Nikon Coolpix S800c: Android-Kamera doch mit Play Store-Anbindung

Lukas Funk 2

Heute bestätigt die offizielle Pressemitteilung Nikons, was ich gestern noch bezweifelte: Die SmartCam Coolpix S800c, die über einen Touchscreen mit Android 2.3 „Gingerbread“ bedient wird, besitzt keine herstellereigene Oberfläche, dafür aber Zugang zum Google Play Store und damit Zugriff auf über 450.000 Apps.

Nikon Coolpix S800c: Android-Kamera doch mit Play Store-Anbindung

Trotz fehlender entsprechender Icons auf den vorher geleakten, inzwischen als echt bestätigten Bildern der Kamera, wird Nikons Coolpix S800c über Zugang zu Googles Play Store verfügen. Dies wird in der offiziellen Pressemitteilung des japanischen Unternehmens, die heute Morgen von der deutschen Niederlassung in Düsseldorf veröffentlicht wurde, nicht nur erwähnt, sondern gar als herausragendes Feature betont. Das als „soziale Kamera“ und „Kamera 2.0“ beworbene Gerät umwirbt Jugendliche und junge Erwachsene als Zielgruppe. So finden in der Pressemitteilung nicht nur Facebook und Twitter Erwähnung, sondern auch Nikons eigenes Portal „my Picturetown“, das sowohl als soziales Fotonetzwerk - sozusagen Instagram in guter Qualität - als auch als Backup-Lösung dienen kann. Eine entsprechende App ist vorinstalliert.

Auch die genaueren Spezifikationen sind der Mitteilung zu entnehmen: Bedient wird die SmartCam über einen 3,5 Zoll großen OLED-Touchscreen mit 1024×800 Bildpunkten. Das Nikkor-Objektiv verfügt über zehnfachen optischen Zoom. Seine Linsen sind beweglich aufgehängt, um Erschütterungen entgegenzuweirken und das Bild zu stabilisieren. Der CMOS-Sensor löst mit maximal 16 Millionen Pixeln auf. Neben einem WLAN-Modul verfügt die Kamera über einen GPS-Empfänger, um Bilder mit genauen Geo-Tags zu versehen. Videos können, wie inzwischen gängig, in HD-Qualität und mit Stereo-Sound, oder aber bei deutlich geringerer VGA-Auflösung im Zeitraffer mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Im „Burst“-Modus, inzwischen auch von Smartphones wie Samsungs Galaxy S3 bekannt, werden bis zu 8 Bilder pro Sekunde geschossen, um bewegte Motive ohne Verwaschen aufnehmen zu können und anschließend das beste auszuwählen. Weiter verfügt die Nikon Coolpix S800c über integrierte Funktionen zum Aufnehmen von horizontalen und vertikalen Panoramen sowie eine High Dynamic Range (HDR)-Funktion, um auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Bilder mit hohem Farbumfang schießen zu können.

Über den Prozessor ist bislang nur bekannt, dass er auf dem ARM Cortex-A9 beruht - wir tippen auf eine Taktfrequenz in der Größenordnung von 1 GHz. Ihm zur Seite stehen 512 Megabyte RAM sowie 1,7 Gigabyte ROM. Da für Apps davon lediglich knapp 700 Megabyte verfügbar sind, ist der Benutzer darauf angewiesen, weitere Anwendungen auf eine bis zu 32 Gigabyte große SD-Karte auszulagern - die sollte allerdings in einer Digitalkamera traditionell sowieso nicht fehlen.

Die Nikon Coolpix S800c, die Ende September mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 399 Euro auf den Markt kommen wird, scheint trotz der doch eher experimentellen Kombination mit Android als Betriebssystem nicht auf die Qualitäten einer guten Kompaktkamera zu verzichten. Aber erst ein Hands-On-Test wird zeigen können, ob unser aller liebstes Mobil-OS der Bedienung der Kamera zugute kommt oder eher hinderlich ist. Wir werden uns um ein Testgerät bemühen um auch dies möglichst bald beurteilen zu können.

Ist der Zugang zum Play Store ein Kaufgrund für euch, auch bei einer Kamera? Legt ihr auf automatischen Bildupload - ob über Nikons eigenes Portal, Google+ oder Dropbox - wert? Braucht ihr Instagram direkt auf eurem Fotoapparat? Oder gebt ihr euch mit der etwas einfacheren Kamera eures Smartphones zufrieden? Teilt es uns in den Komentaren mit!

Quelle: Nikon-PM [via Golem]

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