Zunächst wäre da einmal der Preis: Dafür, dass der iPod Hi-Fi nicht mehr war als „nur“ ein guter Lautsprecher, war er mit 349 US-Dollar – 349 Euro in Deutschland – ziemlich teuer. Interessant ist, dass der HomePod zumindest in den USA genau so viel kostet wie sein Vorgänger. Auch jetzt fragen sich Kunden wieder, ob 349 Dollar für einen Lautsprecher nicht ziemlich übertrieben ist.

Allerdings besteht hier nur auf den ersten Blick eine Parallele: Der HomePod ist ein viel aufwendigeres Produkt. In ihm arbeitet der aus iPhones und iPads bekannte Apple-A8-Chip; im neuen Lautsprecher befindet sich quasi ein Computer. Dieser hilft dem HomePod ebenso wie diverse Sensoren dabei, den Sound optimal an die Umgebung im Zimmer anzupassen. Das Ergebnis kann sich ersten Berichten zufolge wirklich hören lassen.

HomePod ist smart, iPod Hi-Fi war dumb

Beim iPod Hi-Fi war derweil nichts intelligent – ihn mussten audiophile Benutzer taktisch in einem Zimmer positionieren. Dafür gab es immerhin Stereo-Sound, wenn auch die beiden Lautsprecher recht nah beieinander waren. Der HomePod bietet nur dann Stereo-Musik, wenn sich der Kunde gleich zwei Exemplare kauft. Dann werden aber schon fast 700 Dollar fällig.

Sollte der HomePod erfolgreicher werden als der iPod Hi-Fi, könnte es auch noch Nachfolger geben. Wie diese aussehen könnten, seht ihr in der Bilderstrecke.

Außerdem bietet der HomePod eine Anbindung an Apple Music – das „Radio“ unser Zeit. Eine über den Apple-Sender Beats 1 hinausgehende Anbindung an Internet-Radio fehlt aber. Hat Apple da erneut geschlafen und bietet den Kunden zu wenig Vielseitigkeit? Kurios ist ja, dass sich am iPod Hi-Fi andere Geräte immerhin mit einem Audio-Kabel verwenden ließen. So schließe ich auch heute mein iPhone dran an. Dem HomePod fehlt wiederum die Klinkenbuchse, was viele Kunden ähnlich ärgerlich finden dürften wie die iPod-Hi-Fi-Kunden den fehlenden Radio-Tuner.

Phil Schiller: „Wir können jetzt Lautsprecher bauen“

Es ist nicht verwunderlich, dass Apple den iPod Hi-Fi seit der Präsentation des HomePod mit keinem Wort erwähnt hat. In einem Interview mit Sound & Vision wurde Apples Marketing-Chef Phil Schiller aber immerhin auf den gefloppten Lautsprecher angesprochen. Schiller erklärt, dass sich in elf Jahren – seit der Einstellung des iPod Hi-Fi – viel geändert habe; Apple habe jetzt viel mehr Expertise in Sachen Audio und Lautsprechern.

Allerdings war schlechter Sound ja wirklich nicht das Problem des iPod Hi-Fi – er klingt, wie gesagt, bei mir zu Hause auch nach fast zwölf Jahren noch gut.