Android 4.3: TRIM-Befehl beschleunigt und schont Flashspeicher

Sven Kloevekorn 17

Heimlich, still und leise hat Google mit seiner neuesten Betriebssystemversion Android 4.3 Jelly Bean den schon seit Jahren von Solid State Drives (SSD) in PCs und Notebooks bekannten ATA-Befehl TRIM auch auf Tablets und Smartphones eingeführt, wo dieser künftig Schreibzugriffe beschleunigen und die Alterung der Speicherzellen verlangsamen soll.

Android 4.3: TRIM-Befehl beschleunigt und schont Flashspeicher

SSDs basieren ebenso wie Speicher in Mobilgeräten und Speicherkarten auf Flashspeicher, der neben vielen Vorteilen wie geringem Gewicht, Stoßfestigkeit, niedrigem Energieverbrauch und enorm schnellen Zugriffszeiten auch eine Eigenheit mitbringt, die besonderer Aufmerksamkeit bedarf: Im Gegensatz zu den in herkömmlichen Festplatten verbauten, magnetischen Platten können Flash-Zellen nämlich nicht direkt überschrieben werden. Stattdessen ist stets ein separater Löschvorgang erforderlich, bevor die Zellen neue Daten aufnehmen können.

Räumt man in einem Dateisystem etwa durch das Löschen von Daten Platz frei, bekommt davon zunächst nur das Betriebssystem etwas mit, nicht jedoch der Speichercontroller, der den Flashspeicher auf Hardwareebene weitgehend selbständig verwaltet. Der TRIM-Befehl sorgt dafür, dass Informationen über ungültige oder freigegebene Speicherzellen ebenfalls beim Controller ankommen, der dann in Zeiten der Inaktivität schon einmal damit beginnen kann, die entsprechenden Zellen zu löschen — damit diese bei Bedarf sofort mit neuen Daten befüllt werden können, was die Schreibzugriffe beschleunigt. Die angesprochene Schonung der Speicherzellen, deren Lebensdauer durch eine maximale Anzahl von Schreibzugriffen begrenzt wird, wird dadurch erreicht, dass die obsoleten Daten nicht mehr länger mitgeschrieben werden müssen.

Wie AnandTech jetzt jeweils an einem alten und neuen Nexus 7 sowie an einem Nexus 4 beobachten konnte, führt Android 4.3 den TRIM-Befehl einmal pro Tag durch. Dazu startet Android eine Event namens „start idle maintenance window“ – das allerdings nur unter einigen Voraussetzungen: So darf das Event in den letzten 24 Stunden nicht gestartet worden sein, in der letzten Stunde darf keine Nutzeraktivität vorgelegen haben und der Akku muss bei Netzbetrieb noch mindestens 30 % und bei Akkubetrieb noch mindestens 80 % seiner Ladung aufweisen. TRIM dürfte übrigens auch das beim „alten“ Nexus 7 auftretende Phänomen beseitigen, dass das Tablet über einen längeren Nutzungszeitraum immer langsamer wird.

Quelle: AnandTech, [via ComputerBase]

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