Android „L“: Neues Kamera-API bringt umfangreiche Verbesserungen – RAW-Fotos, HDR+, Burst-Mode & mehr

Andreas Floemer 4

Googles im Zuge der I/O 2014 vorgestellter Android „L“-Release bringt eine Vielzahl an Neuerungen mit sich – nicht nur die Nutzeroberfläche wird umfangreich überarbeitet, sondern auch der Unterbau. Unter anderem das Kamera-API wird grundlegend neu entwickelt und erhält auf diesem Weg eine Vielzahl neuer Funktionen, über die sich Hobbyfotografen freuen werden.

Seit November letzten Jahres ist bekannt, dass Googles Entwickler dabei sind, die Android-Kamera-API grundlegend zu überarbeiten. Die Arbeiten an dem neuen API haben bereits Ende 2012 begonnen und sollten offenbar ursprünglich Bestandteil von Android 4.4 KitKat sein. Jedoch ist man offenbar nicht rechtzeitig zum Release der letzten Android-Iteration fertig geworden, sodass das große Update der Kamera auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden musste. Mit Android „L“ wird es nun offenbar soweit sein, denn in der Developer Preview sind allerhand Hinweise darauf zu finden.

Allen voran wird das neue Kamera-API eine dramatische Verbesserung der Performance im Vergleich zum aktuellen liefern, das System ist dank eines vollständig synchronisierten Pipeline-Modells nun dazu in der Lage, Fotos in voller Auflösung in der Geschwindigkeit zu liefern, die die Hardware bereitstellt. Beim Nexus 5 (Test) bedeutet dies, dass man künftig 30 Bilder pro Sekunde mit einer Auflösung von 8 MP schießen kann. Aktuell ist es lediglich möglich mit dem Nexus 5 maximal ein bis drei Fotos pro Sekunde in dieser Größe aufzunehmen.

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Zusätzlich zur beeindruckenden Performance-Steigerung bringt die Kamera-API Funktionen mit sich, die man bislang höchstens von HTC, Samsung oder anderen Herstellern kannte: So wird die kommende Version endlich einen Burst-Mode aufweisen, mit dem es möglich ist, Fotos in rascher Abfolge zu schießen. Ferner hält Support für DNG (Digital Negative) Einzug. Hierbei handelt es sich um ein Rohdatenformat (RAW-Bildformat) ähnelt und unbearbeitet bzw. unkomprimiert in voller Auflösung der Sensor-Größe gespeichert wird. Mittels Software wie zum Beispiel Adobe Lightroom und Photoshop lassen diese Aufnahmen sich umfangreich weiter bearbeiten.

Darüber hinaus bringt die neue Kamera-API HDR+ und viele Möglichkeiten der manuellen Nachbearbeitung. Doch nicht nur das: Der geneigte Hobbyfotograf hat dank Kamera-API 2 zudem die Option diverse Voreinstellungen vornehmen – unter anderem Belichtungsdauer, ISO-Empfindlichkeit, Farbkorrektur-Matrix, AE- / AF- / AWB-Modi und vieles mehr. Darüber hinaus soll die neue API Drittanbietern die Möglichkeit bieten, die Entwicklung neuer Kamera-Apps zu erleichtern.

Präsentation des neuen Kamera-API im Video – ab Minute 29:50:

Mit dem kommenden Update des Kamera-API bringt Google also endlich Funktionen an Bord von Stock-Android, die sich viele schon lange gewünscht haben. Dies zeigt zudem, dass die Kamera-App, die Google im April in den Play Store entlassen hatte, lediglich als eine Zwischenlösung betrachtet werden kann, wenngleich sie bereits einige Updates mit Funktionserweiterungen erfahren hat. Der große Schritt wird aber allem Anschein mit dem Release von Android „L“ im Herbst dieses Jahres erfolgen. Wer sich jetzt rasch die Developer Preview von Android „L“ auf sein Nexus 5 ziehen will, um den vollen Funktionsumfang der Kamera-API zu genießen, muss sich jedoch enttäuscht sehen: Bislang ist der vollständige Umfang der Verbesserungen noch nicht integriert worden.

[via Android Police, (2)]

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