Android 4.3: Einfacher Wechsel zwischen Vanilla- und Hersteller-UI?

Amir Tamannai 29

Hersteller-UIs auf Android-Geräten sind ein ewiger Zankapfel: Zahlreichen Nutzern wird mit HTC Sense, Samsung TouchWiz oder zuletzt auch Huaweis Emotion UI der Wechsel zum und die Bedienung des Android-OS unter Umständen erleichtert, Hardcore-Fans würden auf ihren Geräten lieber ein naturbelassenes OS benutzten, wie man es von Googles Nexus-Smartphones kennt. Fakt ist, dass die eigenen UIs für viele Hersteller wichtiges Alleinstellungsmerkmal sind. Die kommende Android-Version 4.3 könnte nun ein Lösung des Dilemmas anbieten: Ein geleakter Screenshot der Android-Webseite deutet auf eine Wechsel-Funktion zwischen Vanilla-Oberfläche und Hersteller-Software hin.

Android 4.3: Einfacher Wechsel zwischen Vanilla- und Hersteller-UI?

Der israelische Blog Geekspot ist eines Screenshots der Android.com-Webseite habhaft geworden, auf dem ein kurzer Vorstellungstext zu Android 4.3 zu lesen ist, wie er sich aktuell auf der Seite auch für Android 4.2 findet. Im Text wird neben der verbesserten Kamera-App, einem optimierten Keyboard sowie ökonomischeren Bluetooth- und WLAN-Protokollen auch die Möglichkeit angesprochen, „das Interface wählen“ zu können (siehe Titelbild, klicken zum Vergrößern).

Explizit steht dort (Übersetzung von uns):

Wählen Sie ihr Interface

Mit Android 4.3 können Sie ganz einfach zwischen dem vom Hersteller angepassten Interface und der Google Edition Device[-Oberfläche] (GED) wechseln.

Zwar können wir die Echtheit des Screenshots natürlich nicht garantieren, im Rahmen des Möglichen und technisch nicht weiter kompliziert wäre eine solche Funktion — auch in Anbetracht der jüngst so populären Google Experience-Editionen des Galaxy S4 und HTC One und daraus resultierender Mods wie beispielsweise MoDaCo.SWITCH — aber durchaus; und willkommen wäre sie allemal. Stattfinden könne ein solcher Wechsel ganz einfach über einen Switch-Button auf dem Home Screen, wie es auch schon bei Launcher-Apps von Drittanbietern üblich ist. Oder aber komplizierter als Menü-Eintrag, eventuell sogar in den Entwickler-Einstellungen, um versehentliches Wechseln durch unbedarfte Nutzer zu verhindern.

Sollte Android 4.3 wirklich ein solchen Feature bringen, würden wir in der androidnext-Redaktion und mit uns Millionen Android-Fans weltweit nicht nur gewaltig zelebrieren, auch würde Google damit die perfekte Lösung für das bislang bestehende Dilemma entworfen haben: Hersteller können der breiten Käufermasse weiterhin ihre Software-Experience als Vorteil gegenüber der Konkurrenz verkaufen, während Geeks und Nerds sich nicht mehr mit diesen UIs herumschlagen müssen (aber jederzeit könnten, falls dieser Wunsch doch aufkommen sollte).

Fraglich bliebe, wie sich ein solches Konzept auf die Firmware-Updates auswirken würde, die eben wegen der anzupassenden UIs häufig stark verzögert ausrollen: Bei den Google Experience-Geräten liegt die Hoheit dafür, anders als bei Nexus-Devices, weiterhin bei den jeweiligen Herstellern. Und so würde es wohl auch bei allen 4.3-Smartphones und Tablets bleiben; einzig die umfangreichen Anpassungen als Grund für diese Verzögerungen anzugeben, würde argumentativ für die Unternehmen schwierig werden. Denkbar wäre daher ein Zwei-Stufen-Rollout: Erst das reine Android-Update und ein paar Wochen oder Monate später dann die Aktualisierung für das UI. Über die resultierende Fragmentierung und Zweiklassen-Gesellschaft schweigen wir uns diesbezüglich zunächst besser noch aus, bis das Ganze wirklich bestätigt und konkret ist …

Dennoch: Was würdet ihr zu einer solchen Lösung sagen — hätte Google damit erneut gezeigt, das Android einfach das beste OS der Welt ist? Oder würde euch diese Feature völlig kalt lassen?

GeekSpot [via mobiFlip]

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