Cyanogen Inc.: Manager von HTC und Amazon angeheuert

Andreas Floemer

Beim im letzten Jahr gegründeten Startup Cyanogen Inc., das aus dem Open Source-Projekt CyanogenMod hervorgegangen ist, wird es Business-lastiger. Wie aus einem aktuellen Artikel im hauseigenen Blog hervorgeht, hat man sich Ex-Manager von HTC, MediaTek und Amazon ins Boot geholt, die allesamt die Positionen von Vizepräsidenten bekleiden und das Unternehmen voranbringen sollen. 

Cyanogen Inc. hat sich zum Auftrag gemacht, aus der Community-betriebenen Softwareplattform, die CyanogenMod einst war und teilweise noch ist, ein erfolgreiches Unternehmen zu formen. Das Startup, das unter anderem von „Mr. Cyanogen“ Steve Kondik gegründet wurde, hat schon in der jüngeren Vergangenheit talentierte Software-Entwickler wie FreeXperia-Dev Alin Jerpelea und den Android-Veteranen François Simond für sich verpflichtet, um die Plattform softwareseitig auf gesunde Füße zu stellen.

Mit Know How auf Entwicklerebene ist es aber nicht getan, denn um wirtschaftlich erfolgreich zu sein und sich als ernsthafte Alternative zu Googles Stock-Android zu etablieren, muss auch die Business-Seite von Cyanogen Inc. entsprechend aufgestellt sein. Aus diesem Grund hat man drei Mobile-Veteranen ins Team geholt, die die Führungsriege des Unternehmens erweitern werden.

Dave Herman ist der neue Vizepräsidenten für Produkte. Er war zuvor bei Amazon, Microsoft und Hulu unter Vertrag. Im Blogpost, verfasst von Cyanogen-CEO Kirt McMaster, wird Herman als talentierter Veteran im Consumer-Services-Sektor bezeichnet, der bereits beliebte Produkte entwickelt habe. Nummer zwei im neuen Gefüge ist Tyler Carper, der die Rolle des Vizepräsidenten Engineering bekleidet. Als ehemaliger Director of Engineering bei HTC war er für die Entwicklung vieler Software-Innovationen verantwortlich. Zudem bekleidete Carter zuvor eine leitende Position in Microsofts Xbox-Abteilung. Der Dritte im Bunde ist Vik Natarajan, der bei MediaTek Vice President of Corparate Marketing war und Erfahrungen mit der Pflege von Ökosystempartnerschaften hat, was für Cyanogen eine sehr elementare Rolle sein wird, um weitere Partnerschaften mit Hardware-Herstellern aufzubauen.

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Das erste offizielle Smartphone, das ab Werk mit der CyanogenMod ausgestattet ist, war das OnePlus One, wobei auch das OPPO N1 als CyangenMod-Phone vorgestellt wurde. Dieses konnte aber nur optional mit dem angepassten ROM erworben werden. Nach den Plänen und der Vision von Cyanogen Inc. soll sich die Anzahl der CyanogenMod-Smartphones in den kommenden Jahren erhöhen. Denn laut CEO Kirt McMaster und Steve Kondik habe man nichts geringeres vor Augen, als ein erfolgreiches Android „ohne Grenzen“ – also unabhängig von den Diensten Googles und Amazons – zu entwickeln, das auch von der Masse angenommen wird.

Einem Interview mit Re/Code zufolge sieht McMaster Cyanogen aufgrund dieser Unabhängigkeit von Google und Amazon als eine Art Schweiz. Ferner erläutert er, dass Open Source-Android – also das Android ohne Google-Apps – einen Marktanteil von 40 Prozent besitze, wobei ein Großteil dieser Geräte in China im Umlauf seien. McMaster spekuliert, dass der Anteil von Open Source-Android-Systemen in den nächsten Jahren gar auf 50 bis 70 Prozent ansteigen, während die Smartphone-Durchdringung ein Gesamtvolumen von bis zu sechs Milliarden Einheiten erreichen könnte – von diesem Kuchen möchte das Cyanogen-Team einen Teil abbekommen.

Wie man anhand dieser Aussagen erkennt, hat das Cyngn-Team große Pläne – wir sind auf ihre Umsetzung gespannt.

Quelle: Cyanogen Inc. [via Re/Code]

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