Liebe GIGA-Leser, bitte ganz tapfer sein oder schnell wegklicken. Dieser Text soll kein Test sein, sondern ein ganz persönlicher Stimmungsbericht. Über erste Erfahrungen mit Amazons Alexa und Google Home. In meinem Wohnzimmer. In meinem Leben. 

 

Amazon Echo

Facts 
Amazon Echo

Noch da? Schön ... Kurz zu mir: Ich sollte eigentlich die Steve-Jobs-Jeff-Bezos-Bill-Gates-Medaille in Bronze erhalten, weil ich viel zu viel Zeit und Geld als Early-Adaptor (warum eigentlich nicht Early Bird?) den marktfrischen Beta-Produkten der Tech-Industrie geschenkt habe.

Aber you know what? Es macht auch Spaß, auch wenn byzantinische Installations-Software und verhexte Hardware für einige meiner grauen Haare (bestimmt am Bart!) verantwortlich sind.

Alexa, hörst Du mein Rufen? Der adipöse graue Hockey-Puck von Amazon (Echo Dot) verrichtet schon seit einigen Monaten brav seine Mithör-Pflicht in meiner Wohnung. Mein Sohn lässt sich gerne Witze vortragen, („Alexa erzähl mir einen Kinderwitz“) und ist mit seinen acht Jahren fasst immer exzellent unterhalten. Als dilettantischer Hobby-Koch liebe ich die Timerfunktion, gerade damit mir die Frühstückseier mal nicht missglücken.

Das Thema Shopping-Liste oder Ordern von Spülmaschinen-Tabs hat bislang noch nicht richtig funktioniert, aber ich bin wahrscheinlich zu doof dafür. Immerhin: Ich kann mir die Regenwahrscheinlichkeit für den Tag vorbeten lassen („Berlin, Sommer 2017“ – muss ich mehr sagen?) und meine täglichen Arbeitstermine verschrecken motivieren mich hinreichend.

Kürzlich sind neue Alexa-Skills („Alexa, was gibt es heute im Kino“) dazugekommen, manche mehr, manche weniger sinnvoll. Es fehlt ein wenig daran, dass Alexa von sich aus tätig wird. Aber ich bin immer wieder überrascht, wie gut und aus welcher Entfernung das kleine Ding die Stimmen und die Sätze von verschiedenen Menschen versteht. Dazu gibt es ein kleine spacige blaue Light-Show wenn Alexa „nachdenkt“, also online nach Antworten und Aktionen fahndet. Die 70er sind am Leben.

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Deutschlandstart von Google Home: Auch GIGA ist mit dabei!

Seit heute, Freitag, versteht auch Google Home Deutsch. Ich hab mir das gartenzwerggroße Teil schon vorher bei eBay gekauft (in Deutschland gibt es Google Home erst ab dem 8. August) und am Anfang wurden nur English und Französisch unterstützt. Leider: Kein USB-Netzteil, sondern Marke Eigenbau. Da ist Amazon besser. Die Optik erinnert etwas an eine Blumenvase ohne Blumen und es gibt die Google-Punkte als farbenfrohe Unterhaltung für schlichte Gemüter.

Noch sind die Google-Witze nicht auf Alexa-Niveau und seltsamerweise lässt sich der Arbeitskalender nicht ordentlich anhören (obwohl wir bei GIGA mit Google als Enterprise-Software arbeiten). Aber dafür war ich begeistert mit: „OK, Google wo ist die nächste Post-Filiale“ In der US-Version hat Google Home sogar die Navigation verraten, ob zu Fuß oder per Auto. Das klappt hier (noch) nicht.

Zum Start hat Google auch jede Menge Medienhäuser dabei. Auch die GIGA-Mutter Ströer ist dabei, die Kollegen von T-Online liefern jede Menge Stoff fürs Ohr. Und wir von GIGA die Audio-Version des TECH.täglich.

Amazon Echo Dot und Google Home Mini im Vergleich

Der Pakt um meine Daten-Seele geht in die nächste Runde

Jetzt kommt der in Deutschland obligatorische Warnabsatz: Ja, der Feind, der nur meine Daten will, sitzt jetzt im Wohnzimmer und hört 24 Stunden mit (zumindest sagt mir das meine berüchtigte Paranoia, auch wenn Amazon und Google es abstreiten). Datenschützer bekommen bei der Vorstellung Magengeschwür und auch mir ist nicht immer wohl dabei. Aber erstmal will ich spielerisch sehen, ob die Dinger meinen Alltag und mein Leben verbessern. Der Pakt um meine Daten-Seele geht in die erste Runde.

Wenn Google Home sich bei mir richtig zuhause fühlt, schreibe ich mehr und kann die beiden Geräte und Ansätze besser vergleichen. Die Art, wie wir uns informieren, Shoppen und via Internet vernetzen, wird sich durch den Voice-Ansatz der beiden Geräte verändern. Ende des Jahres kommt Apple mit dem HomePod dazu und macht das Spiel noch spannender. Mittelfristig wird das bedeuten: Weniger das Gesicht vor dem Smartphone, hoffentlich mehr „facetime“ mit anderen Menschen.

Enjoy your weekend!
Klaus Madzia

PS: Bei Lob oder Kritik hinterlasst uns gerne einen Kommentar – oder schreibt mir direkt: k.madzia@stroeermediabrands.de

Hinweis: Die hier geäußerten Erfahrungsberichte können, müssen aber nicht mit der Meinung der GIGA-Redaktion übereinstimmen.

Amazon Echo: Wie sind eure Erfahrungen?