Android Wear: Bekannte Uhrenhersteller gehen gegen plagiierte Watchfaces vor

Kaan Gürayer 3

Bekannte Uhrenhersteller sehen es offenbar gar nicht gerne, wenn ihre analogen Ziffernblätter nachgeahmt werden und als digitale Watchfaces auf den Smartwatches dieser Welt landen. Omega, Tissot und weitere namhafte Produzenten haben jetzt damit begonnen, rechtlich gegen Internetseiten vorzugehen, die Raubkopien ihrer Watchfaces für Android Wear zum Download anbieten. 

Android Wear: Bekannte Uhrenhersteller gehen gegen plagiierte Watchfaces vor

Ist vom Urheberrecht die Rede, hat man im ersten Augenblick wahrscheinlich illegal kopierte Filme oder Musik im Kopf. Die wenigsten werden wohl an Watchfaces denken, die einer Smartwatch eine individuelle Note verleihen. Bekannte Uhrenhersteller sehen in Watchfaces, die ihren Ziffernblättern nachempfunden sind, aber eine Verletzung ihrer Markenrechte und gehen mittlerweile rechtlich dagegen vor, wie TorrentFreak aktuell berichtet. Internetseiten, die Watchfaces für Android Wear zum Download anbieten, erhalten demnach immer öfter Unterlassungserklärungen bekannter Uhrenhersteller, die die Seitenbetreiber auffordern, urheberrechtlich geschützte Watchfaces innerhalb von 24 Stunden zu entfernen. Zu den illustren Marken, die auf diese Weise gegen Watchface-Webseiten vorgehen, gehören Tissot, Fossil, Omega, Armani und viele andere mehr.

watchfaces

Die Seitenbetreiber, wohl in Ermangelung rechtlicher Mittel zur Gegenwehr, reagieren meist kooperativ: TorrentFreak hat dazu ein Gespräch mit dem Gründer von FaceRepogeführt – der größten Seite im Netz, die von Usern kreierte Watchfaces anbietet. Seinen Aussagen zufolge hat FaceRepo bereits mehrere Meldungen von Uhrenherstellern erhalten, wonach auf der Seite urheberrechtlich geschützte Watchfaces zum Download angeboten würden. FaceRepo habe dann die besagten Watchfaces umgehend entfernt. Denn auch wenn einige der Watchfaces „richtig cool“ gewesen seien und „echtes Talent“ auf Seiten der Designer gezeigt hätten, vertrete man auch die Meinung, dass die Uhrenhersteller ihre Markenrechte schützen und verteidigen dürfen.

Android-Wear-Screenshot-Smartwatch-Google

Um solche Probleme grundsätzlich zu vermeiden informiere FaceRepo seine Nutzer, wenn ihre Watchfaces urheberrechtlich beanstandet würden. Darüber hinaus würden die Accounts all jener gesperrt werden, die zum wiederholten Male urheberrechtlich geschützte Watchfaces uploaden. Ein Schlagwort-Scanner durchsucht zudem die Beschreibungen der hochgeladenen Watchfaces: Sollten sich darin die Markennamen bekannter Hersteller finden, wird der Upload verweigert und der Nutzer informiert, dass das Hochladen urheberrechtlich geschützten Materials verboten sei.

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Auch Google steht vor diesem Problem

Doch nicht nur Betreiber dezidierter Watchface-Seiten müssen sich um das Urheberrecht der dort angebotenen Watchfaces kümmern, auch Google wird sich wohl bald dieses Problems annehmen müssen. Noch ist die Zahl der Watchfaces im Play Store – im Vergleich zum riesigen App-Angebot – zwar überschaubar. Mit den Verbesserungen, die Android 5.0 in Sachen Watchfaces bringen soll, dürfte ihre Zahl bald aber spürbar ansteigen – inklusive der Raubkopien bekannter Designs von Markenherstellern. Dass vergleichsweise kleine Uhrenhersteller keine Scheu haben, sich auch gegen große IT-Giganten zur Wehr zu setzen, hat Mondaine bewiesen: Das Schweizer Unternehmen ging Apple vor, nachdem der iPhone-Hersteller für iOS 6 ohne Einverständnis das Design seiner bekannten Bahnhofsuhr übernommen hatte. Ergebnis: Im Nachhinein musste Apple gut 21 Millionen US-Dollar an Lizenzgebühren bezahlen.

Was meint ihr: Übertreiben hier die Uhrenhersteller? Oder haben sie Recht, wenn sie rechtlich gegen geklaute Designs ihrer Ziffernblätter vorgehen? Eure Meinungen dazu bitte in die Kommentare.

Quelle: TorrentFreak

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