Bowers & Wilkins Formation Wedge im Test: Der WLAN-Lautsprecher für den Connaisseur

Stefan Bubeck 1

Sonos-Lautsprecher und Apples HomePod sind vernetzbar und sorgen für guten Sound. Die neue B&W Formation Wedge bewies nun bei GIGA: Dieser Edel-Lautsprecher kann das auch und klingt dabei noch eine (120-Grad-)Ecke besser – ein nützliches Feature wurde hier allerdings weggelassen.

Bowers & Wilkins Formation Wedge im Test: Der WLAN-Lautsprecher für den Connaisseur
Bildquelle: GIGA.

Bowers & Wilkins Formation Wedge: Unser Testurteil

Fabelhaft verarbeiteter und großformatiger Multiroom-Lautsprecher (Breite: 44 cm), der sich mit 999 Euro (UVP) preislich klar oberhalb der Konkurrenz platziert. Das Design ist mutig und sicherlich auch kontrovers (das war auch schon der B&W Zeppelin): Statt auf die klassische Quaderform setzt Bowers & Wilkins auf ein eher keil- oder muschelförmiges Gehäuse, kombiniert mit einer schicken Front, deren wabenförmiger Stoffbezug eine gewisse Exklusivität kommuniziert.

Der Klang erfüllt die hohen Erwartungen – allerdings erst ab einem gewissen Pegel. Bei leisen Lautstärken klingt uns die B&W Wedge etwas zu dünn, kann sich kaum von einer günstigen Bluetooth-Box absetzen. Dreht man aber auf „gehobene Zimmerlautstärke“ auf, so passiert ein Wunder: Dann zeigt der britische Multiroomlautsprecher, wo der Hammer hängt. Satt, detailreich, natürlich – die Wedge hängt mühelos kleinere Stereoanlagen ab und lässt auch einen (einzelnen) Apple HomePod links liegen.

Technisch passt alles, wenngleich man hier optimistisch in die Zukunft blicken muss. Bei einem Multiroom-Produkt ist die Software der entscheidende Faktor. Der erste Wurf scheint uns gelungen – wenngleich Bowers & Wilkins die „Home-App“ (Android und iOS) nicht als Zuspieler nutzt (so wie es etwa Sonos tut), sondern auf AirPlay 2 und Spotify Connect verwiesen wird. Wenn es sein muss, darf es auch Bluetooth sein. Was uns ganz klar fehlt, ist eine Raumeinmessung – jenes Wundermittel, mit dem Apple HomePod, Google Home Max und alle Sonos-Lautsprecher guten Klang auch unter schwierigen Bedingungen erreichen. Bei der Formation Wedge bleiben erstmal nur händische Methoden, nämlich der Equalizer und eine geschickte Positionierung des Geräts.

Fazit: Mit diesem feinen WLAN-Lautsprecher ist der Musik-Connaisseur auf der sicheren Seite. Wo Amazons Echo-Reihe und auch der ähnlich große Google Home Max ob ihrer Klangqualität Rüffel einstecken mussten, spielt die B&W Wedge mit ihrer audiophilen Wiedergabe jeden Skeptiker in einen Zustand vollster Zufriedenheit. Bleibt da noch der recht hohe Preis, der so manchen vielleicht lieber zu einer Sonos Play:5 greifen lässt. Aber irgendwer muss schließlich auch das exklusive obere Ende der Fahnenstange abbilden – ein Bereich, in dem schon immer Bowers & Wilkins zu finden war, weil die Briten das ganz einfach drauf haben. Das zeigt sich ein weiteres Mal mit der edlen Formation Wedge: Sie ist eine technische Machtdemonstration im Luxussegment.

Bowers & Wilkins Formation Wedge: Testwertung

  • Klang: 95 Prozent
  • Ausstattung: 70 Prozent
  • Praxis: 75 Prozent

Gesamt: 84 Prozent
Der Klang geht zu 50 Prozent in die Gesamtnote ein.

Das hat uns gefallen

  • Klang: Bemerkenswert ist die Wiedergabe von Gesangstimmen (z.B. oder ), die so klar und emotionsgeladen präsentiert werden, dass man beim Anhören eine Gänsehaut bekommt – aber erst, wenn man ein wenig aufdreht. Dann klingt die Wedge auch ein paar Ellen größer (Stereopanorama), als sie tatsächlich ist. Feingeistig, natürlich und raumfüllend spielt sich die Formation Wedge ab einer gewissen Lautstärke an der Konkurrenz vorbei. Bei zeigt die Wedge, dass sie auch dynamisch-ampackend und pegelfest auftreten kann, wenn es der Song so verlangt.
  • Verarbeitung und Look: Das Design der stoffbespannten Front zieht Blicke auf sich und reagiert auf unterschiedliche Lichtsituationen mit einem samtartigen und edel wirkenden Glanz. Die Formation Wedge bringt also nicht nur Musik ins Haus, sie gibt auch dem Interieur einen bestimmenden Spin mit. Das heißt aber auch: Sie fordert etwas Bühne um sich herum ein, damit sie optisch zur Geltung kommt. Zum Verstecken zu schick.

Das fanden wir nicht so gut

  • Mittlerer bis hoher Pegel erforderlich: Bei niedrigen Lautstärken spielt die B&W Formation Wedge unterhalb ihres Könnens – das Stichwort für alle Technikinteressierten lautet an dieser Stelle „Gehörrichtige Lautstärke-Entzerrung“. Hoffentlich wird ein zukünftiges Software-Update die Option mitbringen, eine automatische Loudness-Funktion zu aktivieren – das wäre aus unserer Sicht wünschenswert.
  • Keine Raumeinmessung und -anpassung: Bei Sonos sondiert man den Raum mit dem Handy, beim Apple HomePod und beim Google Home Max passiert es sogar von ganz alleine – die Lautsprecher verändern ihren Output anhand von Erkenntnissen über das Klangbedingungen am Ort der Wiedergabe. Die Raumakustik ist nun mal ein entscheidender Faktor, den man heutzutage mit Messung und DSP sehr gut in den Griff bekommen kann – hier wird B&W früher oder später eine Antwort liefern müssen.

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