Vorsicht im Urlaub: Dieses EU-Land hat Handys am Steuer komplett verboten – auch wenn der Motor aus ist

Florian Matthey

„Kein Handy am Steuer!“ – vernünftigerweise kann man nicht viel gegen diese Regel sagen. In einem EU-Land herrscht jetzt aber auch dann Handyverbot, wenn der Motor aus ist. Im nächsten Sommerurlaub sollten wir also vorsichtig sein.

135 Euro für Handy am Steuer – auch wenn der Motor aus ist

Der französische Kassationsgerichtshof hat in einem Bußgeldverfahren entschieden, dass das Handyverbot für Autofahrer auch dann gilt, wenn der Fahrer des Autos rechts ran gefahren ist und seinen Motor abgestellt hat. Nach den französischen Gesetzen wird in diesem Fall ein Bußgeld in Höhe von 135 Euro fällig, außerdem gibt es in der französischen Kartei drei „Punkte“. Der Kassationsgerichtshof ist vergleichbar mit dem deutschen Bundesgerichtshof; die Auslegung des Gesetzes gilt somit für das ganze Land.

Die Richter begründen ihre Entscheidung so, dass ein Autofahrer auch dann noch „am Verkehr teilnimmt“, wenn er kurz an die Seite fährt, um zu telefonieren. Wohlgemerkt gilt das Verbot auch nach der neuen Auslegung durch das Gericht nicht, wenn der Fahrer auf einen Parkplatz fährt oder in seiner Hauseinfahrt telefoniert.

Einerseits ist es nachvollziehbar, dass ein Halten am rechten Straßenrand zum Telefonieren oder sonstiger Nutzung des Smartphones anders bewertet wird als ein tatsächliches Parken zu diesem Zweck. Andererseits stellt sich die Frage, warum das Anhalten zum Telefonieren anders bewertet wird als beispielsweise ein Anhalten zum Essen oder für einen Blick auf die Landkarte an derselben Stelle. Auch dürfte es weiterhin allenfalls ein Parkvergehen sein, wenn der Fahrer rechts ran fährt, aussteigt und dann neben seinem Auto telefoniert.

Eine sichere Variante, das Smartphone im Auto zu benutzen, ist Apples CarPlay. Wie dieses funktioniert, seht ihr hier.

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Französischer Automobilverband kritisiert die Entscheidung

Wenig überraschend gibt es auch Kritik vom französischen Automobilverband, der Automobile Club Association. Yves Carras, der Sprecher des Verbandes, verweist darauf, dass man Autofahrer eigentlich ermutigen sollte, zum Telefonieren anzuhalten. Tatsächlich könnten sich Fahrer jetzt die Frage stellen, ob sie nicht einfach beim Fahren telefonieren, wenn ihnen auch nach einem Heranfahren an die Seite ein Bußgeld droht.

Telefonieren beim Fahren ist aber auch in Frankreich erlaubt, wenn sich das Handy in der Hosentasche oder einer Handyhalterung befindet und der Fahrer eine Freisprecheinrichtung verwendet. Das dürfte auch für uns im Urlaub die sinnvollste Variante sein.

Quelle: Le Figaro via Phone Arena

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