Android Wear, Auto & TV: Google unterbindet Anpassung der Nutzeroberflächen durch Hersteller

Tuan Le 23

Google scheint aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben und wird keine Software-Anpassung durch die Hersteller bei den kürzlich vorgestellten Plattformen Android Wear, Auto und TV erlauben. Laut Google Engineering Director David Burke soll es zwar möglich sein, die eine oder andere herstellerspezifische App auf den jeweiligen Geräten vorzuinstallieren, doch von stark angepassten Oberflächen à la HTC Sense und TouchWiz werden die Nutzer auf Smartwatches, Fernsehern und Autos mit Android nichts zu sehen bekommen.

Android Wear, Auto & TV: Google unterbindet Anpassung der Nutzeroberflächen durch Hersteller

Das inkonsistente Design der Benutzeroberfläche von Stock Android ist ein Kritikpunkt, den Google zukünftig auszuräumen gedenkt: Ein erster Schritt dazu ist sicherlich das Material Design, welches unter anderem die Diskrepanzen in der Design-Sprache von Chrome OS und Android ein wenig glätten soll. Hauptproblem sind und bleiben allerdings die Hersteller, welche seit jeher Android mit ihren hauseigenen Oberflächen überziehen und von der eigentlich von Google propagierten „puren Android Experience“ selten noch etwas übrig lassen. Egal, ob bei Samsung, LG, Sony oder HTC: Im Prinzip ist es wenig verwunderlich, dass vielen Verbrauchern beim Anblick ihres stark vom Hersteller angepassten Android-Smartphones gar nicht so richtig bewusst ist, welches Betriebssystem sie da eigentlich nutzen.

HTC-Sense-vs-touchwiz-vs-sony

Zumindest bei seinen neu angekündigten Lösungen für Wearables, das Wohnzimmer und Automobile möchte Google es gar nicht erst so weit kommen lassen und gibt strenge Vorgaben an die Hersteller, was die Verwendung von Android Wear, Android Auto und Android TV angeht. Das zeigt sich bereits bei der Samsung Gear Live und der LG G Watch, deren Software sogar die gleiche Buildnummer und Kernelversion aufweist und sich nur durch einige vorinstallierte Apps unterscheidet. Gegenüber Arstechnica ließ David Burke nun verlauten, dass die Benutzeroberfläche hier ein Teil des Produktes sei und zur Wahrung der Konsistenz Google selbst die Kontrolle über die Benutzeroberfläche und die darunter liegende Software übernimmt.

Ein weiterer Vorteil dieser Vorgehensweise ist der Umstand, dass Software-Aktualisierungen um einiges schneller an die Nutzer verteilt werden können und der Aufwand in der Entwicklung bedeutend geringer ist. Einzig ein Branding sowie die Installation einiger Dienste erlaube Google den Herstellern, doch ansonsten sollen Smartwatches, Fernseher und Autos, die mit dem Logo „Powered by Android“ versehen sind, unter einheitlicher Software laufen.

Trotz der offensichtlichen Vorteile scheint es überraschend, dass die Hersteller sich die Anpassung der Oberfläche einfach nehmen lassen, denn schließlich diente diese in der Vergangenheit als Mittel, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Google ließ die OEMs zu jener Zeit gewähren, da man ungeachtet der verwendeten Mittel möglichst schnell Marktanteile für Android ergattern wollte und einsah, dass Stock Android zum damaligen Zeitpunkt weder ausgereift noch attraktiv für die Endverbraucher gewesen ist. Dementsprechend lag es an den Herstellern, mit einer eigenen Version von Android die Kunden zu überzeugen. Mittlerweile stellen aber auch das Design aktueller Smartphones und Aspekte wie die Kamera oder die Display-Technologie Unterscheidungskriterien für die Nutzer dar und Google würde es sicherlich lieber sehen, dass die Hersteller den Konkurrenzkampf nur noch auf Hardware-Ebene ausführen und das mittlerweile ausgereifte Stock-Android unangetastet lassen würden. Vor allen Dingen Samsung hält an der Software-Anpassung fest: Auch wenn Google TouchWiz unter Android Wear im Moment erfolgreich unterbunden hat, ließ das südkoreanische Unternehmen bereits verkünden, dass man sich zumindest durch die Entwicklung eigener Dienste und Applikationen für Android Wear von der Konkurrenz abheben möchte.

Könntet ihr gut und gern auf sämtliche Anpassungen der Hersteller verzichten? Oder gibt es vielleicht doch einige wichtige Features, die lediglich bei dem einen oder anderen Hersteller zu finden sind? Meldet euch wie immer unten in den Kommentaren zu Wort.

Quelle: Arstechnica, CNET

Bildquelle: Phonearena

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung