iPod-Verfahren: Letzte Klägerin ausgeschieden - neue Kläger gesucht

Florian Matthey 4

Das aktuell vor einem US-Gericht anhängige iPod-Verfahren gegen Apple könnte schon jetzt vor seinem Ende stehen: Mittlerweile ist auch die letzte Klägerin ausgeschieden, da sie nicht selbst zum entscheidenden Zeitpunkt einen iPod erworben hat. Allerdings könnte neue Kläger einspringen.

iPod-Verfahren: Letzte Klägerin ausgeschieden - neue Kläger gesucht

In dem Verfahren, bei dem es sich um eine Sammelklage handelt, wehrten sich die bisherigen Kläger gegen Apples Praxis, in der frühen Zeit des iTunes Store nur solche Musik auf iPods zuzulassen, die aus dem iTunes Store stammt – und eben nicht aus anderen Musik-Download-Portalen. Mittlerweile hat dies an Relevanz verloren, da Musik mit DRM-Schutz heute unüblich ist, vor zehn Jahren sorgte Apples Herangehensweise aber noch für Kontroversen.

Mit einem Jahrzehnt Verspätung verhandeln die Parteien den Fall also jetzt vor einem US-Gericht – was unter anderem aus dem Grund ganz spannend ist, dass Apple-Interna so an die Öffentlichkeit gelangen; als Beweismittel dienen beispielsweise interne Mails von Steve Jobs, in denen der damalige Apple-CEO seine Mitarbeiter auffordert, einen Weg zu finden, über den nur iTunes-Store-Musik auf iPods gelangen können soll. Außerdem musste Apple erklären, welche Methoden das Unternehmen verwendete, um Musik aus anderen Stores wieder von iPods zu entfernen.

Die bisherigen Kläger sind jedoch nacheinander ausgeschieden, weil sie alle nicht im in der Klageschrift festgelegten Zeitfenster einen iPod erworben haben. Übrig blieb die bisherige Hauptklägerin Marianna Rosen – die sich jetzt ebenfalls aus dem Verfahren verabschieden musste. Auch sie konnte keinen Nachweis erbringen, im fraglichen Zeitraum einen iPod gekauft zu haben; passend war lediglich ein Gerät, das jedoch über die Firma ihres Mannes erworben wurde.

Die Richterin Rogers zeigte sich verärgert, eine Woche lang umsonst verhandelt zu haben, weil die Kläger-Anwälte nicht richtig überprüft haben, ob ihre Kläger überhaupt die Voraussetzungen erfüllen. Allerdings bestehe weiterhin ein potentielles Interesse zahlreicher Personen, die tatsächlich zum fraglichen Zeitpunkt einen iPod erworben haben und dies auch noch nachweisen können. Aufgrund dessen gibt Rogers den Anwälten zwei Tage Zeit, neue Kläger zu finden, die für die bisherigen einspringen können. Das Verfahren könnte also durchaus doch noch weiterlaufen.

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