Marshall Stockwell 2 vorgestellt: Wunderschöner Bluetooth-Lautsprecher mit stolzem Preis

Stefan Bubeck

Neues Format, neues Glück? Der Marshall Stockwell II verabschiedet sich vom direkten Vorgänger: Anderes Gehäusedesign, schicker Tragegriff, Wasserdichtigkeit und ein deutlich höherer Preis. Neu im Programm des schwedischen Lautsprecher-Labels ist zudem der große Tufton, der als „König der Straße“ beworben wird.

Marshall Stockwell II Bluetooth Lautsprecher (Herstellervideo).

Marshall „entführte“ neulich eine kleine Gruppe Journalisten auf den Berliner Teufelsberg, um dort im Schatten einer monumentalen Abhöranlage aus dem Kalten Krieg in gemütlicher Zeltatmosphäre neue Lautsprecher zu präsentieren. Die Location mit der ehemaligen US-Radarstation ist für Historiker und Hipster gleichermaßen ein Wallfahrtsort, den man unbedingt gesehen haben sollte. Die raue und geschichtsträchtige Beton-Graffiti-Kulisse passte ganz gut zu den Produkten, die Marshall uns vorführte. Zwei Lautsprecher mit Retro-Design, die den urbanen Avantgardisten ansprechen sollen.

Marshall Stockwell 2: Schon jetzt eine Design-Ikone?

Der neue Stockwell 2 präsentiert sich im Hochformat. Die Front greift geschickter denn je das Erbe der auf, von dem die Brand „Marshall Headphones“ mit ihren Kopfhörern und Bluetooth-Lautsprechern stark geprägt ist. Folgerichtig dominieren ein grob strukturiertes Lautsprechergitter aus Metall und der legendäre Schriftzug der Marke das Design. Das gummierte Gehäuse wirkt ausgesprochen robust und kann jetzt auch mit Wasserdichtigkeit nach IPX4 punkten.

Oben befindet sich eine abnehmbarer Trageschlaufe, die sich optional durch handelsübliche Gitarrengurte ersetzen lässt (gleiche Befestigung). Ein USB-Port auf der Rückseite dient zum Aufladen von Smartphones (Powerbank-Funktion). Das neue Design bedeutet aber auch eine Abkehr vom – der war noch schlanker gebaut und im Querformat ausgeführt. Seine metallenen Bedienelemente mussten beim Nachfolger Kunststoff-Reglern weichen – eine Maßnahme im Zuge der Wasserdichtigkeit des Stockwell 2.

Insgesamt wirkt das Design auf uns fast perfekt, hier stimmen Farbgebung, Proportionen und Materialanmutung. Da ist es angebracht, beim Marshall Stockwell 2 von einem der schönsten tragbaren Lautsprecher zu sprechen, die der Markt aktuell zu bieten hat. In diese sympathische Box werden sich viele Menschen beim (virtuellen) Schaufensterbummel sofort verlieben.

Klanglich liefert der Stockwell 2 einen satten und pegelfesten Sound , der sich relativ gleichmäßig um die Box verteilt. Die versammelte Konkurrenz in Angst und Schrecken zu versetzen, das wird dem neuen Marshall aber unseren ersten Höreindrücken zufolge trotzdem nicht gelingen. Zu hoch ist mittlerweile das Niveau, auf dem sich Bose, JBL und Libratone bewegen – der Stockwell 2 spielt hier immerhin auf Augenhöhe mit den Besten unter den kompakten Bluetooth-Boxen. Details dazu folgen in unserem Testbericht, in Kürze hier auf GIGA.

Exzellentes Design, hohe Praxistauglichkeit und ordentlicher Sound: Der Stockwell 2 ist ein attraktives Gesamtpaket, zur Auswahl stehen ein schwarzes und ein graues Modell. Schlucken wird so manch einer allerdings beim Preisschild von . Für diese Summe bekommt der preissensitive Konsument bei Amazon gleich mehrere ähnlich große Bluetooth-Lautsprecher – dann aber eben mit einigen klanglichen und optischen Abstrichen.

Marshall Sttockwell II: Technische Daten

Verstärker 1x 10 Watt Class D für Woofer, 2x 5 Watt Class D für die Hochtöner
Maximale Lautstärke 80 dB SPL @ 1 m
Frequenzbereich 60 - 20.000 Hz
Abmessungen/Gewicht 180 x 161 x 70 mm, 1,38 kg
Akkulaufzeit 20 Stunden; Schnellladefunktion: 20 Min. für 6 Stunden
Lautsprechertyp Stereo
Konnektivität Bluetooth, USB- Typ C (laden + Powerbankfunktion)
Preis und Verfügbarkeit  

Marshall Tufton: Groß, stabil und gerade noch tragbar

Der zweite Neuzugang ist der fast 5 kg schwere Tufton, bei dem der Hersteller in seiner Pressemitteilung vom „König der Straße“ spricht. Ob die großformatige Box den Titel wirklich verdient, das wollen wir an der Stelle mal noch nicht entscheiden. Zur Einordnung sei aber gesagt: Der Marshall Tufton spielt in der Boombox-Liga, wo auch der Teufel Boomster oder die JBL PartyBox 200 (ca. 360 Euro) anzutreffen sind.

Vom Design her wirkt der Tufton nochmals robuster als der Stockwell 2. Das liegt an seinen schützenden Eckkappen, die man aus der Bühnentechnik kennt. Unser erster Eindruck war gut, die Verarbeitungsqualität kann überzeugen. Musik erklingt dem Gehäusevolumen entsprechend kräftig und kontrolliert – der Tufton ist ein guter Kandidat für den Wohnraum, wo er eine kleinere Stereoanlage ersetzen könnte. Das muss er vielleicht auch, denn mit 399 Euro (UVP) ist er preislich so hoch positioniert, dass eine Nutzungsbeschränkung auf gelegentliche Außeneinsätze purem Luxus gleichkäme.

Zu den Kommentaren

Kommentare

Weitere Themen

* Werbung