Kopfhörer RHA MA650 Wireless im Test: Bei Anruf Vibration

Stefan Bubeck

Drahtlose In-Ear-Kopfhörer mit Nackenbügel sind in Deutschland eher selten zu sehen – dabei hat das Format gewisse Vorzüge. Wir haben den edlen RHA MA650 ausprobiert.

Kopfhörer RHA MA650 Wireless im Test: Bei Anruf Vibration
Bildquelle: GIGA.

Der britische Audiogerätehersteller RHA setzt bei vielen seiner Produkte auf Aluminium, so auch beim kabellosen Bluetooth-Kopfhörer MA650 Wireless. Anders als etwa beim günstigen Anker Soundbuds Slim sind die beiden Treibereinheiten nicht einfach nur mit einem dünnen Kabel verbunden, sondern mit einem flexiblen Bügel – darin befindet sich die Elektronik (Akku, Bluetooth) und auf der rechten Seite sogar ein kleiner Vibrationsmotor, der dezent auf eingehende Anrufe hinweist.

RHA MA650 Wireless: Unser Testurteil

Das Design des RHA MA650 ist absolut business-tauglich: Mattschwarze Kunststoffelemente reichen feinstem Alu die Hand, die präzise Formgebung ist fließend und minimalistisch-klar, Verarbeitungsmängel konnten wir keine entdecken. Die Akkulaufzeit reicht locker über den Arbeitstag und noch in die Abendstunden hinein, sogar eine Runde joggen ist dank Spritzwasser- und Schweißschutz drin. Die passive Abschirmung von Außengeräuschen überzeugt, der Tragekomfort ist dank dem samtig-weichen Nackenbügel und den kompakten Ohrstücken sehr hoch.

Ist das der perfekte In-Ear-Kopfhörer? Nun, das kommt darauf an, ob man mit dem Klangabstimmung klar kommt, das der Hersteller dem MA650 Wireless mitgegeben hat. Die angehobenen oberen Mitten und Höhen sorgen beim zwar für Vitalität und eine glitzernde Darbietung des Orchesters – bei wird aber auch der härteste Techno-Fan per Equalizer nachregeln. Was bei leisen Lautstärken seine Vorteile hat und für Transparenz sorgt, wird bei hohen Pegeln schnell zu einer Zischlaut-Attacke auf das Trommelfell.

Fazit: Schicker und gut ausgestatteter In-Ear-Kopfhörer mit einem hellen Klangbild, das leider nicht zu jeder Musikrichtung passt und seine Stärken eher bei niedrigen Pegeln ausspielen kann.

Bewertung: RHA MA650 Wireless

  • Klang: 70 Prozent
  • Tragekomfort & Nebengeräusche: 80 Prozent
  • Hardware & Funktionen: 75 Prozent

Gesamt: 74 Prozent (der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote)

RHA MA650 Wireless im Test: Das hat uns gefallen

  • Klang: Kräftiger, aber nicht übertriebener Bass, insgesamt ein klares und detailliertes Klangbild
  • Gestaltung: Elegantes Design abseits vom sportlich-urbanen Look vieler Konkurrenten
  • Wertigkeit: Gute Verarbeitung, kompakte Gehäuse aus Aluminium
  • Schutz vor Wasser und Schweiss nach IPX4
  • Unterstützt aptX und AAC für bestmögliche Klangqualität
  • Ausdauernd: Akkulaufzeit bis zu 12 Stunden
  • Nackenband vibriert bei eingehenden Anrufen
  • Drei Jahre Herstellergarantie

RHA MA650 Wireless im Test: Das fanden wir nicht so gut

  • Klang höhenbetont und zuweilen fordernd: S- und Zisch-Laute können je nach Song anstrengend werden, ebenso Hi-Hats und manche Snares – deshalb definitiv kein Kopfhörer für brachiale Pegel. Wer 40 Jahre oder älter ist, könnte allerdings vom hellen Sound profitieren, der RHA MA650 Wireless gleicht dann – mit etwas Glück – den Frequenzbereich aus, den man im Laufe der Jahre auf natürliche Weise eingebüßt hat.
  • Tonqualität bei Telefonaten nur ausreichend, etwas distanzierter Klang.

Gut zu wissen / Alternativen

  • Auch der RHA MA650 Wireless muss sich den zwei Preisbrechern Anker Soundbuds Slim und TaoTronics TT-BH16 stellen, die uns im Test überzeugen konnten. Sie kosten nur einen Bruchteil des RHA und erfüllen im Wesentlichen den gleichen Zweck. Hier kann man ordentlich sparen, allerdings muss man deutliche Abstriche bei der Verarbeitungsqualität und bei der Akkulaufzeit in Kauf nehmen.
  • Wer im Apple-Ökosystem unterwegs ist und einen passenden Partner für sein iPhone sucht, könnte sich auch für den preislich vergleichbaren Beats X interessieren, der dank W1-Chip hervorragend mit anderen Apple Produkten zusammenarbeitet. Das gilt auch für den Verkaufsschlager AirPods, wobei diese nicht mit der guten Lärmisolation des RHA MA650 Wireless mithalten können.
  • Der RHA MA650 erhält durch seine ausgeprägten Höhen einen ganz eigenen Klangcharakter, der manche Hörer begeistern wird, andere aber abschrecken könnte. Für alle, die das Thema „angepasstes Klangbild“ interessieren, sei unser Test zum Beyerdynamic Aventho Wireless empfohlen.
  • Der RHA MA650 Wireless verfügt über einen USB-C-Anschluss zum Aufladen des Akkus.

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