look – Offizielles Herstellervideo.

Amazons neueste Hardware-Kreation ist im Wesentlichen ein Echo (Smarter Lautsprecher mit Alexa-Integration), der um eine Kamera erweitert wurde. „Echo Look“ kann also den Wetterbericht vorlesen oder eben – und das ist neu – Fotos und Videos auf Zuruf machen. Echo Look ist aber mehr als nur eine Selbstauslöser-Knipse. Eine Funktion namens „Style Check“ bietet den Nutzerinnen und Nutzern Hilfe bei Modefragen an. Dahinter stecken sowohl echte „Fashion Spezialisten“ als auch künstliche Intelligenz (Machine Learning). So lassen sich verschiedene Outfits ausprobieren, abfilmen, hochladen und checken. Amazon verrät dann, welcher Look besser steht oder was gerade angesagt ist.

Amazon Echo Look soll 199 US-Dollar kosten, Interessenten können sich für eine Einladung anmelden und bekommen eine Benachrichtigung, wenn das Gadget verfügbar ist.

Weiterführend zum Thema:
Amazon Echo und Echo Dot im Test

Amazon Echo Look: „Wenn dir Spiegel zu Mainstream sind.“

So manchen Menschen ist ein „lauschender“ Assistent schon suspekt, aber eine Alexa, die nun auch noch ins Schlafzimmer schaut und das dort Gesehene ins Netz beziehungsweise auf Amazons Server (Amazon Cloud) überträgt, ist offenbar einigen Kritikern dann endgültig zu viel. Auf Twitter weist die Soziologin Zeynep Tufekci darauf hin, dass Amazon anhand der (360-Grad-)Körperaufnahmen analysieren könne, ob jemand „schwanger oder depressiv“ sei. Auch das Magazin Motherboard sieht das so und betont, dass die Kombination aus (Überwachungs-)Kamera und künstlicher Intelligenz das Ganze in die Nähe der düsteren Science-Fiction-Serie „Black Mirror“ rücke.

Auf YouTube sind die Kommentare weniger geistreich, aber umso gehässiger. Neben unverblümten Anspielungen auf Nacktfoto-Skandale findet sich auch die Frage, ob es sich bei Amazon Echo Look um einen Aprilscherz handle oder warum man nicht „einfach einen Spiegel“ nutzen solle. Einer der Kommentatoren meint: „Das könnte das Intro eines Films sein, der zeigt, wie die Menschheit die Kontrolle über die Technik verliert.“

Aktueller Stand der Bewertungen für das Ankündigungsvideo: 1.632 Daumen hoch und 2.859 Daumen runter – das ist nicht der beste Start für ein neues Produkt, aber vielleicht glätten sich die Wogen der Aufregung noch.

Quellen: Amazon, Motherboard

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