Google knallhart: So soll das Update-Problem bei Android-Smartphones endlich gelöst werden

Kaan Gürayer 10

Google legt die Ketten an: Um das bekannte Update-Problem von Android-Smartphones zu lösen, setzt der US-Konzern den Herstellern die Pistole auf die Brust. Wer sich an die schärferen Regeln nicht hält, darf in Zukunft keine neuen Handys mit Android-Betriebssystem auf den Markt bringen. 

Google knallhart: So soll das Update-Problem bei Android-Smartphones endlich gelöst werden
Bildquelle: Flickr/Kham Tran (CC BY 2.0).

Vor kurzem feierte Android den 10. Geburtstag. Im Laufe seines Lebens hat das mobile Betriebssystem eine rasante Evolution erlebt und ist mittlerweile an einem Entwicklungsstand angelangt, in denen neue Android-Versionen nur noch Verbesserungen im Detail mit sich bringen. Wichtiger als Generationssprünge sind daher Sicherheitsupdates, die Android-Smartphones- und Tablets vor Gefahren schützen. Der Laissez-faire-Politik, die die Hersteller bisher beim Thema Sicherheitsupdates an den Tag gelegt haben, setzt Google nun aber einen Riegel vor.

Android-Smartphones- und Tablets erhalten längere Sicherheitsupdates

Sicherheitsupdates für Android-Geräte müssen nun zwei Jahre regelmäßig verteilt werden, so die neue Vorgabe von Google. Das geht aus einem Vertrag zwischen dem Suchmaschinenanbieter und einem Hersteller hervor, den The Verge vorliegt.

Im Dokument macht Google den Android-Herstellern strikte Vorgaben: Demnach müssen im ersten Jahr nach Veröffentlichung des Android-Geräts mindestens vier Sicherheitsupdates verteilt werden. Heißt im Klartext: Alle drei Monate muss der Hersteller des Android-Smartphones- oder Tablets einen Patch ausrollen. Allgemein gilt, dass die Geräte am Ende eines Monats gegen die Bugs geschützt werden sollen, die 90 Tage zuvor identifiziert worden sind. Mit diesem Intervall soll sichergestellt werden, dass die Geräte auch im zweiten Jahr einen ordentlichen Schutz erhalten.

Neuregelung für Android-Updates: Google droht mit dem Entzug der Genehmigung

Die Neuregelung gilt aber nicht für alle Android-Smartphones- und Tablets: Nur Geräte, die von 100.000 Nutzern aktiviert worden sind, fallen unter die Richtlinie. Das sollte für die meisten Mainstream-Geräte aber locker reichen. Als Stichtag hat Google rückwirkend den 31. Juli 2018 angesetzt. Alle danach veröffentlichten Android-Geräte müssen sich den neuen Regelungen beugen.

Kommt ein Hersteller in Verzug und schafft es nicht, die Vorgaben einzuhalten, droht Google damit, neuen Android-Smartphones- und Tablets des jeweiligen Herstellers keine Genehmigung zu erteilen. Damit soll offenbar verhindert werden, dass Altgeräte in Vergessenheit geraten, während sich die Hersteller nur auf Neuveröffentlichungen konzentrieren. Ein altbekanntes Problem in der Android-Welt.

Android 9 Pie ist die aktuellste Version des Betriebssystems – das sind die Top-Features: 

Das ist Android Pie.

Europäische Android-Nutzer dürfen sich freuen

Die strengeren Regeln zu Android-Updates sind Teil von Googles neuen Lizenzvereinbarungen für Europa, nachdem das bisherige Modell von der Europäischen Kommission beanstandet wurde. Ob die Regelungen nur in unseren Breitengraden gelten, ist daher noch unklar. So oder so dürfen sich zumindest europäische Android-Nutzer auf längere und regelmäßige Sicherheitsupdates freuen.

Quelle: The Verge, via Golem

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