Light L16: 16 Linsen für DSLR-Qualität in einer kompakten Kamera

Sebastian Trepesch 1

Die kompakte Kamera L16 will sich an Qualität und Preis mit Spiegelreflexkameras messen lassen. Hierfür hat das Startup Light in dieser Kategorie vollkommen neue Hard- und Software entwickelt. Ab heute ist die Kamera erhältlich.

Sieht man die L16 zum ersten Mal, kommt sie einem deutlich größer vor als man es von den Fotos erwartet. Mit einer Größe von 166 × 84,5 × 24,05 Millimetern und einem Gewicht von 435 Gramm passt sie aber dennoch in eine große Jackentasche, kleine Handtasche oder ähnliches – im Gegensatz zu einer Spiegelreflexkamera. Die Fotoqualität soll dennoch die von Profi-Kameras erreichen. Wie ist das möglich?

Light L 16: 16 Module für DSLR-Qualität

Eine für die Gehäusegröße außergewöhnliche Qualität will die L16 durch 16 Kameramodule erreichen. Jedes Modul mit einem 13-Megapixel-Sensor besitzt eigene Linsen, die über einen 45-Grad-Spiegel längs im Gehäuse untergebracht sind. Für ein Foto werden die Informationen aus mehreren Modulen zusammengerechnet. Das ergibt Bilder mit einer Auflösung von bis zu 52 Megapixel – je nach Zoomstufe.

Die Module bieten eine Brennweite von 28, 70 und 150 Millimetern (entsprechend Kleinbild). Dank Digitalzoom ist im gesamten Bereich stufenlos zoombar.

  • 5 × 28 Millimeter, f/2.0
  • 5 × 70 Millimeter, f/2.0
  • 6 × 150 Millimeter, f/2.4

Von einem Spiegelreflexfoto würde sich das Ergebnis der L16 durch eine hohe Tiefenschärfe unterscheiden – den kleinen Sensoren geschuldet. Doch die Unschärfe rechnet die Kamera per Software in das Bild. Die Tiefenstaffelung erkennt die L16 über die verschiedenen Linsen ähnlich wie Dualkameras von vielen Smartphones. Durch die weiter auseinanderliegenden Module soll die Qualität aber wesentlich besser sein.

Fokus nachträglich setzen über Software

Die Schärfentiefe lässt sich nachträglich in der mitgelieferten Desktop-Software „Lumen“ beeinflussen. Das gilt sogar für den Fokuspunkt, den man umpositionieren kann. Dies ist natürlich nur in dem Rahmen möglich, den die Kamera grundsätzlich scharf eingefangen hat.

Die Software der Kamera selbst erinnert in Handhabung und Funktionen an eine Smartphone-App. Den Fokus setzt man zum Beispiel über einen Fingertipp auf dem 5-Zoll- Touchscreen, mit zwei Fingern zoomt man herein und heraus.

Weitere Daten zur L16

Folglich ist es kein Wunder, dass auch ein von Smartphones bekannter Chip (Snapdragon 820 von Qualcomm) zum Einsatz kommt. Um die vielen Kameramodule ansteuern zu können, musste der Hersteller allerdings noch einen weiteren Chip, den Light ASIC, entwickeln und verbauen.

Weitere Eigenschaften:

  • Dual-LED als Blitz
  • Bildformate LRI und JPEG (Software Lumen: DNG, JPEG)
  • ISO-Empfindlichkeit: 100 bis 3.200
  • Akku: 4.120 mAh für acht Stunden Laufzeit
  • 256 GB interner Speicher
  • Bluetooth, WLAN und GPS

4K-Videos kann die Kamera noch nicht aufzeichnen, über ein Firmware-Update soll die Funktion allerdings noch nachgerüstet werden. Beim Filmen wird die L16 jedoch nur auf ein Kameramodul zurückgreifen.

Kompatibilität und Preis der L16

Aktuell werden Android- und Windows-Geräte für die Kommunikation unterstützt, iOS soll folgen. Ebenfalls noch Zukunftsmusik ist die direkte Social-Media-Anbindung. Sie wird mit 13-Megapixel-Bildern arbeiten.

Ab heute kann die L16 bestellt werden – vorerst nur über die Webseite des Herstellers Light. Ab 26. März 2018 soll sie ausgeliefert werden. Der Preis entspricht dem einer gehobenen Spiegelreflexkameraausrüstung: Ganze 2.050 Euro soll die L16 kosten. (Bis 31. März gibt es immerhin einen Rabatt in Höhe von 30 Prozent.)

Ein Zeichen mehr, dass sich die L16 an DSLR-Maßstäben messen lassen will.

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