Elgato Turbo 264: USB-Stick kodiert Filme im Schnelldurchlauf

Thomas J. Weiss

Ein kleiner USB-Stick kann schon bald dafür sorgen, dass ein Mac Videos schneller ins QuickTime-Format H.264 umwandelt. Noch gibt es vom Turbo 264 nur einen Prototypen, bis Ende April aber will Elgato das neue Gerät auf den Markt bringen. Wer Fernsehsendungen am Mac aufzeichnet, Videos digitalisiert und auf Festplatten, iPods und auf Apple TV abspeichert, der spart damit nicht nur Zeit – er kann während der Kodierung ins H.264-Format auch uneingeschränkt an seinem Mac arbeiten. macnews.de konnte eines der ersten Geräte bereits vorab im Einsatz erleben.

Normalerweise kodiert man Videos am Mac mit QuickTime oder – bislang etwas schneller – mit ffmpeg. Elgato setzt auf QuickTime sowie einen zusätzlichen Prozessor im Turbo-Stick und will damit Geschwindigkeitsrekorde brechen. Denn ein QuickTime-Plug-in sorgt dafür, dass beim Konvertieren nicht der Hauptpozessor des Macs die Last übernehmen muss. Die Umwandlung ins H.264-Format übernimmt vielmehr der Chip im USB 2.0-Stick, der das in einem Bruchteil der Zeit erledigt.

Für den Prototypen nennt der Hersteller folgende Leistungsdaten: Ohne Turbo 264 dauert die Kodierung auf einem PowerMac mit zwei G5-Prozessoren bei einer Auflösung von 640 auf 480 Bildpunkten ungefähr die dreieinhalbfache Zeit der Abspiellänge, ein einminütiges Video wandelt der Mac in dreieinhalb Minuten um. Mit dem Turbo 264 hingegen braucht der gleiche Rechner nur 80 Prozent der Abspielzeit, also ungefähr 46 Sekunden. Auf langsameren Macs dürfte der Geschwindigkeitszuwachs sogar noch höher sein, bis zur Markteinführung will Elgato das Gerät zudem weiter optimieren. Ob es der Hersteller bis dahin schafft, Videos auch ins von Apple TV unterstützte Format 720p umzuwandeln, wird sich noch herausstellen.

Mit dem Plug-in lässt sich der Stick zusammen mit allen QuickTime-kompatiblen Anwendungen wie iMovie HD und der Fernsehsoftware eyeTV verwenden, auch kommende Versionen von Toast Titanium und Popcorn sollen den Turbo 264 unterstützen. Für die Kodierung in QuickTime selbst benötigt der Anwender die kostenpflichtige Pro-Version. Deshalb liefert der Hersteller wohl eine Standandalone-Applikation mit, die zusätzliche Ausgaben überflüssig macht. Unter einer glänzend-schwarzen Oberfläche erlaubt sie ebenfalls, Videomaterial mit Auflösungen von 320 auf 240 Pixel sowie mit 640 auf 380 Pixel zu kodieren. Zudem unterstützen beide Lösungen das Videoformat von Sonys tragbarer Playstation.

Wer viele Videos besitzt oder seinen Mac zusammen mit EyeTV als digitalen Videorekorder nutzt, wird die neue Lösung schnell zu schätzen wissen. Ab Ende April will der Hersteller den Turbo 264 zu einem Preis von 99 Euro zum Kauf anbieten.

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