Com1: Günstige Android Wear-Smartwartch nach Google-Beschwerde von Crowdfunding-Seite verschwunden

Oliver Janko 3

Google lässt die Muskeln spielen: Berichteten wir vor wenigen Wochen noch über die Com1, eine Android Wear-Smartwatch zum äußerst günstigen Preis von unter 100 Euro, ist das auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo nach Unterstützern suchende Projekt mittlerweile nicht mehr auffindbar. Offizieller Grund seitens Google für die Beschwerde: Das verwendete Bildmaterial sei Copyright-geschützt.

Wir werfen einen kurzen Blick zurück: Vor rund zwei Wochen wurde auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo dazu aufgerufen, die Android Wear-Smartwatch Com1 zu unterstützen. Eines der herausragenden Merkmale war der Kostenpunkt: Die Preise begannen bei 125 US-Dollar (circa 96 Euro) für die günstigste Ausstattungsvariante, 175 US-Dollar (circa 137 Euro) waren für die Version aus rostfreiem Edelstahl oder Aluminium fällig. Angesichts der durchaus interessanten Com1-Hardware – verbaut werden sollten ein AMOLED-Display mit einer Auflösung von 320 x 320 Pixeln, ein Single Core-Prozessor und 4 GB interner Speicher – und des relativ niedrigen Sammelziels von 75.000 US-Dollar räumten wir der smarten Uhr durchaus gute Chancen auf eine erfolgreiche Finanzierung ein.

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5 coole Apps für Android Wear (Wear OS):

Google offenbar allerdings auch - aus Gründen, die für die breite Masse an Konsumenten wohl nur schwer nachvollziehbar sind, setzt sich der Techriese gegen das junge Startup vehement zur Wehr. Am 23. September, also vor rund einer Woche, veröffentlichte Com1 folgende E-Mail:

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Kurz zusammengefasst: Google legt gegen das von Com1 auf Indiegogo verwendete Bildmaterial Beschwerde wegen Urheberrechtsverletzung ein – gemeint sind damit wohl die Android Wear-Screenshots, die einige Funktionen der Com1 zeigen (siehe oben). Diese Warnung hat offenbar gefruchtet: das Projekt ist nicht mehr auf der Indiegogo auffindbar, eine Weiterführung erscheint nach momentanem Stand eher unrealistisch.

Stellt sich nur die Frage, was Google gegen ein kleines Projekt wie Com1 einzuwenden hat. Wir lehnen uns wohl nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn wir behaupten, dass es dabei weniger um das liebe Geld als um das Statuieren eines Exempels geht: Hätte das Com1-Team erfolgt gehabt, wären etwaige Nachfolger keine Überraschung gewesen. Google lebt von Partnerschaften mit etablierten Herstellern, die sich im Umkehrschluss dann natürlich auf frische Konkurrenz einstellen hätten müssen. Es ist indes aus davon auszugehen, dass das Com1-Team sich nicht mit Google ausgetauscht respektive überhaupt angefragt hat, Android Wear für die Smartwatch zu verwenden. Ob Google jedoch auf Anfrage sein Jawort gegeben hätte, Android Wear für ein Crowdfunding-Projekt  herzugeben – zumindest in diesem immer noch frühen Entwicklungsstadium –, dürfte unwahrscheinlich sein.

Man kann Googles Aktion also wohl als Schutzmaßnahme zum einen für die Exklusiv-Partner verstehen, zum anderen aber auch, um das eigene Produkt, Android Wear, besser kontrollieren zu können. Google ist in letzter Zeit bekanntlich sehr  um seine Produkte bedacht: Das UI von Android Wear, Android Auto und Android TV darf nicht verändert werden, ferner ist zur Nutzung der neuen Produkte – im Unterschied zum AOSP – eine Lizenz seitens Google vonnöten. Um Com1 ist es dennoch schade – immerhin hatte das Com1-Team bis zum unfreiwilligen Ende der Reise schon rund 30.000 US-Dollar auf der Habenseite.

Laut Com1 ist die Sache zwar noch nicht ausgestanden, allerdings wurde bereits damit begonnen das eingesammelte Geld zurückzuerstatten. Ferner haben sie bereits einen Plan B in Arbeit – um was es sich dabei aber handelt, ist nicht bekannt.

Eure Meinung zum Vorgehen von Google? Berechtigt oder unnötig? Wir freuen uns über Kommentare!

Quelle: Indiegogo, Com1 @Twitter [via AndroidpoliceCrowdfund Insider]

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