Erste Meinungen zum HomePod: Das kann der Apple-Lautsprecher wirklich gut – und das nicht

Sebastian Trepesch 10

Am Freitag erscheint Apples HomePod. Die ersten Tests zu dem smarten Lautsprecher sind jetzt veröffentlicht worden. Was taugt das Gerät?

Erste Meinungen zum HomePod: Das kann der Apple-Lautsprecher wirklich gut – und das nicht
Bildquelle: Apple.
Update: Wir konnten das Gerät mittlerweile selbst in Augenschein nehmen, siehe unseren HomePod-Test.

Einzelne amerikanische und britische Medien durften den HomePod bereits testen. Die Berichte sind nun online, rechtzeitig vor dem Marktstart in den englischsprachigen Ländern USA, Großbritannien und Australien am Freitag. Für Deutschland gibt es noch keinen konkreten Veröffentlichungstermin, der Lautsprecher soll aber noch im Frühjahr erscheinen.

Der HomePod ist Apples Antwort auf den Amazon Echo und Google Home. Die im WLAN integrierten Lautsprecher bieten als besondere Funktion einen Sprachassistenten. Auf dem HomePod ist dies natürlich Siri. Kann sich der HomePod gegenüber der Konkurrenz behaupten? Eine Zusammenfassung der HomePod-Tests:

Der Klang

Sehr gut sei der Sound, da sind sich die Tester einig. Er eigne sich für viele Musik-Genres, bemerkt zum Beispiel Cnet. Der Klang sei deutlich besser als der von anderen Lautsprechern in dieser Preisklasse, meint auch The Verge. Vor allem die Bassqualität wird gelobt. Im folgenden Video des Portals kann man den HomePod im Vergleich mit anderen smarten und klassischen Lautsprechern hören (ab Minute 1:27):

Mit der Bassqualität können selbst Google Home Max und Sonos Play:5 nicht mithalten, letzterer scheint zudem schärfer zu klingen. Sonos One ist noch deutlicher abgeschlagen, Amazon Echo und Google Home kann man im Vergleich gleich in die Tonne treten (sie spielen allerdings in einer viel niedrigeren Preisklasse als der 350-Dollar-Lautsprecher von Apple). Einzige klangliche Einschränkung: Wer es sehr laut mag, der fährt mit Konkurrenten eventuell besser, stellt TechCrunch fest.

Einerseits die Hardware-Eigenschaften, andererseits die genaue Einmessung in den jeweiligen Raum verantworten den sehr guten Klang. Diese Einmessung erledigt der HomePod nach der ersten Inbetriebnahme in nur 10 Sekunden.

Der Sprachassistent

Doch der HomePod ist nicht nur Lautsprecher, sondern ein Smart-Home-Gerät. Für die Intelligenz sorgt Siri, unterstützt durch einen A8-Chip. Der Sprachassistent, so bemängeln die Tester, ist auf dem HomePod allerdings sehr beschränkt: Er kann in erster Linie Musik aus Apple Music herauskramen, sonst aber nicht viel mehr: News aufrufen, Nachrichten verschicken, Notizen anlegen, Wetter ansagen, Timer stellen. Konkret bemängelt zum Beispiel The Verge, dass Siri nur einen einzelnen Timer laufen lassen kann, nicht zwei gleichzeitig. Und obwohl Apple auf dem iPhone schon (halbwegs) Stimmen unterscheide, sei dies auf dem HomePod unverständlicherweise nicht möglich. Persönliche Empfehlungen kann man folglich nicht nutzen, sprechen mehrere Personen in einem Haushalt mit dem HomePod.

Vermutlich wollte Apple durch die Beschränkungen die Fehleranfälligkeit reduzieren. Wir kennen das ja von Apple TV: Auch hier ist Siri in der Funktionalität deutlich beschränkter als auf dem iPhone.

Immerhin beeindruckend, findet TechCrunch: Auch wenn man 12 Meter vom HomePod entfernt steht, Musik läuft und man in normaler Lautstärke spricht, versteht Siri den Nutzer gut. Übrigens: Hat man sein iPhone in der Hand und sagt „Hey Siri“, startet der Assistent nur auf dem Smartphone, nicht auf beiden Geräten. Ähnliche Funktion gibt es ja auch für Besitzer mehrerer iOS-Geräte.

Was sonst noch gelobt und kritisiert wird

Lob:
Die Einrichtung sei sehr einfach. Der HomePod verbindet sich mit WLAN und Apple Music, hält man sein iPhone bei der Einrichtung an den Lautsprecher. Und auch das Design kommt gut an. Als smarte Steuerzentrale für HomeKit-Produkte leistet der HomePod gute Dienste.

Kritik:
Im Gegensatz zur Konkurrenz bietet der HomePod zu wenig, meint nicht nur The Telegraph. Besonders kritisiert wird die Fokussierung auf Apple Music als Musikquelle. Wer kein Abo hat, der kann recht wenig mit dem Gerät anfangen, es bietet ja nicht einmal einen Klinke-Anschluss, um zum Beispiel mal ein Android-Smartphone anschließen zu können. Auch als Bluetooth-Speaker kann er NICHT eingesetzt werden. Ok, Podcasts kann er abspielen, zudem andere Inhalte von einem Mac oder iOS-Gerät über AirPlay. Nicht einmal Internetradio kann er direkt aufrufen (abgesehen vom Apple-eigenen Sender Beats 1). Für den billigen Amazon Echo ist das kein Problem. Die Mikrofone können zwar in der App deaktiviert werden, nicht aber direkt am Lautsprecher selbst. Als Smart-Home-Steuerung ist man auf HomeKit-Produkte beschränkt.

The Verge zieht zudem einen Vergleich mit Amazons Geräten, die bereits ein echtes Display bieten – siehe zum Beispiel den Echo Spot:

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Amazon Echo Spot jetzt erhältlich: Die einäugige Alexa mit Display.

Zwar hat auch der HomePod oben ein Touchfeld (für die Musiksteuerung) mit Display, das zeigt aber nur die Siri-Farben an – und bietet somit keinen echten Mehrwert.

Fazit zum HomePod

Die ersten, oben genannten Tester kommen ziemlich einstimmig zum Ergebnis: Die Audioqualität des HomePod ist toll, Siri und die weiteren Funktionen aber etwas zu dürftig. Die Anschaffung eines HomePod ist nur für Apple-Music-Abonnenten sinnvoll.

Immerhin: Die Hardware scheint sehr gut zu sein. An der Software kann Apple noch in den nächsten Monaten nachbessern. Ob das gelingt, ist eine andere Frage.

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