Siri, Alexa, Google Assistant: Mehrheit will weibliche Stimmen – ihr auch?

Rafael Thiel 1

Gibt es Sexismus bei digitalen Sprachassistenten? Das behauptet zumindest eine Studie aus den USA. So sollen Nutzer weibliche Stimmen in den meisten Fällen bevorzugen, bei technischen Themen oder dergleichen ist indes ein männlicher Tonfall lieber gesehen.

Siri, Alexa, Google Assistant: Mehrheit will weibliche Stimmen – ihr auch?

Die gängigen Sprachassistenten unserer Ära basieren allesamt auf weiblichen Sprachmodellen. Das gilt für den Google Assistant, Microsofts Cortana und Amazons Alexa. Auch Siri ist standardmäßig mit einer weiblichen Stimme ausgestattet, allerdings erlaubt Apple immerhin die Umstellung auf eine Männerstimme.

Amazon: Befehle für Alexa.

Warum das so ist? Eine Studie der Indiana University bestätigt, dass sowohl weibliche als auch männliche Nutzer eine Frauenstimme angenehmer empfinden. Zu diesem Schluss gelangten auch Studien von Microsoft und Amazon. Die Wissenschaftler wollen aber ferner in Erfahrung gebracht haben, dass die bevorzugte Stimme auch von der vermittelten Thematik abhängt. Eine Männerstimme kommt beispielsweise bei Inhalten über Computer besser an, wohingegen eine weibliche Stimme bei Gesprächen über Liebe und Beziehungen favorisiert werden.

Frauenstimme beliebter: Erklärungen dafür gibt es viele

Das ist natürlich keine ganz neue Erkenntnis. Schon im zweiten Weltkrieg wurden Durchsagen an Piloten meist von einer weiblichen Stimme übermittelt. Eine Ursache dafür ist, dass der weibliche Tonfall inmitten von Umgebungsgeräuschen leichter zu verstehen und unterscheiden ist. So die physikalische Erklärung. Ein biologischer Ansatz geht davon aus, dass Menschen weibliche Stimmen vom Mutterleib aus vorziehen – Föten reagieren eher auf die Stimme ihrer Mutter denn der des Vaters. Eine historische Auslegung legt nahe, dass in der Vergangenheit Assistenz und Auskunft überwiegend von Frauen besetzt war und die weibliche Stimme in diesen Gebieten darum beliebter ist.

Bevorzugte Sprache bei Sprachassistenten

Sprachassistent

Doch natürlich dürfte auch der psychologische Hintergrund gemäß gesellschaftlicher Stereotypen eine Rolle spielen, weswegen weibliche Stimmen in Sprachassistenten, Navigationssystemen und dergleichen zum Einsatz kommen. Eine Männerstimme soll beim Empfänger per se als dominanter empfunden werden als das weibliche Pendant. Das ist aber eher dem unterbewussten Empfinden geschuldet und weniger praktiziertem Sexismus. Insofern ist das kaum verwerflich. Letztendlich macht sich vermutlich kaum jemand bewusst Gedanken über das Geschlecht des Sprachassistenten, solange sie oder er den Befehl zuverlässig ausführt.

Quelle: Wall Street Journal via 9to5Google

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