Android 4.4: So werden Videos vom Bildschirminhalt aufgenommen

Steffen Pochanke 1

Google hat mit Android 4.4 ein ziemlich praktisches, wenn auch nicht intuitiv zu bedienendes Feature implementiert: Screen Recording. Damit lässt sich der Bildschirminhalt eines Geräts, beispielsweise des neuen Nexus 5, ohne Probleme in voller Auflösung aufnehmen. Einige Einschränkungen gibt es jedoch.

Bilderstrecke starten(12 Bilder)
KK Launcher: Der Android Launcher in Bildern

Die Einschränkungen

So schön die Möglichkeit zur Bildschirmaufnahme auch ist, es gibt auch einige negative Aspekte, die ich gerne voranstellen möchte. Es ist vor allem für Anfänger schwierig, auf das Feature zuzugreifen, da es offiziell nur über ADB und mit einem verbundenen PC funktioniert. Das ist ziemlich unpraktisch. Aktuell ist es nur mit Root-Zugriff möglich, einfach und direkt vom Android 4.4-Gerät aus Videos aufzunehmen. Doch dazu später mehr.

Aufgenommene Videos haben außerdem eine maximale Länge von 3 Minuten, nach denen die Aufzeichnung automatisch endet. Es gibt auch keine Möglichkeit, abgespielte Töne und Musik aufzuzeichnen und schlussendlich wird ein Rotieren des Bildschirms während der Videoaufnahme nicht unterstützt. Sollte sich während dem Video der Bildschirminhalt drehen, wird ein Teil des aufgenommen Bildes abgeschnitten und man kann eigentlich direkt wieder von vorne beginnen.

Google hat sich auch Gedanken um den Schutz von Inhalten gemacht. So können Entwickler App-Inhalte so deklarieren, dass sie nicht von dem Feature aufgezeichnet werden können. Das Mitschneiden von Play Movies-Videos wird also nicht möglich sein.

So sieht ein aufgenommenes Video beispielsweise aus:

Android 4.4 Easter Egg.

Die notwendige Software einrichten

Um das Feature auf die Weise zu benutzen, die Google vorgesehen hat, sind ein PC und etwas Software nötig. Ich konzentriere mich hierbei auf die Einrichtung unter Windows. Wer auf seinem PC bereits ADB eingerichtet und die Gerätetreiber installiert hat, kann direkt zur nächsten Überschrift springen.

Zunächst sollten die ADB-Treiber für das eigene Gerät installiert werden. Das geschieht am leichtesten über den Universal Windows ADB Driver. Ist dieser installiert, fehlt noch ADB selbst. Ein mögliches Tool dazu, „Minimal ADB and Fastboot„, bekommt ihr hier zum Download. Nach der Installation muss auf dem Android 4.4-Gerät noch USB-Debugging aktiviert werden:

  1. Wechsel in die Android-Einstellungen und den Einstellungspunkt „Über das Telefon/Tablet“.
  2. Dort wiederholt auf den Eintrag „Build-Nummer“ tippen, bis die Meldung „Sie sind jetzt Entwickler“ angezeigt wird.
  3. Zurück in die Startansicht der Einstellungen und in den Menüpunkt „Entwickleroptionen“ wechseln.
  4. Oben Entwickleroptionen aktivieren und dann eine Haken bei USB-Debugging setzen.
  5. Möchte man zusätzlich die Bildschirmberührungen aufzeichnen, empfiehlt es sich, in den Entwicklereinstellungen „Berührungen anzeigen“ zu aktivieren.
Jetzt kann das Android-Gerät an den PC angeschlossen und nach der Treiberinstallation „Minimal ADB and Fastboot“ gestartet werden. In dem angezeigten Terminal kann mit dem Befehl „adb devices“ überprüft werden, ob das Android-Gerät korrekt erkannt wurde. Wenn ja, muss der ADB-Zugriff auf dem Android-Gerät bestätigt werden und es erscheint eine Zahl neben dem Wort „device“ (siehe unteres Bild).

Die Bildschirmaufnahme starten

Mit dem Befehl „adb shell screenrecord /sdcard/movie.mp4“ beginnt das Gerät, den angezeigten Bildschirminhalt aufzuzeichnen und in die Datei „movie.mp4“ im Speicher zu schreiben. Achtet darauf, dass die Verbindung zwischen Computer und Android-Gerät nicht unterbrochen wird, denn dann endet die Aufnahme sofort. Mit der Tastenkombination Strg + c kann die Aufzeichnung beendet werden. Nach der Aufnahme kann das erstellte Video vom Gerät kopiert und weiterbearbeitet werden.
Beachtet außerdem, dass die eben aufgezeichnete Datei mit einer neuen Aufnahme ungefragt mit einer neuen „movie.mp4“ überschrieben wird, falls ihr den Befehl wieder genauso ausführt und den Dateinamen nicht ändert.
Android 4.4 Screen Recording
Neben diesem einfachen Befehl gibt es noch einige Modifikationen, die der Nutzer vornehmen kann. Fügt man in den Befehl hinter „screenrecord“ die Anweisungen „--bit-rate BITRATE“, „--size BREITExHÖHE“ oder „--time-limit SEKUNDEN“ ein, so können Bitrate, Auflösung oder Dauer der Aufnahme festgelegt werden.
Aus Sicherheitsgründen sollte nach der Aufnahme USB-Debugging in den Entwicklereinstellungen wieder deaktiviert werden.

Die komfortable Methode

Wie bereits weiter oben erwähnt, kann man Videos auch direkt vom Gerät aus aufzeichnen. Das ist nicht nur komfortabler, sondern auch weitaus einfacher. Voraussetzung ist jedoch, dass das Gerät gerootet und die Open Source-App Android 4.4 Screen Record installiert ist. Mit dieser können über ein Interface Aufnahmedauer und Speicherort des Videos festgelegt, sowie Aufnahmen gestartet werden. Da sich die Anwendung noch in der aktiven Entwicklung befindet, arbeitet sie auf manchen Geräten fehlerhaft.

downloaden*

 

Android 4.4 Screen Record

Quelle: Android Police

Titelbild: Shutterstock (Man holding video camera isolated on white background)

 

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung