iPod-Verfahren: Apple löschte Songs aus anderen Stores vom iPod

Florian Matthey 4

Apple muss sich mal wieder vor Gericht verantworten - wegen der Beschränkung des iPods auf Musik aus dem iTunes Store. Das Unternehmen hat jetzt eingeräumt, Musik aus anderen Stores von iPods gelöscht zu haben.

iPod-Verfahren: Apple löschte Songs aus anderen Stores vom iPod

In dem Verfahren, das durch eine Sammelklage ins Rollen kam, geht es um Vorgänge, die zum Teil schon viele Jahre zurück liegen - als Beweismittel dienen beispielsweise Mails von Steve Jobs aus dem Jahr 2003, in denen der damalige Apple-CEO forderte, dass Musik aus anderen als Apple-eigenen Quellen nicht auf iPods funktionieren können sollte.

Eben hierin sehen die Kläger eine unzulässige Wettbewerbspraxis. Im Laufe des Verfahrens kommen neben vielen seit Jahren bekannten Vorgängen aber auch interessante neue Details zutage: Apple räumt in einer Einlassung vor Gericht ein, dass das Unternehmen sogar Titel von einem iPod entfernt habe, wenn diese nicht aus einem anderen Musik-Download-Store als dem iTunes Store stammten.

Wenn der Benutzer Musik aus solchen Stores auf den iPod übertragen wollte, zeigte iTunes nach der Übertragung eine Fehlermeldung an, der zufolge der Benutzer den iPod auf Werkseinstellungen zurücksetzen müsse. Sobald dies erfolgt war, habe iTunes die Musik beim nächsten Übertragungsvorgang ausgelassen. Apple erklärt, dass dies geschehen sei, um iPods vor potentieller Malware zu schützen.

Unklar ist, ob es sich „nur“ um Musik handelte, die mit einem Kopierschutz versehen war, der Apples DRM-Technologie FairPlay nachahmte - so, wie es bei Reals „Harmony“-Technologie vor zehn Jahren der Fall war. Denkbar wäre auch, dass Apple ungeschützte MP3- oder AAC-Dateien von der Übertragung ausschließen wollte, solange die Software erkennen konnte, aus welcher Quelle diese stammten. Im letztgenannten Fall wäre der Vorgang noch um einiges drastischer.

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