Android 5.0 Lollipop: Kill-Switch macht Handydieben das Leben schwer

Tuan Le 17

Das Leben für Smartphone-Diebe wird mit Android 5.0 Lollipop schwerer: Wie Forbes berichtet, hat Google einen so genannten Kill-Switch in die neue OS-Version integriert, der den Diebstahl von Smartphones unattraktiv machen soll. Hierbei geht es aber weniger darum, dass Smartphone aus der Entfernung völlig unbrauchbar machen zu können, sondern zu verhindern, dass das gestohlene Smartphone auf die Werkeinstellungen zurückgesetzt wird.

Android 5.0 Lollipop: Kill-Switch macht Handydieben das Leben schwer

Der Kill-Switch, auf Deutsch sinngemäß Notausschalter, hat die Funktion, das Smartphone bei Verlust unbrauchbar zu machen und dient als letzte Möglichkeit, die eigenen Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen und dem illegalen neuen Besitzer die Freude am Smartphone zu verderben. Bei Apple ist der Kill-Switch bereits ein erprobtes Mittel, um Langfinger vom Diebstahl eines iPhones abzuhalten, wohingegen unter Android nur von einigen Herstellern wie zum Beispiel Samsung und LG bereits eine solche Funktion integriert worden ist. Unter Android 5.0 Lollipop ist die Integration aber offenbar etwas anders vorgenommen worden: Einen herkömmlichen Kill-Switch gibt es nicht, dagegen eine so genannte Factory Reset Protection. Diese dient dazu, das Wiederherstellen des Smartphones auf die Werkseinstellung mit einer Anmeldung im Google-Account zu koppeln und ist optional aktivierbar, sofern das Smartphone mit einem Passwort geschützt worden ist.

Die Idee dahinter ist einleuchtend: Wer sein Smartphone heutzutage mit einem Passwort, einer PIN oder sonstigen Schutzvorrichtungen versieht, kann sich zwar recht sicher sein, dass ein Dieb das Smartphone nicht unmittelbar verwenden kann. Recht problemlos ist es hingegen gerade bei Android-Smartphones möglich, das Gerät auf Werkseinstellungen zurückzusetzen, indem man die Recovery nutzt – die Daten werden dabei zwar gelöscht, doch das mindert den Geräte-Wert für Langfinger nur bedingt. Da nun allerdings ab Android 5.0 eine Anmeldung mit dem Google-Konto zum Zurücksetzen der Daten erforderlich ist, kann der Dieb erst dann vom Smartphone Gebrauch machen, wenn er auch diese Daten in Besitz gebracht hat – in den meisten Fällen ein unmögliches Unterfangen.

Vorerst ist diese Schutzvorrichtung optional und muss vom Nutzer eingerichtet werden, weshalb viele Kunden womöglich gar nicht erst davon Gebrauch machen werden. Sollte sich das Feature in Zukunft aber etablieren, dürfte der Smartphone-Diebstahl ziemlich unattraktiv werden. In Kalifornien ist bereits gesetzlich beschlossen worden, dass sämtliche Smartphone-Hersteller eine solche Kill-Switch-Vorrichtung anbieten müssen – vermutlich ist Googles Methode, das Smartphone für Diebe unbrauchbar zu machen, den meisten Nutzern sogar angenehmer. Interessant ist noch die Frage danach, wie genau der Kill-Switch umgesetzt worden ist und ob entsprechende Hardware dafür vonnöten ist, oder aber das Feature per Update auch auf älteren Geräten zum Einsatz kommen kann. Zudem könnten die persönlichen Daten in manchen Fällen wichtiger als der Wert des Smartphones sein, sodass manche Nutzer möglicherweise notgedrungen das Gerät mit dem Android Device Manager aus der Ferne löschen und den Zugriff auf das Smartphone dadurch zwangsläufig selbst wieder freigeben.

Was haltet ihr von dieser Version des Kill-Switch unter Android 5.0 Lollipop? Effektiv genug oder sollte das Smartphone auch völlig deaktiviert werden können? Eure Meinung wie immer in die Kommentare.

Quelle: Forbes [via Android Community]

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