Hush: Neue App soll bis zu 30 Prozent mehr Akku-Laufzeit bringen

Oliver Janko 7

Gibt es schon bald eine Lösung für das lästige Akkuproblem vieler Android-Geräte? Forscher von Intel und der Purdue-Universität arbeiten an einer App, die im Hintergrund laufende Anwendungen und Vorgänge beschränken und damit die Akkulaufzeit deutlich erhöhen soll. Ob der Plan so aufgeht, darf allerdings bezweifelt werden.

Hush: Neue App soll bis zu 30 Prozent mehr Akku-Laufzeit bringen

Die der Forschung zugrunde liegende Idee fußt auf einer interessanten Statistik, ebenfalls von den Wissenschaftlern erhoben: So sollen Smartphones auch mit deaktiviertem Display rund 46 Prozent der Energie verbrauchen, zwei Drittel davon werden durch im Hintergrund laufende Anwendungen beschlagnahmt. Im Klartext bedeutet das: Auch wenn das Display deaktiviert ist und sich das Smartphone de facto im Ruhemodus befindet, wird fleißig Strom verbraucht. Als Untersuchungsgrundlage dienten 2.000 Smartphones aus 61 verschiedenen Ländern.

Der Plan der Forscher ist so simpel wie genial -- zumindest in der Theorie: Es soll untersucht werden, welche Hintergrundanwendungen tatsächliche Handlungen des Nutzers zur Folge haben. Wenn das nicht oder kaum der Fall ist, soll die „Hush“ getaufte Software der jeweiligen App bestimmte Handlungen im Hintergrund verbieten. Dazu analysiert sie das Nutzerverhalten und erstellt anhand der erforschten Daten Regeln, die den Handlungsspielraum der einzelnen Anwendungen beschränken. Letztendlich bestimmt aber der Nutzer: Mittels einer Whitelist lassen sich manuell Anwendungen festlegen, auf die Hush nicht zugreifen kann.

Grundsätzlich ein nachvollziehbarer Gedanke; ob Hush allerdings wirklich dabei helfen kann, die Akkulaufzeit zu verlängern, muss noch bezweifelt werden - schlichtweg aufgrund fehlender Daten. Die Forscher haben erst zwei Testläufe mit verschiedenen Geräten gemacht, der Stromverbrauch konnte jeweils um 20 bis 30 Prozent reduziert werden. Ein zweifellos guter Wert, auf die breite Masse lassen sich diese Zahlen aber sicher noch nicht umlegen. Zudem scheint noch unklar zu sein, ob die im Hintergrund beendeten Apps den Nutzer letztendlich nicht doch das Leben erschweren könnten. Wer sich selbst ein Bild machen will: Hush steht auf GitHub zum kostenlosen Download bereit.

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Ähnliche Lösungen von Google und Huawei

Das Ganze erinnert übrigens an „Doze“, ein Feature, das mit Android 6.0 Einzug halten soll. Android M soll in der Lage sein, zu erfassen, wann ein Gerät über einen längeren Zeitraum nicht benützt wird und dann selbstständig die Hintergrundsynchronisierung herunterschrauben - eben auch, um den Akku zu schonen. Auch Huawei hat eine ähnliche eigene Lösung am Start, die beispielsweise auf dem im Rahmen der IFA 2015 präsentierten Mate S läuft: Es lässt sich einerseits per vordefinierbaren Einstellungen der Verbrauch festlegen, zum anderen finden Nutzer in den Einstellungen, im Unterpunkt „Energiesparen“, auch noch einen Stromspar-Modus. Hier kann ebenfalls manuell festgelegt werden, welche Apps nach dem Auschalten des Bildschirms noch weiterlaufen dürfen - und welche eben nicht. Nutzer mit Root-Rechten auf ihrem Gerät wissen möglicherweise auch um die nach einem ähnlichen Prinzip funktionierende App Greenify, die stromhungrige Apps „einfrieren“ kann, sodass sie nicht mehr im Hintergrund laufen.

Quelle: GitHub, via Heise

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