AppCleaner

Marco Kratzenberg

Windows wird ständig mit temporären Daten zugemüllt und jede Installation hinterlässt Reste. Um das System gründlich von Müll und verräterischen Spuren zu reinigen, gibt es mehrere Tools. Die Freeware AppCleaner will besonders gründlich sein.

Bislang verlassen sich sicher die meisten noch auf den CCleaner, wenn es darum geht, ein Windows-System auf allen Ebenen zu säubern. Allerdings bietet die kostenlose Version dieses Programms nicht den vollen Leistungsumfang. Auch wenn wir die Anzahl der berücksichtigten Programme durch verschiedene Erweiterungen deutlich ausbauen können, läuft man damit immer der Entwicklung ein paar Schritte hinterher.

AppCleaner ist sehr umfangreich

Prinzipiell ist bei allen Reinigungstools Vorsicht geboten. Sie sind darauf angelegt, gezielt nach bestimmten Überresten von bekannten Anwendungen zu suchen und diese aufzulisten. Dem Anwender überlassen sie dann oft die Entscheidung, ob er die Daten wirklich vernichten will. Und damit sind die meisten Computeranwender eigentlich überfordert.

Das Problem kann auch der AppCleaner nicht lösen. Aber man kann sich immerhin zu jedem gefundenen Eintrag auf einen Kli8ck hin anzeigen lassen, welche Daten sich im Einzelnen dahinter verbergen.

Mehr als 2.000 Programme befinden sich bereits jetzt in der Datenbank. Die Überreste all dieser Anwendungen kennt der AppCleaner und scannt die Laufwerke gezielt danach durch. Er sucht nach Cookies und überflüssigen Log-Dateien, nach den Listen der zuletzt geöffneten Dateien, Verläufen und all den anderen kleinen Häufchen, die fast jede Anwendung auf unserer Festplatte hinterlässt. Manche von denen sind einfach nur überflüssig. Andere verlangsamen das System oder sind verräterisch. AppCleaner kann diese Reste löschen und auf Wunsch dabei sogar besonders gründlich und sicher vorgehen.

Im Normalfall werden diese Daten nämlich einfach nur gelöscht und sind für zahlreiche Tools problemlos wiederherstellbar. AppCleaner kann aber auch gleichzeitig mit dem Löschen den Speicherplatz der Dateien auf der Festplatte überschreiben. Im simpelsten Fall geschieht das einmal mit Zufallszeichen. Das verlangsamt allerdings den Vorgang bereits merklich. Noch langsamer wird’s beim dreifachen Überschreiben. „NSA-sicher“ soll ein siebenfaches Überschreiben sein. Selbst die Programmhersteller warnen vor einem Modus, der ein 35-faches Überschreiben verspricht. Dadurch dauert eine richtige Plattenreinigung vermutlich Tage.

AppCleaner putzt auch die Platte

Immer wieder fühlt man sich bei AppCleaner an CCleaner erinnert. Und so gibt es auch hier einen Modus, mit dem man den freien Speicherplatz von Festplatten reinigen kann. Dabei werden all jene Bereiche eben auch 1 bis 35 Mal überschrieben, die derzeit keine Dateien enthalten. So soll unmöglich gemacht werden, dass irgendwer mit forensischen Tools gelöschte Daten wieder sichtbar macht. Laut einer englischen Uni soll das übrigens bereits beim einfachen Überschreiben gewährleistet sein – aber man weiß ja nie…

Zusätzlich enthält der AppCleaner noch ein Modul zur Deinstallation von Programmen sowie eine Abteilung, mit der man Anwendungen aus dem Autostart löschen kann. Auch das kann den Rechner schneller machen!

Hinweis:Das Programm gibt’s als portable und als Setup-Version. Falls man Die Setup-Version verwendet, wird man im ersten Schritt gefragt, ob man die „Google Custom Search verwenden“ will. Das hat für den Anwender keinerlei Vorteile, bringt bestenfalls der Firma Geld. Muss also nicht zwingend angekreuzt bleiben und hat keinen Einfluss auf das Programm.

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