Android N: Wie Google das Multitasking verschlimmbessert hat

Rafael Thiel 4

Mit jeder neuen Android-Version versucht Google, das mobile Betriebssystem ein Stück weit besser zu machen. Das gilt selbstredend auch für Android N, das eine Reihe interessanter Neuerungen mit sich bringt. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt: Denn während Multitasking mit der Multi-Window-Funktion ungemein angenehmer wird, erfuhr das „Letzte Apps“-Menü eher eine Verschlimmbesserung. Wir erklären, wieso.

Android N: Wie Google das Multitasking verschlimmbessert hat

In den vergangenen Jahren hat sich das Multitasking-Menü, im Englischen als „Recent Menu“ bezeichnet, gewandelt. Unter Android 4.4 KitKat tippte der Nutzer auf den Multitasking-Button und sah sich daraufhin einer vertikalen Liste mit Ausschnitten der zuletzt geöffneten Apps gegenüber. Hierbei wurde allen Anwendungen der gleiche Platz zugestanden. Mit Android 5.0 Lollipop änderte sich das: Die neue Karten-Optik priorisierte ob des neuen Scroll-Effekts stets drei Anwendungen, die verbliebenen Apps rückten dadurch abgestuft in den Hintergrund. Beim Sprung auf Android 6.0 Marshmallow blieb das Multitasking-Interface unangetastet.

Android N: Was sich bezüglich Multitasking verändert hat

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Nun veröffentlichte Google jüngst die erste Entwickler-Vorschau für Android N, das nächste große Update für das Betriebssystem. Darin erfährt das Multitasking-Konzept eine grundsätzliche Überarbeitung: Die größte Neuerung ist derweil das Multi-Window-Feature (siehe Artikelbild), das sich bereits in der Developer Preview von Android 6.0 Marshmallow zwischenzeitlich abzeichnete. Außerdem wurde eine beliebte Funktion zahlreicher Custom-ROMs in Stock-Android übernommen. Durch doppeltes Tippen des Multitasking-Buttons gelangt der Nutzer nämlich nunmehr direkt zur zuletzt geöffneten App – ohne Umweg über das „Recent Menu“.

Apropos „Recent Menu“: Die UI-Designer in Mountain View haben sich auch mit dem Interface der im Zwischenspeicher befindlichen Anwendungen befasst. Die durchaus gelungene Karten-Optik wurde zwar beibehalten, im Vergleich zur Vorgängerversion liegt der räumliche Fokus aber nahezu ausschließlich auf der letzten Anwendung. Die nachfolgende Gegenüberstellung des Multitasking-Menüs von Android KitKat, Android Lollipop respektive Marshmallow und Android N verdeutlicht das:

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Das Multitasking-Menü von Android N ist ineffizient

Womit wir auch schon bei der eingangs angesprochenen Problematik wären: Das neue Multitasking-Menü verlangt vom Nutzer durchschnittlich mehr Interaktion und ist somit ineffizient. Um etwa auf die drittletzte Anwendung zuzugreifen, muss unter Android N zunächst nach unten gewischt werden, bevor die entsprechende App vollständig sichtbar und somit auswählbar wird. Während Android Marshmallow die zuletzt geöffneten Apps hierarchisch sinnvoll abstuft, stellt Android N beinahe ausschließlich die letzte Anwendung dar – am folgenden Schema deutlich zu erkennen:

Dabei ist die Priorisierung der tatsächlich als letztes geöffneten Anwendung im Grunde redundant, schließlich erlaubt der neue Doppel-Tap-Shortcut direkten Zugriff auf ebenjene App. Zudem zeigt die neue Oberfläche nicht einmal mehr, die Namen der letzten Anwendungen – auch hierfür ist zunächst eine Nutzereingabe erforderlich. In Anbetracht der Tatsache, dass mit dem Fernbleiben der Google-Suchleiste im Multitasking-Menü unter Android N zusätzlicher Platz gewonnen wird, wirkt das neue Konzept noch ein Stück weit absurder.

Android N ist noch unfertig

Was hat sich Google also dabei gedacht? Wir wissen es nicht. Allerdings weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass es sich hierbei noch um eine unfertige Entwickler-Vorschau der nächsten Android-Version handelt. Bis zum finalen Release von Android N könnte sich also noch einiges ändern – womöglich auch bereits in der nächsten Developer-Preview, die für den April erwartet wird.

Quelle und Bilder: XDA Developers

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