Calligra

Holger Blessenohl

Das ehemalige Linux-Office-Projekt KOffice hat sich in Calligra umbenannt und die Open Source-Software jetzt auch auf Windows portiert.

Aus der Linux-Welt stammt eine kostenlose Office-Suite namens KOffice, die vor allem für den dort weit verbreiteten Desktop KDE entwickelt wurde. In den letzten Jahren wurde es allerdings stiller um das KOffice-Projekt. Während sich die Entwickler gegenseitig zerstritten, übernahmen Open Office und später Libre Office die Führerschaft als wichtigstes Linux-Office.

Schließlich hat sich der Großteil der KOffice-Entwickler vom Projekt losgesagt und einen Fork gegründet. Mit Fork wird in der Open Source Szene eine Entwicklung bezeichnet, bei der der Quellcode eines Programms vollständig übernommen und getrennt vom eigentlichen Projekt weiterentwickelt wird. Das bekannte Libre Office ist also so ein Fork von Open Office, das ehemalige KOffice wurde hingegen in Calligra umbenannt und auch die meisten Office-Module haben neue Namen erhalten.

Vor allem aber hat das neue Calligra-Team die Portierung der Office-Suite nach Windows (später soll auch Mac OS folgen) beschlossen. Damit können Windows-User jetzt also zwischen zwei grundverschiedenen Office-Suiten wählen, die beide völlig anders aufgebaut sind und funktionieren. Einige Module der Linuxversion wie der Projektmanager Plan oder der Formeleditor fehlen in dieser öffentlichen Beta für Windows derzeit allerdings noch.

Die vorläufige Betaversion von Calligra besteht aus folgenden Programmmodulen:

  • Words: Textverarbeitung
  • Tables: Tabellenkalkulation
  • Stage: Präsentationen
  • Krita: Bildbearbeitung
  • Braindump: Mindmapping
  • Flow: Flussdiagramme erstellen
  • Karbon: Vektorgrafiken bearbeiten

Fazit:
Die Entwickler empfehlen Calligra auf Windows vorerst noch nicht für den Produktiveinsatz, freuen sich aber über viele Testinstallationen und das Feedback der User, um Calligra zu einer ernst zu nehmenden Alternative für Libre Office auszubauen. Aufgrund des Betastadiums von Calligra verbietet sich eine Kritik der Fehlfunktionen, das Office-Paket macht aber schon jetzt einen sehr guten Eindruck, wobei insbesondere das Prinzip Toolbars überall andocken zu können, überzeugt.

Zu den Kommentaren

Kommentare

Weitere Themen

* Werbung