Android Wear: Google präsentiert Smartwatch- & Wearable-Betriebssystem

Tuan Le 15

Dass Google an Wearable Devices interessiert ist, hat Senior Vice President Sundar Pichai in einem Interview erst vor kurzem bestätigt. Auch, dass LG als Smartwatch-Hersteller mit an Bord sein könnte, wurde in einigen Gerüchten immer wieder vermutet. Nun hat Google aber unverhofft das Projekt namens Android Wear in Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Motorola, LG, HTC, Samsung, ebenso aber auch dem Uhrenhersteller Fossil vorgestellt, welches den Markt für Wearable Devices neu definieren dürfte.

Android Wear: Google präsentiert Smartwatch- & Wearable-Betriebssystem

Android Wear heißt Googles neue Software-Plattform für Smartwatches und soll alles besser und Smartwatches ebenso wie Wearable Devices im Allgemeinen endlich salonfähig machen. Wenn man sich das Promotion-Video zu Android Wear ansieht, wird man sich vermutlich im ersten Moment fragen, was um alles in der Welt die Smartwatch-Hersteller den Nutzern bislang zugemutet haben. Die Oberfläche orientiert sich sehr stark an Google Now und Texteingaben werden vom Nutzer ausschließlich über Spracheingaben ausgeführt.

Ebenso auffällig ist das schlichte und elegante Design der im Video gezeigten Smartwatches, welche vornehmlich als echte Companion Devices dienen, um wichtige Informationen abrufen zu können – auf dem Weg zu Freunden oder ins Büro, ebenso bei alltäglichen Aufgaben, wenn man schnell und einfach Informationen abrufen möchte. Google will offenbar keine futuristischen High-Tech-Geräte am Armgelenk sehen, wie es bei der Samsung Galaxy Gear der Fall ist, sondern Smartwatches im Gewand traditioneller Armbanduhren. Es ist daher auch wenig verwunderlich, dass neben den zahlreichen Herstellern von Smartphones auch Fossil mit von der Partie ist, um Android Wear die passende Optik zu verleihen. Auch Hersteller von Prozessoren wie Broadcom, Imagination, Intel, Mediatek und Qualcomm sind mit dabei und noch in diesem Jahr sollen die ersten Smartwatches auf dem Markt erscheinen.

android-wear-partner

Passend zur Einführung gibt es für die Nutzer auch gleich handfeste Tatsachen, denn die Developer Preview von Android Wear steht Entwicklern nun zum Ausprobieren der neuen Software zur Verfügung. So kann die Arbeit an der Entwicklung und dem Test von Applikationen bereits beginnen, schon jetzt sollen sämtliche Applikationen, die Informationen in der Benachrichtigungsleiste anzeigen, diese Informationen problemlos an Geräte mit Android Wear weiterleiten können.

Im Video zur Developer Preview wird die Funktionsweise von Android Wear näher erläutert. Die Steuerung der Smartwatch erfolgt über Spracheingabe mit dem gewohnten „OK Google“ beziehungsweise über Wischgesten und anstelle von herkömmlichen Menüs mit viel zu kleinen Icons und unübersichtlichen Listen erhält der Nutzer auf verschiedenen Homescreens Informationen zu bestimmten Themen wie dem aktuellen Wetter oder der Navigation zum Arbeitsplatz. Das Interface ist natürlich völlig im Stile der Holo UI von Google gehalten, sodass sich Android-Nutzer hier wie zu Hause fühlen werden.

Android-Wearables-Devices-Developer Preview

Wer sich ein wenig mit der Android-Entwicklung auskennt, kann sich das SDK ab sofort nach einer Registrierung auf der entsprechenden Website herunterladen und Android Wear über eine emulierte Smartwatch ausprobieren – bis zur Freigabe der Developer Preview können allerdings bis zu 24 Stunden vergehen, sodass man sich in der Zwischenzeit zumindest das übliche Android SDK herunterladen und einrichten sollte. Android Wear scheint allerdings definitiv schon im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium angelangt zu sein, denn sogar das Pairing des Smartphones mit der emulierten Smartwatch sei möglich, damit Entwickler von Applikationen ausprobieren können, wie es mit der Kompatibilität aussieht. Es handelt sich hierbei also keineswegs um ein reines Konzept – Android Wear existiert und funktioniert bereits und auch die passende Hardware wird in Kürze auf den Markt kommen.

Android-Wear-SDK-Preview

An dieser Stelle will Google aber noch keineswegs halt machen, sondern vielmehr in Zukunft die Möglichkeiten von Android Wear noch erweitern. Dazu zählt etwa die Möglichkeit, eine eigene Benutzeroberfläche für Android Wear zu entwickeln, mit angepassten Karten sowie der Ausführung von Aktionen direkt auf dem Wearable Device. Auch der Datenaustausch mit dem Smartphone soll an weiteren Stellen verbessert werden, um eine lückenlose Synchronisation zu ermöglichen. Wie im Interview mit Sundar Pichai bereits angedeutet, spielen zudem Sensoren für Google eine große Rolle, etwa Herzfrequenzmesser, Schrittmesser und viele weitere, deren Informationen dem Nutzer ebenfalls auf einer Smartwatch zur Verfügung stehen sollen. Zu guter Letzt will Google weiterhin die Sprachsteuerung verbessern – so sollen weitere Sprachbefehle, etwa zum Abspeichern von Notizen, in der Software vom Nutzer integriert werden können. In den Devbytes-Videos werden die Möglichkeiten von Android Wear näher erläutert und auch das Prinzip der Synchronisation der Benachrichtigungen zwischen Smartphone und Android Wear erklärt.

Insgesamt hat Google sich mit Android Wear sehr hohe Ziele gesetzt, erscheint jedoch bereits jetzt um einiges organisierter und durchdachter vorzugehen, als es bei anderen Unternehmen der Fall gewesen ist. Scheinbar liefen die Vorbereitungen schon seit langem im Verborgenen und sicherlich hat man auch von den Fehlschlägen anderer Hersteller gelernt. Letzten Endes wird der Erfolg von Android Wear allerdings auch von der Hardware abhängen und von der Frage, wie sich Android Wear in der Praxis in Sachen Akkulaufzeit und Nutzerkomfort schlagen wird.

Quelle: Google Blog [via engadget]

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