CyanogenMod: Interne Querelen und Hinweise auf Kommerzialisierung

Lukas Funk 22

Die CyanogenMod ist das mit Abstand bekannteste Android-Custom ROM, dank dem Android-Smartphones auch noch lange nach dem Ende des offiziellen Supports mit aktuellen Versionen von Googles OS versorgt werden. Bei der schieren Größe, auf die das Projekt inzwischen angewachsen ist, ist es nicht verwunderlich, dass es auch intern zu Meinungsverschiedenheiten darüber kommt, was für CM sinnvoll ist und was nicht. Ein Beitrag im XDA-Developers-Forum spricht diese Probleme nun an und deutet überdies den nächsten möglichen Schritt der Mod an: die Kommerzialisierung.

CyanogenMod: Interne Querelen und Hinweise auf Kommerzialisierung

Wer sich schon länger mit dem Modding von Android-Geräten auseinandersetzt, der wird bezeugen können, welch langen weg die CyanogenMod seit ihren frühen Tagen gekommen ist. Ursprünglich von Steve „Cyanogen“ Kondik als Modifikation für das HTC Dream begonnen, versorgt inzwischen ein großes Team an Entwicklern eine noch größere Zahl an Smartphones und Tablets mit aktuellen Versionen von Android.

Dass die Kommunikation intern und nach außen bei einer solchen Größe nicht unproblematisch ist, zeigen interne Streitereien, welche unlängst im XDA-Developers-Forum publik gemacht wurden. Ihren Ursprung nahm die Geschichte im Thread eines inoffiziellen CM 10.2-Ports für das Samsung Galaxy Note 2 (Test), in dem sich Nutzer über fehlende Funktionalität gegenüber dem Vorgänger beschwerten. Dies schrieb der verantwortliche Entwickler und Thread-Ersteller pulser_g2 dem CM-Team zu, welches zusehends Features aus dem Device Parts/Advanced-Menü entfernt, ohne an anderer Stelle für Ersatz zu sorgen. Speziell richtete sich seine Kritik an arcee (Ricardo Cerqueira), der sich unter anderem um diverse LG-Geräte und das Nexus 4 (Test) kümmert. Dieser entferne unter dem Deckmantel des Streamlining eigenmächtig Funktionen. Speziell solche, die nur für bestimmte Geräte zur Verfügung stehen, fallen aus persönlicher Präferenz seiner Schere zum Opfer.

cyanogenmod-nemesis

Weitere Kritik übte pulser_g2 an der Bevorzugung des Codes eigener Mitarbeiter, welcher oft ohne ausführliche öffentliche Prüfung in das CyanogenMod-Repository aufgenommen werde und so für Kompatibilitätsprobleme sorge. Brisanter sind allerdings die Hinweise darauf, dass die Entwickler den Code der CyanogenMod nicht mehr nur unter GPL (GNU General Public License) lizenzieren, sondern ebenfalls unter einer kommerziellen Lizenz. So sollen Code-Teile zukünftig an Smartphone-Hersteller verkauft werden können, damit diese Features in ihre Firmwares integrieren können, sich aber die Eigenentwicklung sparen. In vereinzelten Fällen soll sogar beobachtet worden sein, dass Drittentwickler zur Einwilligung dieser Lizenzierung gedrängt werden.

Sollte sich die CyanogenMod in Zukunft nicht kooperativer zeigen und wieder mehr auf das Feedback ihrer Nutzer eingehen, so droht pulser_g2, welcher als Entwickler einen guten Namen und die Position eines XDA-Admins inne hat, mit der Veröffentlichung weiterer interner Details.

In welcher Form sich die Kommerzialisierung der CM manifestieren wird, ist derzeit nicht klar. Der Countdown auf der Website cyngn.com, der mit diesem Vorhaben zusammenhängen könnte, ist derweil heute ergebnislos abgelaufen.

Quelle: XDA-Developers-Forum [via reddit]

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