VerveOnes+ im Test: Ohrstöpsel völlig ohne Kabel

Sebastian Trepesch 5

Diese Bluetooth-Kopfhörer sind zwei einzelne Pfropfen: Die VerveOnes+ von Motorola sind nicht einmal untereinander mit einem Kabel verbunden. Funktioniert das Konzept? Können sie überzeugen? Unser Test der VerveOnes+:

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Ich sammle zwei Ohrstöpsel im Wert von 250 Euro vom Pflaster auf, an der Eingangstüre eines Supermarktes. Die Mütze unvorsichtig vom Kopf zu reißen, das war dann doch zu viel für die VerveOnes+. Doch während der Testtage war dies tatsächlich der einzige Fall, in dem die Pfropfen herausfielen. Also doch alles gut?

VerveOnes+ „by Motorola“ im Test: die Modelle

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Kurz eine Vorstellung der VerveOnes: Es handelt sich um zwei Ohrstöpsel, die ohne jedes Kabel auskommen. Per Bluetooth werden sie mit dem Smartphone verbunden. Weiterer Bestandteil ist eine Box, die mit einem zusätzlichen Akku ausgestattet ist. Hier lassen sich die In Ears transportieren und aufladen – und so die Batterielaufzeit der Hörer unterwegs verlängern.

Zwei Ausführungen gibt es: die VerveOnes im schwarzen Gehäuse für 199 Euro UVP, die VerveOnes+ mit Schweiß- und Spritzwasserschutz, erkennbar an den orangefarbenen Farbtupfern, für 249 Euro.

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Die VerveOnes stammen aus der VerveLife-Reihe „by motorola“. Fabriziert wurden die Hörer aber nicht von Motorola, sondern Binatone.

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Technische Daten laut Hersteller:

  • Gewicht Ohrhörer: 12 Gramm, Case: 54 Gramm
  • Zwei Mikrofone für Headset-Funktionalität
  • Akkulaufzeit von Hörer plus Case: 12 Stunden
  • 6 Paar Aufsätze in verschiedenen Größen
  • Optionale App für iOS und Android

Nur der linke Hörer koppelt sich mit dem Smartphone, er kann auch als Mono-Headset verwendet werden. Der Rechte verbindet sich mit dem Linken.

VerveOnes+: der echt-kabellose Kopfhörer in der Praxis

Ja, die VerveOnes können – wie eingangs geschildert – aus dem Ohr fallen. Bei mir war das bei dem Abziehen der Mütze aber der einzige Vorfall, heißt: Sie halten im Normalfall immer und sitzen zudem sehr gut. Mit kleinen kabelgebundenen Modellen können sie aber wegen ihrer Größe nicht mithalten.

Steckt man sie sich ins Ohr, schalten sie sich automatisch ein und verbinden sich mit dem gekoppelten Gerät. Die Bedienung ist also sehr simpel, gleichzeitig komfortabel. Der einzige Button fungiert wie bei einem normalen Headset als Anrufannahme und Musiksteuerung (Play/Stopp; zweimal drücken: nächster Titel; dreimal drücken: vorheriger Titel). Lautstärketasten gibt es leider nicht. Mit der zugehörigen App verbindet sich der Kopfhörer nur, wenn die Stöpsel in der Ladeschale liegen. (Tipp zumindest für iPhone-Besitzer: Die Verbindung mit der App besser vor der Bluetooth-Koppelung in iOS vornehmen.) Für die Einstellung von Klangprofilen lohnt sich aber die Mühe.

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Und da sind wir schon beim Klang. Anfangs bin ich etwas erschrocken, wie schlecht er doch ist – was letztendlich aber nur an einem seltsamen EQ lag. Also: In die App schauen! Nach der dortigen Umstellung auf „Moto-Sound“ klang es gleich viel angenehmer.

Der Klang ist akzeptabel. Gute „normale“ Bluetooth-In-Ears für 100 bis 200 Euro bieten oft einen besseren Klang als die VerveOnes+. Vor allem die matten Höhen sorgen für einen leicht belegten Sound, zudem fehlt dem Hörer etwas Durchsichtigkeit und Wärme. Hinzu kommt ein unüberhörbares Grundrauschen.

Beim Fahrradfahren, wobei sich der Musikspieler (ein iPad) in der Fahrradtasche befand, hatte ich hin und wieder kurze Verbindungsabbrüche – sowohl zwischen den Hörern als auch zum iOS-Gerät.

Die Akkulaufzeit war für mich mehr als ausreichend. Stundenlange Hörsessions wollte ich mit den Hörern aber eh nicht durchführen. Im Test spielten sie ohne Nachladen in der Ladeschale noch nach 3,5 Stunden.

Testfazit VerveOnes+: Mittelmäßige Note, doch gern genutzt

Mäßiger Klang, Rauschen, mittelmäßige Funkverbindung etc. – das waren jetzt ganz schön viele Schwachpunkte. Und dennoch: Ich habe oft und gerne zu den VerveOnes gegriffen, weniger zum Musikhören, aber für Hörspiele. Das komplett kabellose Design ist sehr angenehm, der Ohrerkennungssensor zum Einschalten funktioniert wunderbar, die Akkulaufzeit ist gut.

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Wer sich für die VerveOnes interessiert, muss sich bewusst sein: Die 250 Euro für die wasserdichte oder 200 Euro für die normale Version, zahlt man weniger für den Klang, als für die technologische Innovation. Die Zahl derartiger Modelle lässt sich fast noch an einer Hand abzählen. Eine interessante Vorstellung hat uns Motorola da präsentiert.

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Wertung:

  • Klang: 65 Prozent
  • Tragekomfort: 60 Prozent
  • Hardware, Design & Funktionen: 80 Prozent
  • Akku: 80 Prozent

Gesamt: 69 Prozent (der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote)

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