Experten fordern härtere Strafen für Handy im Verkehr

Florian Matthey 5

Die Benutzung von Smartphones am Steuer eines Fahrzeugs soll in Zukunft deutlich härter bestraft werden – so die Forderung des Deutschen Verkehrsgerichtstags. Dessen Empfehlungen haben oft tatsächlich Einfluss auf die Politik.

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Deutscher Verkehrsgerichtstag: Beschlüsse mit Signalwirkung

Der 55. Deutsche Verkehrsgerichtstag wird vom 25. bis 27. Januar in Goslar stattfinden. An der jährlichen Konferenz unter Vorsitz namhafter Juristen nehmen auch Verkehrssichertheits-, Fahrzeugtechnik- und Verkehrstechnikexperten aus Forschung, Lehre und Praxis teil. Veranstalter ist ein privater Verein, so dass die Beschlüsse keine rechtliche Wirkung nach außen entfalten. Politiker berücksichtigen diese aber häufig in der Gesetzgebung und Reform von Verkehrsvorschriften.

60 Euro Bußgeld seien viel zu wenig

Dementsprechend wichtig ist, was die Entwürfe zum 55. Vekehrsgerichtstag fordern: Der Deutsche Vekehrssicherheitsrat will die Benutzung von Smartphones am Steuer deutlich höher bestrafen lassen. Aktuell müssen Autofahrer rund 60 Euro für die Benutzung eines Mobiltelefons bezahlen. Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Verkehrssicherheitsrates, erklärt, dass Multitasking „ein Mythos“ sei. Vielen Autofahrern sei das große Risiko der Verwendung eines Smartphones und der damit verbundenen Ablenkung gar nicht bewusst. Der Verband fordert daher ein Vielfaches des bisherigen Bußgeldes – und zwar sowohl fürs Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung als auch andere Tätigkeiten wie das Lesen oder Schreiben von Nachrichten.

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Ausbau der Überwachung gefordert

Auch der ADAC und der Automobilclub von Deutschland (AvD) betonen das Sicherheitsrisiko, das durch Smartphones am Steuer ausgehe. Der AvD hat ermittelt, dass schon 53 Prozent aller Autofahrer während der Fahrt eine Nachricht geschrieben und sogar 72 Prozent eine Nachricht gelesen haben. Problematisch sei, dass diese Vorfälle meist unentdeckt bleiben. Der Verkehrssicherheitsexperte vom Automobil Club Europa, Gert K. Schleichert, fordert daher einen deutlichen Ausbau der Verkehrsüberwachung durch die Polizei.

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Freisprecheinrichtungspflicht als Lösung?

Kay Nehm, der Präsident des Verkehrsgerichtstages, will grundsätzlich die Nutzung aller Geräte im Auto verbieten, die nicht unbedingt zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs erforderlich sind – wobei sich natürlich die Frage stellt, welche Ausnahmen dann gemacht werden sollten. Der AvD fordert eine Verpflichtung der Hersteller, eine Freisprecheinrichtung in alle Fahrzeuge einzubauen. Im Straßenverkehr sollten Fahrer Geräte nur noch über Sprachsteuerung benutzen dürfen.

Quellen: Golem, Berliner Kurier

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