Ashampoo Snap: Screenshots erstellen und sofort bearbeiten unter Android

Lukas Funk 2

Kaum vorstellbar, aber erst seit Version 4.0 Ice Cream Sandwich ist in Stock-Android eine vernünftige Funktion zum Erstellen von Screenshots enthalten. Doch was, wenn man ein Bildschirmfoto bearbeiten möchte, um beispielsweise auf eine bestimmte App hinzuweisen? Der deutsche Entwickler Ashampoo hat hierfür sein von Windows bekanntes Screenshot-Tool Ashampoo Snap nun für Android veröffentlicht — wie sich dieses schlägt, erfahrt ihr in unserem Kurztest.

Ashampoo Snap: Screenshots erstellen und sofort bearbeiten unter Android

Eine bekannte Situation: Man möchte mit einem Screenshot auf einen ganz bestimmten Teil des Bildschirminhalts hinweisen, etwa einen Grafikfehler, eine spezielle App oder einen Listeneintrag. Nun ist das Erstellen eines Screenshots allein kein Problem mehr, seit Android 4.0 Ice Cream Sandwich geschieht dies — zumindest unter Stock Android — mit der Tastenkombination Power + Lautstärke runter. Doch wie macht man auf einen Bildausschnitt aufmerksam? Im Play Store gibt es diverse Apps, die das kritzeln auf Bilddateien erlauben, doch sind die meisten davon nicht speziell auf Screenshots ausgerichtet, sie bieten nur einen begrenzten Funktionsumfang oder fordern verdächtig viele Berechtigungen.

ashampoo-snap-tools
ashampoo-snap-text

Eine Alternative stellt Ashampoo Snap dar. Das Screenshot-Programm, das seit Jahren unter Windows am Desktop genutzt werden kann, wurde nun für Android umgesetzt. Die App ist speziell auf das Bearbeiten von Screenshots zugeschnitten und bietet entsprechend eine kleine, aber sinnvolle Auswahl an Werkzeugen sowie ein durchdachtes Bedienkonzept, wie das offizielle Produktvideo zeigt:

Öffnet man einen Screenshot mit Ashampoo Snap, kann man diesen zunächst frei zuschneiden, Zoomen und auf dem Bildschirm platzieren. Mit einem Klick auf das Icon im unteren linken Eck öffnet sich die Werkzeugleiste, über die man auf verschiedene Tools zugreifen kann. Zur Verfügung stehen ein freier Zeichenstift, ein Textmarker, Hinweispfeile, geometrische Formen, eine Crop-Funktion sowie eine Liste diverser Emoticons.

ashampoo-snap-icons-1
ashampoo-snap-farboptionen

Ein ausgewähltes Werkzeug kann mit einem Klick auf sein jeweiliges Symbol genauer konfiguriert werden: Der Zeichenstift lässt sich etwa in Dicke und Farbe verändern, das Textwerkzeug lässt sich in der Schriftgröße anpassen und geometrische Figuren haben eine variable Deckkraft. Einige Tools dagegen lassen sich auch unmittelbarer verändern. Eine Pinch-Geste stellt beispielsweise die Dicke des Zeichenstiftes ein. Mittels eines eigenen Icons kann man von jedem Werkzeug zurück zum Hand-Tool wechseln, mit dem das Bild platziert und gezoomt werden kann. Ein Änderungsprotokoll erlaubt das einfache Löschen und Wiederherstellen von Bearbeitungsschritten.

ashampoo-snap-kreis
ahsampoo-snap-pfeil

Ist ein Bild fertig bearbeitet, kann es auf dem Gerät gespeichert, per Share-Funktion geteilt oder aber direkt zu Ashampoo hochgeladen werden. In letzterem Fall erhält man einen Link zurück, den man wiederum teilen kann — wie sinnvoll dieses Feature ist, ist in Anbetracht der Fülle an kostenlosen File-Hostern, die sich im Netz finden, und der direkten Sharing-Möglichkeiten eher fraglich, zumal die Funktion nur in der kostenpflichtigen Version zur Verfügung steht.

ashampoo-snap-optionen
ashampoo-snap-notification-2

Dass Ashampoo Snap speziell auf Screenshots ausgerichtet ist — obwohl sich natürlich jedwede Bilddatei im JPEG- und PNG-Format bearbeiten lässt — deutet das sogenannte Fetch-Feature an. Dieses fängt über die Standard-Testenkombination von Android erstellte Screenshots ab und öffnet sie direkt in Snap. In mancherlei Situation mag das wünschenswert sein, in anderen dagegen fühlt man sich in seinem Workflow unterbrochen. In diesem Fall lässt sich Fetch ganz einfach über die Optionen deaktivieren.

Die Gestaltung von Snap orientiert sich grob an den Holo-Designrichtlinien. Die Verwendung eigener, etwas zu groß wirkender Icons sowie die inkonsistente Mischung opak schwarzer sowie durchsichtiger Menühintergründe, teils mit abgerundeten, teils mit spitzen Ecken, hinterlässt einen etwas unausgereiften Eindruck.

Kurzum lässt sich Snap als praktische, aber nicht unbedingt schöne App beschreiben. Da sie erst seit wenigen Tagen im Play Store verfügbar ist, sind wir aber nicht ohne Hoffnung, dass sich das bei zukünftigen Releases noch ändern könnte.

Wer neugierig geworden ist, kann sich Snap als Gratisversion ohne Upload-Funktion und mit Werbeeinblendungen herunterladen. Die Vollversion für nicht ganz günstige 2,99 Euro kommt natürlich ohne Werbung aus und bietet einen erweiterten Funktionsumfang.

Droid Screenshot Free
Entwickler: Ashampoo GmbH & Co. KG
Preis: Kostenlos
Droid Screenshot
Preis: 0,99 €

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung