In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth im Test – Modelle von 20 bis 120 Euro

Sebastian Trepesch 4

Ohne lästige Kabel Musik hören – Bluetooth-Kopfhörer sind einfach praktisch. Wir haben fünf In-Ear-Modelle unterschiedlicher Preisklassen getestet, und haben dabei auch einen sehr preisgünstigen Kopfhörer entdeckt, der eine Empfehlung verdient.

In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth im Test – Modelle von 20 bis 120 Euro

Bluetooth-Kopfhörer sind im Trend, das Kundeninteresse ist groß: Die kabellose Verbindung ist praktisch, manch Gerät bietet keinen Kopfhöreranschluss (Apple Watch!) und die Auswahl an Hörern wird immer größer und besser. Es handelt sich lange nicht nur mehr um überteuerte und/oder schlechte Produkte. Nein, auch Premium-Hersteller bieten qualitativ hochwertiges Hörvergnügen. Denn der weiterentwickelte Bluetooth-Standard ermöglicht dank aptX eine gute Übertragungsrate und energieeffizienten Betrieb.

Hinweis für Apple-Freunde: Zwar unterstützt der Mac aptX, nicht aber iPhone und iPad. Eine hochwertige Musikübertragung zu diesen Geräten ist mit AAC möglich, was aber überwiegend bessere Kopfhörer unterstützen. Halb so schlimm: Im Billigsegment ist eher die Tonqualität des Kopfhörers das schwächste Glied der Kette, als die Übertragung. Als „Ersatz“ kommt SBC zum Einsatz, was alle der Bluetooth-Kopfhörer beherrschen. Bei teuren Bluetooth-Hörern aber sollte man unbedingt auf die Unterstützung von AAC (oder AirPlay) achten.

In diesem Test beschränken wir uns auf die Preisklasse für jedermann, und verschaffen uns einen Überblick zwischen 20 und knapp 120 Euro.

NuForce BE6i im Test

Der NuForce BE6i ist hier im Test mit rund 117 Euro preislich das Spitzenmodell. Dabei sehen die Hörer gar nicht so aus: Das graue Plastik der Fernbedienung und Kabelfixierung wirkt etwas billig. Der Eindruck trügt aber, die Verarbeitung ist gut.

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In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth: NuForce BE6i (Herstellerangaben)

  • Bluetooth-Verbindung: aptX, AAC
  • Ohraufsätze: 4 Paar Silikon, 2 Paar Comply Foam, Ohrhaken
  • Freisprecheinrichtung: ja
  • Akkulaufzeit: 8 Stunden
  • Gehäuseschutz: IPX5 (spritzwassergeschützt)
  • Preis:

Der Durchmesser der Treiber ist verhältnismäßig groß. Davon profitiert der Klang. Die Ohraufsätze sind entsprechend angepasst – bis auf ein Tütchen mit zu kleinen Exemplaren, zumindest in unserem Paket. Trotzdem sollten für viele Käufer eine passende Größe zu finden sein. Spätestens wenn man den BE61 mit dem Kopfhörer von Beyerdynamic vergleicht, merkt man, was der NuForce für ein großes Schwergewicht ist. Das mindert den Tragekomfort, Nebengeräusche beim Gehen sind dafür gering. Die integrierte Sprachansage ist (zu) laut.

Der NuForce BE6i bietet insgesamt einen guten, klaren Klang. In den oberen Mitten könnte er allerdings durchsichtiger, im Bass kräftiger sein. Unter kabelgebundenen Kopfhörern bekommt man in der Preisklasse um 100 Euro oft eine höhere Klangqualität. Dennoch: Findet man einen passenden Ohrstöpsel, bietet der NuForce BE6i angenehme Hörsessions.

  • NuForce-BE6i-test
    Klang: 80 Prozent
  • Tragekomfort & Nebengeräusche: 70 Prozent
  • Hardware & Funktionen: 75 Prozent
  • Gesamt: 76 Prozent*

*Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote

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Beyerdynamic Byron BT im Test

Eben erst auf der IFA vorgestellt, jetzt vorbestellbar und ab 1. Oktober lieferbar: das Byron BT-Headset von Beyerdynamic. Das Äußere finde ich besser gelungen als die fast doppelt so teuren Byron BTA, ebenfalls neu (und mit AAC-Unterstützung). Nur die Fernbedienung, im speziellen die fummelige Ladebuchse, fällt etwas ab. 

