Satoshi Nakamoto: Wer schon irgendwann mal mit Kryptowährungen zu tun hatte, wird sicherlich schon mal von dem geheimnisvollen Bitcoin-Erfinder gehört haben. Bis heute zerbricht sich die Netzgemeinde über seine Identität den Kopf: Wer verbirgt sich wirklich hinter dem Namen Satoshi das ?

Unbestritten ist jedenfalls, dass Satoshi 2008 das 8-seitige Bitcoin-Whitepaper veröffentlichte und die erste Fassung des Bitcoin-Protokolls entwickelte. Bis 2010 war er in der Bitcoin-Community aktiv und postete regelmäßig in Online-Foren. Das letzte Mal hörte man 2011 von ihm – danach verschwand er von der Bildfläche. Bis heute ist sein Verbleib eines der größten Rätsel des Internets.

Wer ist Satoshi Nakamoto?

Über Satoshi Nakamoto sind so gut wie keine persönlichen Informationen bekannt. Weggefährten berichten durchgängig, dass er niemals irgendetwas über sich erzählte, das nichts mit der Arbeit zu tun hatte. Daher kommt auch immer wieder die Frage auf, ob es sich um eine einzelne Person oder eine Gruppe handelt. Im Allgemeinen gehen die meisten Bitcoin-Insider heute davon aus, dass es sich in Wahrheit nur um ein Pseudonym handelt und eine Person Satoshi Nakamoto niemals existiert hat.

In einem Online-Profil der P2P-Foundation beschrieb er sich als 37-jährigen Japaner, allerdings ist das nicht wirklich aussagekräftig. Bei der Entwicklung des Bitcoin-Protokolls arbeitete er zwar mit einem Team von Open-Source-Entwicklern, allerdings gab es nie einen persönlichen Kontakt. Die Kommunikation erfolgte ausschließlich online. Alle Nachrichten von Satoshi Nakamoto könnt ihr in dem Buch „The Book of Satoshi“ nachlesen.

Ist der Bitcoin-Erfinder ein Japaner?

Der Name ist zwar japanisch, allerdings ist fraglich, ob der Bitcoin-Erfinder wirklich aus dem Land der aufgehenden Sonne stammt. Das Bitcoin-Whitepaper ist trotz der vielen komplizierten Fachbegriffe in fehlerfreiem Englisch verfasst, außerdem wurde die Software nie auf Japanisch dokumentiert oder veröffentlicht.

Auch die Zeiten, in denen Satoshi Nakamoto postete, passen nicht zu einem Japaner. Er war niemals zwischen 5 und 11 Uhr GMT Zeit aktiv (in Japan 14 -20 Uhr), was zumindest sehr ungewöhnlich wäre. Wahrscheinlicher ist daher, dass es sich bei Satoshi Nakamoto um einen oder mehrere Programmierer aus dem amerikanischen Raum handelt.

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Verschiedene Theorien über die Herkunft

Da man nicht genau weiß, wer Satoshi Nakamoto ist, kursieren seit Jahren Theorien über seine wahre Identität.

Nick Szabo

Der Computerwissenschaftler gilt in der Krypto-Szene als Genie und wird seit langem verdächtigt, in Wahrheit Satoshi Nakamoto zu sein. Genügend Fachwissen hat er sicherlich, da er sich schon seit den 90er-Jahren mit digitalen Währungen beschäftigt und ein Modell für eine Kryptowährung namens Bit Gold entwickelte. Szabo hat zwar immer bestritten, Nakamoto zu sein, die Parallelen zwischen Bit Gold und Bitcoin sind aber sehr auffällig.

Dorian Nakamoto

2014 wollte die Newsweek herausgefunden haben, dass der Rentner und Aushilfslehrer Dorian Nakamoto in Wahrheit Bitcoin erfunden hätte. In der Folgezeit wurde der Japano-Amerikaner von Journalisten belagert, obwohl er stets beteuerte, dass er überhaupt nichts mit Kryptowährungen am Hut habe. Auch wenn heute eigentlich klar ist, dass es sich dabei um eine Verwechslung handelt, gilt Dorian Nakamoto für einige Leute immer noch als Gesicht von Bitcoin.

Craig Steven Wright

Der Australier sorgte 2016 für Aufsehen, als er im Gespräch mit mehreren Medien behauptete, dass er in Wirklichkeit der Erfinder von Bitcoin sei. Als Beweis führte er einige alte Blogbeiträge von 2013 an – später stellte sich dann aber heraus, dass diese rückdatiert wurden. Inzwischen wird seine Glaubwürdigkeit daher stark bezweifelt.

Hal Finney

Der Software-Entwickler Hal Finney zählt ebenfalls zu den üblichen Verdächtigen. Finney gilt als Pionier in der Bitcoin-Entwicklung und ist neben Satoshi Nakamoto der einzige namentlich erwähnte Entwickler von Bitcoin. Daher wird immer wieder vermutet, dass die beiden in Wahrheit eine Person sind. Finney starb 2014 an der Nervenerkrankung ALS.

Elon Musk

Auch der Unternehmer Elon Musk wurde schon verdächtigt, hinter Satoshi Nakamoto zu stecken. Erfahrungen in der Finanzwelt hat er auf jeden Fall – schließlich zählte er zu den Gründern des Online-Bezahldienstes PayPal. Allerdings ist sehr fraglich, ob eine Person, die so stark im Fokus der Öffentlichkeit steht, wirklich ein solches Geheimnis bewahren könnte.

Eine künstliche Intelligenz

Diese Theorie kann man zwar nicht wirklich ernst nehmen, sie hat aber zahlreiche Anhänger auf YouTube, Reddit und in diversen Blogs. Demnach steht kein Mensch hinter Satoshi, sondern eine künstliche Intelligenz. Grund: Die Währung Bitcoin sei zu perfekt und zu komplex, um von einem Menschen entwickelt worden zu sein. Zeit den Aluhut aufzusetzen

Perfekt ist Bitcoin vielleicht nicht gerade, man kann damit aber immerhin schon seine Rechnungen damit bezahlen:

Lamium: Rechnungen in Bitcoins bezahlen - so funktioniert's.

Wie hoch ist das Vermögen von Satoshi Nakamoto?

Wie reich Satoshi Nakamoto genau ist, ist unbekannt. Es gibt aber Schätzungen, die eine Ahnung davon vermitteln. Einer Auswertung des Bitcoin-Experten Sergio Lerner zufolge soll Nakamoto die ersten Blocks im Bitcoin-Netzwerk geschürft haben und etwa eine Million Bitcoins besitzen. Das entspricht 2018 ungefähr 6 Milliarden US-Dollar. Satoshi ist übrigens auch der Name einer kleineren Zähleinheit des Bitcoins – ironischerweise ist ein Satoshi gerademal ein Hundertmillionstel Bitcoin wert.

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