Foto-Software Capture One 11.2 im Test: Die Bildqualität der Profis

Sebastian Trepesch 2

Qualitativ kann nichts mit Photoshop Lightroom mithalten, aber dessen Abo-Modell ist keine Option? Doch, es gibt eine Alternative, die in wichtigen Aspekten die Adobe-Software sogar übertrifft. Unser Test von Capture One:

Foto-Software Capture One 11.2 im Test: Die Bildqualität der Profis

Nach den Tests der Fotoentwicklungs-Software DxO PhotoLab und On1 Photo RAW ist nun Capture One 11.2 Pro an der Reihe. Auf 20 Jahre RAW-Spezialisierung beruft sich der Entwickler Phase One, der auch hinter den digitalen Mittelformatkameras steckt. Alles nur Marketing-Blabla? Im Test kommen wir zur Erkenntnis: Nein. Man spürt das, man sieht es. Schnell wird klar: Nicht umsonst setzen viele Profi-Fotografen genau auf Capture One.

Capture One 11.2 im Test: Unser Fazit

Eine außerordentliche Bildqualität zu erzielen, steht bei Capture One 11 im Fokus. Die Fotoentwicklungs-Software fasst die Bilder des Fotografen behutsam an. Farben brechen so schnell nicht aus wie bei Konkurrenten, der Eindruck bleibt realistisch, Effekthascherei ist nicht nötig. Trotzdem, oder deswegen, holt Capture One alles aus den RAW-Dateien heraus.

Ohne Schwächen ist die Software nicht: Vor allem das mangelhafte Retusche-Werkzeug verdarb Capture One ein wenig die Top-Note. Und auch die Einarbeitung dauert länger als bei anderen Programmen – sie lohnt sich aber. Praktisch ist, dass man die Software nicht nur für den gesamten Katalog, sondern für einzelne Projekte („Sessions“) verwenden kann. Unsere Qualitätsempfehlung!

Test-Wertung Capture One 11.2 Pro:

  • Funktionen: 85 Prozent
  • Bedienung & Geschwindigkeit: 85 Prozent
  • Qualität: 90 Prozent

Gesamtwertung: 87 Prozent

Preislich ist Capture One nur etwas für Profis und Amateure mit ernsthaften Ambitionen: Die volle Lizenz kostet 348 Euro (Sony-Nutzer siehe zweite Seite). Über eine Testversion kann man die Software für Windows beziehungsweise macOS 30 Tage kostenlos nutzen.

Capture One 11 bei Amazon *

Capture One 11.2 im Test: Das hat uns gut gefallen

  • Die Bildqualität ist erste Sahne – auch im Vergleich zu Lightroom.
  • Die Ergebnisse der Werkzeuge sind erste Sahne – auch im Vergleich zu Lightroom.
  • Die Geschwindigkeit auf dem Mac ist im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten von DxO und On1 sehr gut.
  • Man kann wählen: Will man Capture One als Katalog für den gesamten Fotobestand nutzen (wobei man den Speicherort frei wählen kann)? Oder nur für einzelne Sessions? Bei letzterem speichert Capture One eine Session zusammen mit den RAW-Files und in einem Ordner, sodass man auch über den Finder problemlos die Bilder findet. Und die Mediathek bleibt klein.
  • Tethering, die direkte Aufnahme mit der Kamera über die Software, ist eine Spezialität von Capture One.
  • Der Bildeindruck von RAWs lag bei Capture One ohne Einstellungen und automatischen Farbkorrekturen oft zwischen dem Kamera-JPG und Lightroom.

Capture One 11.2: Das hat uns nicht so gut gefallen

  • In die Struktur und Tools der Software muss man sich länger einarbeiten als bei manch anderen Fotoentwicklern. (Siehe auch zweite Seite.)
  • Retusche in Bildern – zum Beispiel das Entfernen von Flecken – beherrscht Capture One noch weniger als Lightroom CC. Hier lohnt sich der Weg zu Pixelmator, Pixelmator Pro (siehe Test) oder ähnlichen Programmen.
  • Die automatischen Objektivkorrekturen muss man zum Teil erst manuell aktivieren. Die Verzerrung merzt Capture One nicht ganz so gut automatisch wie Lightroom oder die Kameras aus, obwohl ein großer Beschnitt in Kauf genommen wird.
  • HDR- und Panorama-Montagen sind nicht möglich.
  • Die heic-Dateien des iPhones zeigt Capture One nicht an, die RAW-Dateien (.dng) der Kamera-App ProCam aber schon.

Auf der zweiten Seite: Was man außerdem wissen sollte und wie wir getestet haben.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

* gesponsorter Link