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In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth: beyerdynamic Byron BT (Herstellerangaben)

  • Bluetooth-Verbindung: aptX
  • Ohraufsätze: 3 Paar, plus Haken
  • Freisprecheinrichtung: ja
  • Akkulaufzeit: 7,5 Stunden
  • Gehäuseschutz: –
  • Preis:

Ein Leichtgewicht gegenüber dem NuForce BE6i, sehr angenehm zu tragen. Allerdings ist er deutlich anfälliger auf Störgeräusche: Schon die Berührung des Kabels am Hemdkragen ist störend, wenn man nur den Kopf dreht.

Am iPhone steuert man nicht die Lautstärke des Smartphones, sondern die des Kopfhörers. Play, Nächster Track etc. funktioniert.

Der Byron BT hat im Bassbereich einiges zu bieten, für manch einen könnte er zu spritzig und voluminös sein. Er bleibt aber in den Tiefen zum Glück noch im anständigen Bereich. Die Mitten gehen leicht unter, für die Durchsichtigkeit sorgen geschickt betonte Höhen.

Ein Klang, der Spaß macht. Wer keine Kopfakrobatik geplant hat und ein gutes Fundament mag, sollte sich den Byron BT von Beyerdynamic anhören.

  • Beyerdynamic-Byron-BT-test
    Klang: 80 Prozent
  • Tragekomfort & Nebengeräusche: 70 Prozent
  • Hardware & Funktionen: 80 Prozent
  • Gesamt: 78 Prozent*

*Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote

Anker SoundBuds Sport IE20 im Test

Anker hat für seine SoundBuds ein ungewöhnliches Design konzipiert, das aber funktioniert: der Kopfhörer sitzt, ist recht leicht und wirkt – abgesehen vom Kabel – hochwertiger, als es seine Preisklasse vermuten lässt. 

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In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth: Anker SoundBuds Sport IE20 (Herstellerangaben)

  • Bluetooth-Verbindung: (4.1) aptX
  • Ohraufsätze: 6 Paar (isolierend und halb-geöffnet; Ohr-Haken)
  • Headset-Funktion (Mikrofon): ja
  • Akkulaufzeit: 8 Stunden
  • Gehäuseschutz: –
  • Preis:

Startet man die Musik, will man nicht lange drumherumreden: Preis-Leistungs-Tipp! Der Klang ist gut, für die Preisklasse „30 Euro“ hervorragend. Eher hell, mit dezentem Bass. Anker schummelt ein klein wenig: Die Höhen sind leicht angehoben, was den Klang etwas durchsichtiger macht. Aber das muss man bei der Preisklasse dieser Bauteile wohl auch. Am wenigsten Störgeräusche beim Gehen.

Die Fernbedienung erlaubt am iPhone „Nächster Titel“, aber nicht „Vorheriger Titel“. An- und ausgeschaltet werden die SoundBuds IE20 über den Magnet, wenn man die beiden Hörer aneinanderklippt. Interessante Idee, die aber nicht funktioniert: Beim Transport in einer Tasche o.ä. lösen sie sich zu leicht und schalten sich damit an. Ladebuchse unhandlich unter der Gehäusegummierung gelegen.

  • Anker-SoundBuds-Sport-IE20-test
    Klang: 70 Prozent
  • Tragekomfort & Nebengeräusche: 75 Prozent
  • Hardware & Funktionen: 60 Prozent
  • Gesamt: 69 Prozent*

*Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote

bestbeans MagicBeat im Test

bestbeans integrierte nicht nur die Fernbedienung auf der rechten Seite in das Kabel, sondern links ein weiteres – wohl für den Akku. Geschickt: Das verteil das Gewicht. Die Ohrstöpsel selbst sind sehr leicht und sitzen gut und tief im Ohr.

