Warum der Mac jetzt endlich ein guter Gaming-Computer wird

Florian Matthey 1

Der Mac ist nicht gerade dafür bekannt, eine gute Spieleplattform zu sein – anders als iPhone und iPad. Für alle drei gibt es jetzt jedoch die leistungsfähige Grafik-Programmierschnittstelle Vulkan. Davon dürfte vor allem der Mac profitieren.

Warum der Mac jetzt endlich ein guter Gaming-Computer wird
Bildquelle: Apple.

Vulkan: Die leistungsfähige Cross-Plattform-API

Benutzer von Apple-Geräten werden schon bald von der Leistungsfähigkeit von Vulkan profitieren können. Die offene Programmierschnittstelle – beziehungsweise API – ist bereits für Windows- und Linux-PCs, aber auch für Android-Smartphones und die Konsole Nintendo Switch erhältlich. Vulkan funktioniert nicht nur auf verschiedenen Plattformen, sondern mit den verschiedensten Grafikchips – also mit GPUs von Intel, Nvidia und AMD sowie, auf Mobilgeräten, ARM. Wie Vulkan funktioniert und was genau eine API ist, haben wir vor einiger Zeit mit einem ausführlichen Artikel erklärt.

Vulkan dockt an Apples Metal an

Die Khronos Group, die Vulkan entwickelt hat und sich allgemein für offene Standards im Bereich Grafik einsetzt, hat jetzt eine Vulkan-Plattform für macOS und iOS namens MoltenVK veröffentlicht. Diese dockt an Apples eigener Grafikchip-API Metal an. Damit ist es für Entwickler deutlich einfacher, ihre Spiele von anderen Plattformen für den Mac, iPhone oder iPad zu portieren – sie müssen nicht erst lernen, mit Metal umzugehen, sondern können ihre Vulkan-Anwendungen ohne großen Aufwand unter macOS und iOS einsetzen.

Wird der Mac jetzt also in Sachen Gaming auf den PC aufschließen? Der Weg dahin ist noch recht weit: Für Windows-PCs gibt es bekanntlich Microsofts eigene Schnittstelle DirectX, die viele Entwickler weiterhin verwenden. Vulkan für Mac macht es zumindest nicht unmittelbar einfacher, DirectX-Spiele zu portieren. Wohl aber ist es leichter, neben Linux- oder Android-Versionen solcher Spiele auch gleich eine Mac- und iOS-Version zu entwickeln.

Erste Tests zeigen: Vulkan beschleunigt Spiele deutlich

Das größte Problem des Macs stammt aber ohnehin aus der Zeit vor Apples eigener Schnittstelle Metal: Damals mussten Mac-Entwickler noch auf die ebenfalls plattformübergreifende, aber sehr leistungsschwache Schnittstelle OpenGL setzen. Mit der Kombination aus Metal und Vulkan wird es nun beides geben: sowohl einen plattformübergreifenden Standard als auch Leistungsfähigkeit.

Der Spiele-Vertreiber Valve hat bereits zu Testzwecken eine Mac-Vulkan- beziehungsweise MoltenVK-Version von Dota 2 für den Mac entwickelt. Die Vulkan-/Metal-Kombination lässt das Spiel mit 50 Prozent mehr Bildern pro Sekunde laufen, als dies mit OpenGL der Fall ist.

Vulkan mit iMac Pro oder externen GPUs: Die neue Traum-Kombi?

Natürlich kann auch die beste Programmierschnittstelle wenig ausrichten, wenn die Hardware schwach ist. Auch das ist bei vielen Macs bislang ein Kritikpunkt. Allerdings hat es hier in der jüngeren Vergangenheit Bewegung gegeben: Mit dem iMac Pro hat Apple jetzt wieder einen wirklich leistungsfähigen Mac im Angebot. Außerdem lassen sich Macs mit Thunderbolt 3 wie die aktuellen Modelle des MacBook Pro mit externen Grafikkarten aufrüsten.

Quelle: Ars Technica via 9to5Mac

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