Smartwatches: Google zeigt gigantischen Moto 360-Prototypen, demonstriert Entwicklung für Android Wear

Rafael Thiel 3

Android Wear ist wie ein Puzzle, dessen Puzzleteile sukzessiv entweder offiziell enthüllt werden oder aber ungewollt durchsickern – zuletzt etwa ein System-Dump der LG G Watch. Wie lange man in Mountain View schon an dem Wearable-Betriebssystem arbeitet wissen wir nicht, jedoch gewähren die beiden Googler Roman Nurik und Timothy Jordan, stellvertretend für die Design- und Developer-Abteilung des Ressorts, Einblicke in die Entwicklung der Android Wear-Oberfläche und versprechen zudem eine spannende Google I/O.

Smartwatches: Google zeigt gigantischen Moto 360-Prototypen, demonstriert Entwicklung für Android Wear

Die größte Schwierigkeit bei der Entwicklung der Oberfläche von Android Wear war beziehungsweise ist die Tatsache, dass die Anzeige sowohl auf herkömmlichen rechteckigen Bildschirmen als auch auf runden Displays gleichermaßen informativ und optisch ansprechend sein muss – die Moto 360 und die LG G Watch wurden unter ebenjener Prämisse entworfen.

Dem mussten sich auch Roman Nurik und Timothy Jordan stellen, beide langjährige Mitarbeiter von Google. Gemeinsam wollten sie eine App für Android Wear entwerfen, die auf der Google I/O am Ende dieses Monats zu Demonstrationszwecken genutzt werden kann – dementsprechend lag der Fokus hauptsächlich auf der Gestaltung der Oberfläche. Timothy Jordan hatte bereits Erfahrung mit spartanischen Benutzeroberflächen, ist er doch einer der treibenden Entwickler von Google Glass, und gewährte bereits Einblicke in das Benachrichtigungssystem von Android Wear. Auch Roman Nurik ist kein unbeschriebenes Blatt, so entwickelte er bereits diverse Interfaces von Android und machte ebenso mit seiner Wallpaper-App Muzei sowie dem beliebten Dashclock Widget von sich reden.

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Smartwatches mit Android Wear sollen nicht das Smartphone ersetzen, sondern eine komfortabel einsehbare Anzeige mit kontextuellen Informationen sein – ähnliches ließ bereits Android-Chefdesigner Matias Duarte in einem Interview verlauten. So kamen die beiden Googler auf die Idee, eine Wander- und Sightseeing-App zu entwerfen, die den Benutzer an sehenswerten Orten vorbeiführt und in der Lage ist, interessante Hintergrundinformationen zu liefern. Da beide mehr Erfahrung mit rechteckigen Layouts hatten, wurden die ersten Mockups für die G Watch erstellt. Gleich zu Beginn stellte es sich als kompliziert heraus, eine informative Oberfläche für ein Display mit nur 280 x 280 Pixeln zu gestalten.

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Mithilfe diverser Tools konnten die Mockups auf die G Watch geladen werden und machten auf der viereckigen Smartwatch auf Anhieb eine überraschend gute Figur. Es bedurfte lediglich kleiner Änderungen, schon hat sich das Design „am Handgelenk richtig angefühlt“. Das quittierten die beiden Entwickler mit einem entsprechenden Foto, das neben dem Design auch einen Prototypen der G Watch zeigt.

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Die an das jeweilige Display angepassten Mockups; die PSD-Dateien wurden freundlicherweise hochgeladen.

Doch die Moto 360 wollte natürlich ebenso bedient werden. Wie aus dem gestern veröffentlichten Blogeintrag hervorgeht, stellte es sich als „überraschend einfach“ heraus, die Oberfläche für das runde Display zu optimieren. Angeblich habe es weniger als eine Stunde gedauert die quadratischen Mockups anzupassen. Auf dem korrespondierenden Foto macht die Moto 360 allerdings einen äußerst klobigen Eindruck; bleibt zu hoffen, dass die finale Version der Smartwatch ähnlich grazil ist, wie es die Teaser bislang versprachen. Der Durchmesser soll angeblich branchenübliche 46 Millimeter betragen.

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Am Ende des Blogeintrages versprechen Roman Nurik und Timothy Jordan zudem „jede Menge […] zu Design und Wearables“. Demzufolge gehen wir fest davon aus, dass sich Android Wear auf der Google I/O die Ehre geben wird – mutmaßlich zusammen mit der Moto 360 und der G Watch. Ob damit auch auf eine neue Designsprache für Android angespielt wird, vermögen wir nicht zu sagen. Spätestens am 25. Jun wissen wir mehr, denn dann beginnt die Entwicklerkonferenz in San Francisco – auf der wir wohl auch eine Wander-App sehen werden.

Quelle: Android-Developers

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