Bose Soundlink Revolve: Klangqualität

Stefan Bubeck 1

Mittlerweile keine Überraschung mehr: Der Revolve klingt größer, als er aussieht. Das kennen wir auch von anderen Bose-Lautsprechern, der Ruf des Herstellers eilt auch diesem Modell voraus. Die Konkurrenz kann zwar stellenweise mithalten oder sogar in bestimmten Aspekten vorbeiziehen, trotzdem kann man sich sicher sein: Wenn man sich einen (kostspieligen) Bose holt, dann bekommt man diesen Wow-Effekt beim Musikhören. Beim Revolve fällt das Staunen allerdings deutlich schwächer aus, als etwa beim Soundlink Mini 2, der als winzige Stereoanlage durchgeht und Konkurrenzprodukten den Angstschweiß auf die Stirn treibt.

Ein ordentliches Bassfundament, klare und niemals scharfe Höhen, ein insgesamt sehr natürlicher Klangeindruck: Der Revolve ist super abgestimmt und bringt den herstellertypischen druckvoll-groovigen Sound mit. Kein Feingeist und kein trockener Analytiker – sondern ein spaßbetonendes Allroundtalent mit etwas mehr Wumms, als das kompakte Gehäuse erwarten lässt. Trotzdem eben nur Mono und noch dazu in alle Richtungen abgestrahlt: Jeder Zuhörer bekommt einen ordentlichen Klang, egal wo er sitzt. Aber das Erlebnis ist unterm Strich bauartbedingt nüchterner als bei einem Stereosystem – der Revolve ist eben eher ein Gadget zur Hintergrundberieselung beim Come-Together, als ein Klangwunder für den individuellen Musikgenuss.


Interessant ist der Aspekt der Aufstellung: Der Bose Soundlink Revolve kann durchaus unterschiedlich klingen. Zentral auf einer glatten Tischfläche platziert treten die Höhen reflektionsbedingt etwas hervor, insgesamt wirkt das eine Spur zu hell im Klang. Ganz anders auf einer Picknick-Decke: Hier wirkt sich das Prinzip des nach unten gerichteten Schalls hörbar aus, der Sound erklingt abgerundeter und ausgewogener. Dreht man über die Hälfte des Volumens auf, wächst der Klang über sich hinaus, da muss man schon zweimal hinhören, so kräftig ist der Auftritt. Die Bässe bleiben kontrolliert, erst ganz aufgedreht komprimiert der Klang etwas. Die maximale Lautstärke ist stattlich und dürfte im Alltag praktisch nicht zum Einsatz kommen.

Bilderstrecke starten(11 Bilder)
Achtung, heiß! Hier sind die besten Gadgets für den Sommer

Bose Soundlink Revolve: Fazit und Wertung

Bose macht mit dem 360-Grad-Bluetooth-Lautsprecher Revolve einmal mehr alles richtig: Der kompakte Speaker bringt Outdoor-Qualitäten mit, spielt im Konkurrenzvergleich klanglich ganz oben mit und ist top gestaltet und verarbeitet.


In Anbetracht des hohen Preises (UVP 229 Euro) und der immer härteren Konkurrenz ist ein bedenkenloses Zugreifen allerdings nicht zu empfehlen – es sollten unbedingt einige Fragen vorab geklärt sein: Brauchst du einen Rundum-Klang, weil du oft mit Freunden im Freien chillst oder sitzt du eher alleine auf der Terrasse? Welchen Stellenwert haben gutes Design und hohe Verarbeitungsqualität für dich, reicht nicht vielleicht auch ein einfacheres Modell aus den unteren Preisklassen? Der Revolve deckt die Fälle ab, in denen ein nicht die perfekte Lösung darstellen kann, weil dieser vornehmlich in eine Richtung abstrahlt und weniger robust gegen Außeneinflüsse ist.

Das Ideal-Szenario für den Bose Soundlink Revolve: Eine gesellige Runde im Stadtpark oder am Baggersee, in der Mitte der Lautsprecher, es läuft eine abwechslungsreiche Summertime-Playlist auf mittlerer Lautstärke. Alle bekommen die gleiche natürlich abgestimmte Soundqualität zugespielt, nebenbei wird gequatscht und gelacht. Egal, wie lang der Tag und der Abend werden sollten, der kleine Klang-Zylinder macht ausdauernd mit, bis alle nach Hause gehen.

Klingt das ansprechend? Dann ist der Bose Revolve der richtige Lautsprecher für dich.

Klang Sprache: 80 Prozent
Klang Musik: 85 Prozent
Ausstattung: 80 Prozent
Praxis: 80 Prozent
Gesamt: 81 Prozent

Gigaaward-Bose-Soundlink-Revolve

Vorteile

  • 360-Grad Abstrahlung sorgt rundum für die gleiche gute Klangqualität
  • Natürlicher und kräftiger Sound mit großer Pegelreserve
  • Ansprechendes Design, Top-Verarbeitung (mit Spritzwasserschutz)

Nachteile

  • Der Mono-Sound nimmt manchen Songs einen Teil ihrer Atmosphäre

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung