Was ist IOTA und Tangle? Wir erklären die Kryptowährung

Selim Baykara

Was ist IOTA? Wer sich derzeit ein wenig in der Szene umhört, kommt an der neuen Kryptowährung eigentlich kaum vorbei. Fast scheint es sogar so, als ob IOTA dem Bitcoin den Rang abläuft. Was steckt dahinter? In diesem Artikel geben wir euch einen Einstieg in die spannende Thematik.

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Inzwischen gibt es zahlreiche Kryptowährungen, die auf der Blockchain-Technologie basieren und finanzielle Transaktionen ohne zentrale Mittelsmänner wie Banken oder Finanzinstitute ermöglichen. Man kann diesen Gedanken aber auch noch weiterführen: Was wäre, wenn man eine Währung hat, mit der nicht Menschen, sondern Maschinen bezahlen? Geräte also, die im Internet of Things (IoT) miteinander vernetzt sind. Und genau damit sind wir beim Thema IOTA.

Was ist IOTA? Einfach erklärt

IOTA ist eine Kryptowährung, die es autonomen Maschinen erlauben soll, sich gegenseitig zu bezahlen. Klingt im Moment noch ziemlich verrückt oder sogar gruselig. In Zukunft könnte es aber durchaus Wirklichkeit werden – die ersten Schritte sind auf jeden Fall zurückgelegt.

Über das sogenannte Internet der Dinge werden Maschinen, Haushaltsgeräte und andere Endgeräte schon heute miteinander verbunden. Die Währung IOTA soll künftig finanzielle Transaktionen zwischen den einzelnen Geräten ermöglichen. Ein mögliches Beispiel: Der Kühlschrank merkt, wenn ein Produkt leer ist, bestellt vollautomatisch und bezahlt ohne Einbindung des Eigentümers die Waren. Möglicherweise wird die Lieferung mit einer Drohne ausgeführt, die ebenfalls automatisiert beauftragt wurde.

Damit all das ohne Mittelsmänner funktionieren kann, benötigt man einen Standard, mit dem Maschinen eine Vielzahl von Transaktionen schnell und günstig ausführen können. Genau das soll IOTA liefern. Die Kryptowährung für Maschinen basiert im Unterschied zu Bitcoin nicht auf der Blockchain und ist daher beliebig skalierbar. Das heißt auf Deutsch: Die Anzahl der Teilnehmer und die Größe des Systems spielen keine Rolle – ideal geeignet also, wenn man möchte, dass so viele Maschinen wie möglich miteinander kommunizieren können.

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Unterschiede zur Bitcoin

Kryptowährungen wie Bitcoin, die auf der Blockchain basieren, eignen sich für die obigen Anforderungen nur schlecht. Hauptnachteil: Die Blockchain wächst und wächst, je mehr Transaktionen durchgeführt werden. Im Prinzip handelt es sich bei der Blockchain ja um eine große Datenbank, auf die alle zugreifen können, ähnlich einer Excel-Datei, bei der man nur neue Einträge hinzufügen aber keine alten löschen kann.

Für Bezahlungen im großen Stil ist das ein Nachteil, da die Transaktionen immer langsamer und kostspieliger werden, je mehr Leute daran teilnehmen. Paradoxerweise passiert genau das bei Bitcoin. Eine Transaktion mit der Kryptowährung ist schlicht zu teuer. Dazu kommt, dass die Verschlüsselung der Blockchain immer mehr Energieressourcen beansprucht, je mehr Transaktionen ausgeführt werden. Aus diesen Gründen eignet sich die Blockchain auch nur schlecht für ein System, in dem potentiell Millionen von Geräten miteinander kommunizieren.

So funktioniert IOTA: Tangle einfach erklärt

IOTA setzt nicht auf die Blockchain, daher wird es auch als „Kryptowährung ohne Blockchain“ bezeichnet. Stattdessen setzt IOTA auf eine Weiterentwicklung der Blockchain-Struktur, dem sogenannten „Tangle“ (englisch: Gewirr). Diese Architektur wird auch als gerichteter azyklischer Graph bezeichnet. Vereinfacht gesagt basiert das System dabei nicht mehr auf einem Netzwerk aus einzelnen Blöcken, die hintereinander angeordnet sind, sondern auf Transaktionen. Wenn ein Nutzer eine Transaktion durchführen will, muss er vorher mindestens zwei andere Transaktionen beglaubigen. Die Aufgabe der Blockchain wird hier also von einem Netzwerk gegenseitiger Transaktionsbeglaubigungen übernommen.

In der Praxis hat dieses Verfahren einige Vorteile: Der Tangle ist etwa beliebig skalierbar und kann für Systeme mit beliebig vielen Transaktionen verwendet werden. Theoretisch soll das System sogar immer schneller werden, je mehr Nutzer Transaktionen im Tangle ausführen. Das ist gerade für den angepeilten Anwendungsbereich im Internet der Dinge interessant. Bemerkbar machen könnte es sich durch geringe Latenzzeiten bei der Kommunikation von Endgeräten.

IOTA kaufen: Lohnt sich das?

Derzeit drängen viele Leute in den Mark, die Kryptowährungen als reines Investitionsobjekt ansehen. Das heißt, es geht nicht darum, die zugrundeliegende Technologie zu verstehen oder einzusetzen, sondern mit der Währung zu spekulieren und möglichst viel Gewinn daraus zu ziehen. Die Entwickler von IOTA geben sich derzeit daher sehr zurückhaltend, wenn es um das Investieren in IOTA geht. In erster Linie geht es ihnen offenbar wirklich darum, einen Industriestandard zu schaffen, mit dem Geräte im Internet of Things kommunizieren können.

Falls ihr mit dem Gedanken spielt, IOTA zu kaufen, solltet ihr in jedem Fall bedenken, dass der Markt auch bei dieser Kryptowährung extrem instabil ist. Seriöse Prognosen über die Zukunftsaussichten von IOTA sind daher kaum möglich. Deshalb sollte man sich auch zweimal überlegen, für was man eigentlich sein Geld ausgibt und ob man die dahinter stehende Technologie wirklich unterstützt.

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