Cyanogen Inc.: CyanogenMod-Schmiede lehnte Übernahmeangebot von Google ab [Gerücht]

Kaan Gürayer 6

Wollte Google tatsächlich Cyanogen Inc. kaufen? Angeblich befand sich das Unternehmen aus Mountain View in Gesprächen, die Macher hinter der populären Custom-ROM CyanogenMod zu übernehmen. Sundar Pichai selbst, verantwortlich für die Entwicklung von Android und Chrome, soll Interesse Googles bekundet haben, doch Cyanogen Inc., das Startup hinter der Open Source-Firmware, lehnte ab. 

Cyanogen Inc.: CyanogenMod-Schmiede lehnte Übernahmeangebot von Google ab [Gerücht]

Bereits Ende August machten Gerüchte die Runde, wonach IT-Giganten wie Samsung, Microsoft und sogar Amazon Interesse an einer Übernahme von Cyanogen Inc. hätten. Dass aber nun Google diese an sich schon illustre Liste ergänzt, überrascht dann doch ein wenig. Auf einem Investoren-Treffen soll Kirt McMaster, CEO von Cyanogen Inc., über das Übernahmeangebot Googles gesprochen und dieses direkt genutzt haben, um Geldgeber zu einem größeren finanziellen Engagement in das Software-Startup zu überzeugen. „Schaut her, selbst das große Google ist an uns interessiert. Hier bekommt ihr eine einmalige Investment-Chance“, dürfte so oder so ähnlich zwischen den Zeilen gestanden haben. Angeblich, so schreibt The Information, soll Cyanogen Inc. Risiko-Geldmittel in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar anstreben, um weiter wachsen zu können.

Unklar ist, sofern die angeblichen Übernahmegerüchte tatsächlich wahr sind, welches Interesse denn Google an Cyanogen Inc. gehabt haben könnte? Ohne Zweifel sitzen dort viele talentierte Android-Entwickler, doch im Kern nehmen sie sich auch „nur“ das AOSP (Android Open Source Project) und passen es an unterschiedliche Hardware an, erweitern es allerdings auch um sinnvolle Features. Das ist aber im Grunde nichts, was Google mit seiner Armada an Entwicklern nicht auch tun könnte. Ein Kauf zur Übernahme von Talenten, wie im Software-Business oft üblich, dürfte hinter Googles Interesse also nicht gestanden haben. Möglicherweise wollte Google mit der Übernahme aber mehr Kontrolle auf das Android-Ökosystem ausüben.

Einem älteren Interview mit McMaster zufolge, versteht Cyanogen Inc. sich durch seine Unabhängigkeit von Google und Amazon als eine Art Schweiz, mit dem Ziel ein Android „ohne Grenzen“ zu entwickeln. Im Lichte dieses  Selbstverständnisses wäre ein Verkauf an Google wohl beinahe einem „Verrat“ an den eigenen Idealen gleichgekommen. Möglicherweise – genau weiß man es nicht – war genau dies der ausschlaggebende Grund, weshalb man sich gegen das Angebot Googles entschieden hat. Durch die gescheiterten Verkaufsgespräche beziehungsweise das Bekanntwerden dieser, könnte Cyanogen Inc. vielleicht sogar einen Nutzen schlagen: Sie könnten den den Verkaufspreis für potentielle Mitbewerber in die Höhe treiben, aber auch das Interesse neuer Investoren wecken. Sollten Samsung, Microsoft, Amazon oder andere also weiter Interesse an Cyanogen Inc. haben, werden sie nun wohl deutlich mehr auf den Tisch blättern müssen. Auf der anderen Seite könnten MacMaster, Kondik und Co. ihr Finanzierungs-Ziel von einer Milliarde US-Dollar erreichen.

Was meint ihr, hätte sich Cyanogen Inc. von Google übernehmen lassen sollen? Oder fahren sie alleine besser? Meinungen dazu bitte in die Kommentare.

Quelle: The Information (Paywall) [via Ars Technica, Android Police]

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