Der ISO-Wert ist neben der Brennweite, der Blende und der Belichtungszeit ein eine der vier Säulen der Fotografie-Grundlagen und deshalb für die Handhabe der eigenen Kamera unerlässlich. Wir informieren euch in diesem Artikel darüber, wofür der ISO-Wert steht, welche es gibt und ob es Unterschiede für analoge und digitale Kameras gibt.

 

Canon EOS M5

Facts 

In ISO wird die Lichtempfindlichkeit angegeben. In der analogen Fotografie bezeichnet der ISO-Wert die Filmempfindlichkeit. Da man nur einen Film einlegen kann, kann man Bilder nur mit einem ISO-Wert machen. Bei einer digitalen Kamera kann man den ISO-Wert von Bild zu Bild verändern. Da eine Spiegelreflexkamera keinen Film hat, gibt der ISO-Wert die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors an. Prinzipiell gilt: Je empfindlicher der Film oder der Sensor sind, desto weniger Licht ist notwendig.

Sofortbildkamera: Leica Sofort

Der ISO-Wert einfach erklärt

Neben der Blende und der Belichtungszeit regelt die ISO-Einstellung die Lichtmenge und damit die Helligkeit des Fotos. Ein hoher ISO-Wert entspricht einer hohen Lichtempfindlichkeit und ein niedriger ISO-Wert eine niedrige Lichtempfindlichkeit. Da sich Blende, Belichtungszeit und ISO gegenseitig beeinflussen, kann folgende Relation aufgestellt werden: Bei gleicher Lichtmenge ist mit einem höheren ISO-Wert eine kürzere Belichtungszeit und eine kleinere Blendenöffnung notwendig als bei einem niedrigen ISO-Wert. Beispiel: Wenn man Bewegung fotografieren wollen sollte, empfiehlt sich die Belichtungszeit zu halbieren, also statt 1/50 1/100 s zu verwenden. Wenn die Blendeneinstellung dabei parallel gleich bleibt, muss man den ISO-Wert verdoppeln, um dieselbe Belichtung zu erhalten.

Kiteboarding, Extereme Sport

ISO-Wert-Tabelle

Bei den meisten digitalen Kameras wird der ISO-Wert automatisch eingestellt. Für den Fall, dass man das selbst in die Hand nehmen will, kommen hier ein paar Richtwerte:

Bedingung ISO-Wert
Blitzlicht 100, 200, 400
Bewölkt, schattig 200, 400
Zoom-Objektive 400, 800
Schnelle Bewegung 400, 800, 1600
Düster bis Dunkel 800, 1600
Sonnig, hell 100, 200

Photo infographics set, part two

ISO-Werte ohne Rauschen

Weil die Formel „schlechte Lichtsituation + hoher ISO-Wert = tolles Bild“ auch zu einfach wäre, gibt es einen entscheidenden Haken: Die Bildqualität sinkt mit zunehmender Lichtempfindlichkeit. Man sprich in diesem Zusammenhang auch von „Rauschen“ – das Bild wird grobkörnig. Das geringste Rauschen hat man bei einem ISO-Wert von 100.

Lest hier, wie sich Systemkamera und Spiegelreflexkamera zueinander verhalten.

Bildquelle: sidmay, EpicStockMedia