Was sind eigentlich Bitcoins? Besser als der Euro?

Robert Schanze

Immer mehr Dienste akzeptieren den Bitcoin als Zahlungsmittel. Aber was ist das eigentlich? Wieviel ist ein Bitcoin wert? Und was ist das Besondere daran? Wir erklären, warum Bitcoins teilweise sogar besser als der Euro und der Dollar sind.

Auf YouTube findet ihr eine übersetzte Version des Videos.

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (sinngemäß „Digitale Münzen“) sind eine digitale Währung beziehungsweise Kryptowährung, mit der man im Internet bezahlen kann. So könnt ihr beispielsweise eure gekauften Spiele in Steam mit Bitcoins bezahlen, aber auch zahlreich anderen Online-Shops und Dienstleister lassen die Bezahlung mit der Währung zu. Mittlerweile kann man auch in Echtwelt-Läden mit Bitcoins über spezielle Handy-Apps bezahlen.

  • Bitcoins kann man nicht drucken, es gibt auch keine Banknote.
  • Dadurch gehören Bitcoins (฿) – so wie der Dollar ($) und der Euro (€) – zum sogenannten Fiatgeld, sie haben also keinen inneren Wert.
  • Bitcoins funktionieren also nur als Zahlungsmittel, wenn eine kritische Masse an Menschen an ihren Wert glaubt.
  • Bitcoins sind virtuelles Geld, die auf Computern errechnet werden („geminet“) können.
  • Der Prozess ist aber langwierig und benötigt viel Rechenleistung. Die Menge an rechenleistung, die zum Mining notwendig ist, nimmt mit der Zeit weiter zu.
  • Außerdem ist die Menge an maximal zu errechnenden Bitcoins aufgrund des verwendeten Algorithmus begrenzt.

Ihr könnt euch also über Nacht nicht zum Millionär hochrechnen. Wer es dennoch versuchen möchte, dem erklären wir hier das sogenannte Bitcoin Mining.

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Bitcoin-Crash: Die größten Krypto-Diebstähle aller Zeiten.

Wie viel ist ein Bitcoin wert?

Ein Bitcoin ist aktuell viel mehr wert als ein Euro. Im Mai 2017 galt laut investing.com der Umrechnungskurs:

Bitcoin Euro
1,00 ฿ 2077,38 €

Der Umtauschwert des Bitcoin in andere Währungen schwankt stark, einige Währungsforscher gehen davon aus, dass die zuletzt gigantischen Wertsteigerungen des Bitcoin eine Blase sind, die leicht platzen kann. Währungsspekulationen mit Bitcoins ist also riskant.

  • Auch wenn 1 Bitcoin einen hohen Euro-Umtauschwert besitzt, benötigen (teure) für Bitcoin-Mining konzipierte Rechner sehr lange, um einen Bitcoin zu errechnen. Hierfür sind insbesondere leistungsfähige Grafikkarten notwendig.
  • Bei schwächeren (günstigeren) Systemen könnt ihr von Monaten bis Jahren ausgehen, bevor ihr eine nennenswerte Summe erreicht habt. Zeit, Aufwand und laufende Kosten, zum Beispiel für Elektrizität lohnen sich kaum.

Was ist das Besondere an Bitcoins?

Bitcoins sind dezentral und unabhängig:

  • Wenn ihr per Bitcoin bezahlt, gibt es keine private Bank, die als Vermittler dient.
  • Das bedeutet, dass – im Gegensatz zum Dollar und Euro – niemand den Bitcoin kontrolliert.
  • Das Geld wird per elektronischer Signatur vom Käufer zum Verkäufer direkt übertragen.
  • Staat und private Unternehmen (wie Banken) können die Geldmenge nicht steuern oder ihre Rahmenbedingungen festlegen.
  • Bitcoins haben durch Protokolle eine festgelegte Grenze von 21 Millionen Bitcoins, wodurch sie nicht beliebig vervielfältigt werden können. Eine künstlich herbeigerufene Inflation ist nicht möglich.
  • Durch die beiden Prinzipien Peer-to-Peer und Blockchain, die dem Bitcoin technisch zugrunde liegen, sind sämtliche Transaktionen inärenter Teil der Währung und bleiben ewig gespeichert. Auch wenn die Teilnehmer des Bitcoin-Netzwerkes anonym sein können, können Bitcoin-Transfers der Nutzer untereinander dauerhaft nachvollzogen werden. Anonym ist Bitcoin also nicht per se.

Viele Aspekte von Bitcoin erinnern an ein ideales Währungssystem, wie zu Zeiten, als noch mit Gold und Silber gezahlt wurde. Allerdings hatte die Währung dort auch einen inneren Wert und war physisch vorhanden, nicht virtuell. Man könnte argumentieren, dass physische Güter wie Gold damit dem Bitcoin überlegen sind – allerdings ist auch der Goldwert zum Teil ideell – er basiert weniger auf einem konkreten Nutzen (zum Beispiel aufgrund physikalischer Eigenschaften und Nutzbarkeit) als auf einem Wert, der dem Edelmetall gesellschaftlich zugemessen wird.

Staatlich kontrollierte Währungen wie Euro und US-Dollar sind zwar reguliert und Inflation unterlegen, kann allerdings wenigstens noch als Bargeld physisch besessen werden. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Punkt: Wenn es – hypothetisch – irgendwann keinen Strom geben sollte, sind auch Bitcoins nicht mehr verfügbar. Physisches Geld kann man beiseite legen und ist damit, bei der Bezahlung zwischen Handelspartnern mit Bargeld sind Anonymität und Privatsphäre größtenteils gewahrt. Elektronische Zahlungen, egal ob per Bitcoin oder mit herkömmlichem elektronischem Geld (per Karte oder Digitalüberweisung), lassen sich systemimmanent immer zurückverfolgen.

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