Google macht dicht?

Kamal Nicholas

Nein, Google ist natürlich weit davon entfernt das eigene Unternehmen zu schließen, doch die neuen Systeme namens Android Wear, Android Auto und und Android TV werden wesentlich verschlossener als Android für Mobilfunkgeräte.

Android für Smartphones und Tablets wird seit Anfang an die großzügige Offenheit attestiert. Dadurch hat jeder Hersteller die Möglichkeit, eigene Benutzeroberflächen und Skins über das reine Android zu klatschen, um der ganzen Angelegenheit so einen eigenen Look zu verpassen. Den einen gefällt das, anderen nicht. Doch die Sache hat einen größeren Nachteil als eine geschmackliche Diskrepanz: Updates brauchen länger, Android als solches wirkt weiterhin wenig einheitlich. Wer ein samsung Smartphone in den Händen hält, muss sich bei einem Sony- oder HTC-Gerät erst wieder neu zurechtfinden.

Benutzeroberfläche als wichtiger Teil der Produkte

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5 coole Apps für Android Wear (Wear OS):

Mit den neuen auf der Google I/O vorgestellten Angeboten wie Android Wear, Android TV und Android Auto ändert sich das aber nun. Wie Ars Technica im Gespräch mit Google erfahren hat, verschärft das Unternehmen aus Mountain View für die oben genannte Software die Richtlinien und kontrolliert damit, wie das Ganze auszusehen hat und wie sich das Angebot bedienen lässt.

Egal ob Android Auto, Android TV oder Android Wear, alle Hersteller, die ihre Geräte mit einer dieser Betriebssysteme ausstatten will, wird sich an die Vorgaben von Google  halten müssen. Eigene Benutzeroberflächen und die dazugehörige Software werden somit nicht modifiziert.

Warum entscheidet sich Google hier für eine solche Regelung, während es bei Android Mobilfunkgeräten ganz anders aussieht? Laut Googles Engineering Director David Burke liegt dass darin, dass die Benutzeroberfläche (vor allem in Bezug auf Android TV) wesentlich größerer Bestandteil des Produktes ist.

„The UI is more part of the product in this case. We want to just have a very consistent user experience, so if you have one TV in one room and another TV in another room and they both say Android TV, we want them to work the same and look the same… The device manufacturers can brand it, and they might have services that they want to include with it, but otherwise it should be the same.“

Der große Vorteil ist allerdings nicht nur darin versteckt, dass die Nutzererfahrung bei allen Geräten die gleiche ist (egal von welchem Hersteller das entsprechende Gerät stammt), sondern dass Google Updates sofort für alle Geräte ausliefern kann, ähnlich etwa wie bei Googles Chrome. Allerdings bedeutet dieser Schritt auch eine Einschränkung für Entwickler, da diese wahrscheinlich nicht einfach mehr den Quellcode nutzen können, um neue Dienste auf dessen Basis aufzubauen.

Quelle: Ars Technica via t3n, Artikelbild: Android4x

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