Android 9.0: Wirft Google Millionen Apps aus dem Play Store?

Peter Hryciuk 1

Google plant schärfere Maßnahmen für Android 9.0, um veraltete Apps von Smartphones und Tablets fern zu halten. Die neue Richtlinie könnte Millionen von Apps betreffen, wenn die Entwickler nicht auf die neuen Vorgaben reagieren.

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Android 9.0: Google will ältere Apps ausschließen

Google hat im Play Store ein Problem mit veralteten Apps, die teilweise sehr beliebt sind, dafür aber seit Monaten oder Jahren nicht mehr aktualisiert wurden. Mit Android 9.0 P führt das Unternehmen eine neue Richtlinie ein, wonach Apps und Spiele, die das API-Level v17 von Android 4.2 nicht erfüllen, wohl nicht mehr auf Smartphones und Tablets installiert und ausgeführt werden können. In der ersten Version für Entwickler ist diese Sperre bereits enthalten. Apps, die die neue Richtlinie nicht erfüllen und nur kompatibel mit Android-Version 4.1 oder älter sind, werden mit einer Warnung versehen. Das gilt für die Installation per APK, die Ausführung bleibt trotz Warnung aber noch immer möglich. Anders könnte es im Play Store sein. Dort könnten die alten Apps auf neuen Smartphones und Tablets überhaupt nicht mehr angezeigt werden, sodass eine Installation von vornherein ausgeschlossen ist.

Entwickler bauen ihre Android-Apps oft auf alten Versionen auf, um die neuen Bestimmungen und Systemvoraussetzungen eines neuen Betriebssystems nicht erfüllen zu müssen. Bisher hatte das keine negativen Folgen, denn die Apps konnten auf jedem Smartphone und Tablet ohne Probleme ausgeführt werden. Wenn ein Entwickler aber eine zu alte Basis von Android nutzt, könnten diese Apps bald nicht mehr auf einem neuen Smartphone mit Android 9.0 laufen – oder im Play Store gefunden werden.

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Top 10: Die aktuell beliebtesten Android-Apps in Deutschland.

Gefahr für Entwickler nur auf lange Sicht?

Wenn man sich die Android-Verteilung des letzten Monats so anschaut, dann wird das Problem wohl auf kurze Sicht kaum jemanden betreffen. Android 8.0 und 8.1 sind gerade einmal auf 1,1 Prozent aller im Play Store aktiveren Android-Smartphones und -Tablets installiert. Android 4.1 und älter läuft hingegen auf 2,4 Prozent aller Android-Geräte. Trotzdem sollte das Vorgehen eine Warnung für alle Android-Entwickler sein. Das mag für Google jetzt nur ein kleiner Schritt sein, der Ruf nach Regulierung, ähnlich wie bei Apple, könnte aber für weitere Maßnahmen sorgen, die dann deutlich mehr Nutzer betreffen.

Unklar ist aktuell, wie viele Apps genau von der Einschränkung betroffen sind. Im März 2018 stehen 3,67 Millionen Apps im Play Store zum Download bereit. Die meisten davon sind alt, wurden lange nicht aktualisiert und könnten demnach bald unbrauchbar werden. Es wird also spannend sein zu sehen, wie sich die Einschränkung wirklich auswirkt.

Quelle: reddit via androidpolice

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