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In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth: bestbeans MagicBeat (Herstellerangaben)

Sie sitzen schon fast zu weit im Ohr, klingen sehr unmittelbar und sehr dynamisch – muss man mögen. Ich komme ständig in Versuchung, einen Druckausgleich zum machen. Wer es nicht gerade sehr pulsierend mag, sollte wenige Euro mehr für den Anker-Hörer ausgeben.

Wie bei den Anker SoundBuds schaltet der Magnet der Hörer das Gerät an und aus. Zumindest ist der Magnet aber etwas kräftiger.

  • bestbeans-MagicBeat-test
    Klang: 40 Prozent
  • Tragekomfort & Nebengeräusche: 60 Prozent
  • Hardware & Funktionen: 70 Prozent
  • Gesamt*: 52 Prozent

*Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote

GIGA Essentials G Free

Auch in der Essentiale-Reihe von GIGA, die günstige Produkte zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis bietet, gibt es einen Bluetooth-Kopfhörer. Eine Testnote würde man mir vermutlich nicht abnehmen, aber ich möchte Interessenten trotzdem eine kleine Einschätzung geben.

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In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth: GIGA Essentials G Free (Herstellerangaben)

  • Bluetooth-Verbindung:
  • Ohraufsätze: 3 Paar (plus 2 Paar Haken)
  • Headset-Funktion (Mikrofon): ja
  • Akkulaufzeit: 5 Stunden
  • Gehäuseschutz: –
  • Preis: bei Amazon 24,95 Euro

Mit knapp 25 Euro für einen Bluetooth-Kopfhörer spielt er in einer günstigen Liga, und natürlich kann er mit den oben genannten Modellen von Beyerdynamic und NuForce nicht mithalten. 

Die Treiber sind recht groß, trotzdem sind die Hörer sehr kompakt und leicht. In den oberen Mitten und Höhen geht die Tendenz leicht zu einem sterilen Klang, der aber durchsichtig ist. Der Bass ist ordentlich, deutlich kräftiger als bei Anker. Für Sprache (Hörspiele!) reicht der In-Ear-Hörer allemal, aber auch unterwegs dürften die meisten mit dem Modell glücklich werden. Die Kabelgeräusche sind – wie eigentlich bei allen Modellen im Testfeld – hörbar.

Laute Sprachansage. Achtung, zweimal auf den Play-Button drücken startet die Wahlwiederholung.

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In-Ear-Kopfhörer von 20 bis 120 Euro im Test – Fazit

Enorm entscheidend für einen In-Ear-Kopfhörer ist die wichtige Passform – der individuelle Favorit muss somit nicht der Testsieger sein. Dennoch, das Ergebnis ist relativ klar: In Sachen Klang bieten der NuForce BE6i und der Beyerdynamic Byron BT (Testsieger) mehr als der Rest des Testfelds. Auch wenn sie klanglich gleichauf liegen: Diese beiden Modelle unterscheiden sich in der Klangcharakteristik deutlich voneinander: Wer einen knackigen, basslastigen Klang wünscht, ist beim Byron richtig. Er sitzt zudem angenehmer im Ohr. Der NuForce geht es wesentlich dezenter an, löst besser auf und liefert weniger Störgeräusche.

Wer einen billigen Kopfhörer möchte, wähle den Anker SoundBuds Sport IE20 (Preis-/Leistungs-Tipp), Bassliebhaber sollten sich den GIGA Essentials G Free ansehen.

Beyerdynamic-Byron-BT-Testsieger
Anker-SoundBuds-Sport-IE20-Preis-Leistung-test

Auffällige Abweichungen von der angegebenen Akkulaufzeit konnten wir bei keinem Bluetooth-Kopfhörer feststellen. In Sachen Nutzungskomfort haben fast alle Modelle noch Nachholbedarf: Die Abdeckung des Micro-USB-Anschlusses zum Aufladen ist meist fummelig, die Kabelgeräusche bei Berührung störend. Für Fußgänger sind die Modelle von Anker und NuForce am besten geeignet. Die Sprachansagen sind allesamt englisch – macht nichts, aber von den klassischen Headset-Herstellern wie Jabra und Plantronics ist man da anderes gewohnt.

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